Ausbildungsmesse

„Klick dich ein“ in Duisburg: Richtige Ausbildung für alle

Die Polizei ist bei Schülern wie Hatice immer sehr beliebt. Im Gespräch mit den Hauptkommissaren Kieskamper und Schwartz informiert sich die 16-jährige über die Ausbildung.

Die Polizei ist bei Schülern wie Hatice immer sehr beliebt. Im Gespräch mit den Hauptkommissaren Kieskamper und Schwartz informiert sich die 16-jährige über die Ausbildung.

Foto: Frank Oppitz

Duisburg.   Bei der Ausbildungsmessse „Klick dich ein“ im Brecht-Berufskolleg informierten sich Duisburger Schüler bei Arbeitgebern.

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Als die Ausbildungs- und Studienmesse am Bertolt-Brecht-Berufskolleg in Huckingen erstmals stattfand, waren viele ihrer heutigen Besucher noch gar nicht geboren – sie werden wie die Messe in diesem Jahr volljährig. In all den Jahren ist sie zu einem festen Treffpunkt für Schüler und Ausbilder geworden.

Rund 50 Ausbilder klären etwa 1500 Schüler über ihre Arbeit auf. Beliebt seien vor allem die „Blaulicht-Behörden“, wie Pädagogin Petra Grzegorek Polizei, Bundeswehr und den Zoll nennt. „Da wir uns aber auch an angehende Abiturienten wenden, sind auch Vertreter von Hochschulen vor Ort“, sagt sie.

„Wer spezifischere Fragen hat, kann an einem unserer Workshops teilnehmen. Das ist das, was unsere Messe besonders macht.“ Der Unterricht im Berufskolleg laufe während der Messe normal weiter. Diese richtet sich an Schüler ab der 10. Klasse. „Wir erleben durchaus oft, dass Schüler nicht wissen, was sie arbeiten sollen und auf der Messe auf den richtigen Weg gebracht werden“, so Grzegorek.

Azubis erklären Schülern ihre Arbeit

Viele Unternehmen lassen auch ihre eigenen Auszubildenden sprechen, um einen besseren Draht zu den Schülern zu gewinnen. Zu ihnen gehört auch Janik Hackstein. Der 20-jährige war vor zwei Jahren selbst Schüler des Bertolt-Brecht-Berufskollegs und wurde auf der Messe auf das IT-Unternehmen Acadon aufmerksam. Er begann ein duales Studium. Mittlerweile kann er problemlos erklären, worum es in seiner Ausbildung geht: „Wir programmieren sogenannte ERP-Systeme. Die helfen unseren Kunden dabei, ihre Kassen und Bestände zu organisieren“, sagt er. Acadon, mit Sitz in Krefeld-Linn, habe sich auf Holzwirtschaft spezialisiert. „Die Ausbildung im Betrieb ist sehr praxisorientiert, man ist direkt ein unverzichtbares Zahnrad im Getriebe. Nur die Theorie ist sehr abstrakt“, erklärt er. Die Resonanz an seinem Stand ist groß: „Wir haben mehr Zulauf als letztes Jahr.“ Mika Klante und Jan Symanzik hören ihm aufmerksam zu. „Mich interessiert, welche Aufgabenbereiche man bei einem Praktikum oder in der Ausbildung zugeteilt bekommt. Und welche Voraussetzungen man mitbringen muss“, sagt Symanzik. „Ein duales Studium in der IT-Branche wäre für uns durchaus eine Möglichkeit, wir haben auch beide Informatik im Abi“, ergänzt Klante.

Eine Ausbildung, die speziell auf Duisburger zugeschnitten sein könnte, bietet Haeger & Schmidt Logistics an: Sie werben für eine Arbeit als Binnenschiffer. „In der Ausbildung lernt man vor allem den Umgang und das Verhalten auf dem Schiff, dazu vieles über Beladung, das Radar und Streckenabschnitte“, erklärt Pressesprecher Olaf Prenzing. „Natürlich ist man auch viel auf dem Rhein unterwegs.“ Die Resonanz ist an diesem Vormittag jedoch gering. „Der Beruf ist leider nicht so bekannt wie einer bei der Polizei oder in der Medienbranche, deswegen nehmen ihn die jungen nicht als Alternative wahr“, beklagt Prenzing. „Dazu kommen die Arbeitsbedingungen: Man ist bei Wind und Wetter draußen, das Schiff wird bei Schnee oder 40 Grad im Schatten beladen. Außerdem ist man zwei Wochen am Stück auf dem Schiff, da kann man nicht abends auf Partys gehen“, sagt er. „Natürlich gibt’s danach auch zwei Wochen Urlaub, aber vielen erscheint das nicht attraktiv.“ Auszubildende suche er sogar deutschlandweit.

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