Bildung

Kitas: Fast alle Bewerber erhielten einen Platz

Beim Bau neuer Kitas – wie hier die „Weltkinder“-Einrichtung in Walsum bei der Eröffnung vor einem Jahr – ist der Träger ISS Partner der Stadt. Das Bild zeigt Leiterin Gabriele Reichmann mit Azad, Mavis, Fynn, Zoe und Sara (v. li.)

Beim Bau neuer Kitas – wie hier die „Weltkinder“-Einrichtung in Walsum bei der Eröffnung vor einem Jahr – ist der Träger ISS Partner der Stadt. Das Bild zeigt Leiterin Gabriele Reichmann mit Azad, Mavis, Fynn, Zoe und Sara (v. li.)

Foto: Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Fast alle Duisburger Eltern mit Rechtsanspruch haben zum Start des Kita-Jahres einen Betreuungsplatz bekommen – viele auf den letzten Drücker.

Nach erheblichen Problemen im Koordinierungsverfahren ist es dem Jugendamt gelungen, die meisten Eltern mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kita oder der Tagespflege zu versorgen. „Zum 1. August 4.154 Kinder neu in den Duisburger Kitas aufgenommen“, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit, „weitere 93 Kinder kommen noch bis zum 1. Oktober hinzu.“

Neubauten öffnen erst mit Verzögerung

Damit seien „die Bedarfsanmeldungen der Eltern im Portal Kita-Place entsprechend der vom Rat vorgegebenen Betreuungsquoten bedient worden“, so Stadtsprecherin Gabi Priem.

Diese Quoten liegen aber unterhalb der Gesamtzahl aller Duisburger Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, weil erfahrungsgemäß nicht alle Eltern einen Betreuungsplatz suchen. Nach dem 1. August gab es auch deshalb noch unversorgte Kinder, weil Kita-Neubauten nicht wie geplant rechtzeitig zum 1. August eröffnen konnten.

„Einige Eltern warten zwar laut Kita-Place noch auf einen Kitaplatz, die Angabe einer verlässlichen Anzahl ist aber aufgrund einer sich ständig ändernden Datenlage nicht valide“, teilt das Jugendamt mit. Ein Teil dieser Eltern habe für ihr Kind bereits einen Platz in einer Tagespflege bekommen, ein weiterer Teil belege Betreuungsangebote im Rahmen des FlüKids-Projektes. „Darüber hinaus wurden Eltern Angebote für Plätze in einer Kindertageseinrichtung unterbreitet, die seitens der Eltern jedoch noch nicht angenommen wurden.“

Klagen von Eltern abgewiesen oder zurückgezogen

Insgesamt 15 Eltern versuchten nach Information der Stadt ihren Rechtsanspruch beim Verwaltungsgericht Düsseldorf juristisch durchzusetzen – die Klagen seien aber allesamt entweder abgewiesen oder nach Versorgung mit einem Betreuungsplatz zurückgezogen worden.

Das Portal Kita-Place, das zeigt die Erfahrung des jüngsten Anmeldeverfahrens, ist ein Grund für die Schwierigkeiten. Eltern registrieren dort ihre Bedarf und ihre Wunsch-Kita, werden aber nicht automatisch aus der Liste gestrichen, wenn sie einen Platz gefunden haben. Weil sich Eltern parallel auch direkt bei Kitas und Tagesmüttern bewerben und deren Angebote nicht zeitgleich mit dem Portal abgeglichen werden, fehlt den Mitarbeiter im Jugendamt der Überblick über die tatsächlich verfügbaren Plätze, Eltern vermissen Informationen zum Stand ihrer Bewerbung.

Jugenddezernent: „Wir müssen besser werden“

„Wir müssen besser werden“, hatte Jugenddezernent Thomas Krützberg deshalb bereits im August gefordert und einen „Kita-Gipfel“ angekündigt. In den nächsten Wochen, so heißt es nun, werde er die Vertreter der freien Träger zu einer ersten Sitzung mit dem Jugendamt einladen.

Dann soll auch die Optimierung der Kitaplatz-Vergabe für alle Duisburger Kindertageseinrichtungen thematisiert werde, um das Vergabeverfahren durch die Kitas weitgehend einheitlich – und für die Eltern transparent – zu gestalten.

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