Ausbildung

Koch-Wettbewerb: Meisterschaft macht Appetit auf mehr

Die Gewinner der Schulmeisterschaft.

Die Gewinner der Schulmeisterschaft.

Foto: Christoph Wojtyczka

duisburg.   Beim Wettbewerb am Sophie-Scholl Berufskolleg zeigten Koch-Azubis, was sie am Herd draufhaben. Auch Hotel- und Restaurantfachkräfte bewertet.

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Garnelen mit Mango-Chutney, Hirschgulasch mit Rotkohl, Savarin mit Schokoladensoße und flambierten Früchten: Dieses Menü überzeugte die Jury. In der Schulmeisterschaft am Sophie-Scholl Berufskolleg in Marxloh kochten die Azubis um die Wette. Nun haben sie und ihre Lehrer zur Siegerehrung mit Verkostung in die Schule eingeladen.

In der Schulküche garnieren Johannes Schmitz, Florian Burs und Klaus Pethos die letzten „Amuese Gueule“, Häppchen aus der Küche. „Frischkäse-Pralinen mit Walnusskern im Sesam-Mohn-Mantel“, erklärt Klaus Pethos, der die Bällchen in ihrer Kruste wälzt. Sie sollen gleich den Gästen im oberen Stock serviert werden. Dort haben Michelle Bernhardt und Darja Skola schon den Tisch eingedeckt: frühlingshaft in grün und weiß mit zarten Blümchen. Die 18- und die 21-Jährige machen eine Ausbildung zur Hotel- und Restaurantfachfrau. Abendliche Arbeitszeiten, geringe Bezahlung – dass sich immer weniger junge Leute für diesen Job entscheiden, können die beiden verstehen. Trotzdem machen sie ihn gerne: „Man ist eng mit den Kollegen zusammen und arbeitet im Team, das macht viel Spaß“, findet Michelle und ergänzt: „Wir schauen im Hotel in alle Bereiche und haben zudem die Möglichkeit, europaweit zu arbeiten.“

Kochen in Zweierteams

Das sehen die Köche ähnlich: „Klar, die Bedingungen sind manchmal hart“, räumt Florian Burs ein. „Der Umgangston in der Küche ist rau, die Arbeitszeiten lang und der Job körperlich anstrengend.“ Dennoch ist er froh, den Weg gegangen zu sein. Immerhin hat der 29-Jährige zuvor medizinische Informatik studiert, dann aber gemerkt, „dass es nichts für mich ist“. Das kreative Handwerk in der Küche reizte ihn mehr. „Auch, weil ich zuhause immer gerne gekocht habe.“ Mit Freizeitkochen sei der Beruf jedoch nicht zu vergleichen. „Das ist eine ganz andere Hausnummer.“ Viele schauen Sendungen im Fernsehen, in denen Köche mittlerweile als neue Rockstars gehandelt werden. „Da wird ein falsches Bild vermittelt.“ In der Realität ist es eben doch stressiger, die Bezahlung oft mies. Daher brechen viele die Ausbildung ab, weiß Florian. Nur der harte Kern kocht weiter – und das mit Leidenschaft.

Heute geht es nicht um Noten, sondern um die Siegerehrung der Koch- und Hotel- und Restaurant-Azubis. Die eigentliche Schulmeisterschaft hat bereits im Februar stattgefunden. Rund 40 Schüler hatten in Zweierteams aus einem vorgegebenen Warenkorb ein Drei-Gang-Menü gezaubert. „Dabei wird etwa geschaut, ob wir effizient innerhalb der Zeitangaben arbeiten“, erklärt Johannes Schmitz. In diesem Jahr sollte das Menü mit einem Vorspeisencocktail beginnen, der Hauptgang Gulasch enthalten und zum Dessert ein Savarin (Kuchen) serviert werden. Auch das Kalkulieren der Waren oder die Hygienemaßnahmen wurden dabei geprüft.

Weinempfehlung schreiben und Tisch dekorieren

Michelle Bernhardt, Darja Skola und ihre Mitschülerinnen servierten die Speisen der Köche. Zuvor planten sie im Unterricht die Tischdeko, die Gestaltung der Menükarten und schrieben eine Weinempfehlung. Die Jury, bestehend aus Küchen- und Restaurantmeistern, bewertete über vier Tage lang die Kochfertigkeiten und den Service. „Das war eine gute Vorübung für die praktischen Abschlussprüfungen im Juni“, findet Johannes Schmitz, der sich zusammen mit Teamkollege Fabian Reiners über den ersten Platz freut.

>>>> DIE PLATZIERUNGEN IM WETTBEWERB

Den ersten Platz der Koch-Azubis belegen Johannes Schmitz und Fabian Reiners. Platz zwei: Mohamad Somon und Pascal Morello, Platz drei: Florian Burs und Klaus Pethos.

Bei den Hotel- und Restaurantfach-Auszubildenden schafften es Christopher Jankrecht und Thore Kamphausen auf Platz eins. Michelle Bernhardt und Darja Skola belegen Platz zwei, Manon Rademacher und Jasmin Turgut Platz drei.

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