Bildung

Kinderrechte-Programm startet in Duisburg

Zum Auftakt zum Programm "Kinderrechte an Grundschulen in NRW" stellten die Schüler der Sternstraße ihren Gästen in verschiedenen Themenrunden ihre Arbeit am Thema Kinderrechte vor.

Zum Auftakt zum Programm "Kinderrechte an Grundschulen in NRW" stellten die Schüler der Sternstraße ihren Gästen in verschiedenen Themenrunden ihre Arbeit am Thema Kinderrechte vor.

Foto: Funke Foto Services

Duisburg.   Die GGS Sternstraße in Walsum war Pilotschule für das Projekt des Vereins Buddy, Unicef und Land NRW. Weitere Schulen können mitmachen,

Demokratie lernt man durch Erleben. Das erfahren gerade die Kinder an der Sternstraße. In ihre Walsumer Gemeinschaftgrundschule kam am Mittwoch NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zum Startschuss für das landesweite „Grundschulprogramm Kinderrechte“.

„Wir bringen die Erde nach vorn“, singen Alessio und Janin, Elsem, Sarah, Alex und all die anderen Schüler. Neben der Ministerin begrüßen sie auch Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland und Roman Rüdiger von Buddy e.V. Der Düsseldorfer Verein hat das Programm konzipiert mit dem Ziel, die demokratische Gestaltung des Schullebens zu unterstützen. Der 25. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Kinderrechtscharta war dazu ein passender Anlass.

„Ich habe sofort Feuer gefangen“, berichtet Schulleiterin Monika Brücker von der Schulleiter-Konferenz im Winter 2014, wo das Projekt vorgestellt wurde. „Kinder zum Subjekt machen – das ist das entscheidende dabei“, erklärt Brücker. Darin habe sie viel von der ihr vertrauten Montessori-Pädagogik wiedergefunden. Nach dem notwendigen Beschluss der Schulkonferenz wurde der GGS Sternstraße eine von 13 NRW-Pilotschulen für das Projekt, alle 16 Lehrer und die Leiterin des offenen Ganztags beteiligt bei der Fortbildung.

„Wir haben einen neuen Blick auf die Kinder bekommen.“

Schon vor deren Abschluss zeige das Programm Wirkung, berichtet Monika Brücker: „Wir haben einen anderen Blick auf die Kinder bekommen, haben gelernt, aufmerksam zuzuhören und mit den Kindern mehr auf Augenhöhe zu diskutieren.“ Etabliert hat sich mittlerweile ein Schülerparlament mit jeweils einem Jungen und einem Mädchen aus jeder Klasse. Einmal im Monat wird beraten. „Wir besprechen, welche Dinge für die Schule angeschafft werden und stimmen darüber ab. Vorher berät in jeder Klasse darüber der Klassenrat“, beschreiben die Schüler Lena und Niklas das demokratische Prozedere. Dazu gehört auch, der Brief an Bezirksbürgermeister Georg Salomon, um eine Erlaubnis zu bekommen für die Neugestaltung der Graffiti-Wand auf den Schulgelände.

Außerdem gibt es einen Briefkasten, in dem die Kinder Wünsche, Forderungen und Beschwerden auf den Weg bringen können. Regeln haben Schüler und Lehrer vereinbart für einen Umgang miteinander, der die Würde des anderen achtet. „Klappt nicht immer, aber meistens schon ganz gut“, berichten die Schüler der Ministerin und Buddy-Vorstand Roman Rüdiger.

Der lobt „eine tolle Entwicklung, die mit einer Schulleitung beginnt, die das will“. Die „tiefgreifende Schulentwicklungsreise“, empfiehlt wie Monika Brücker auch die Ministerin zur Nachahmung. „Demokratie und Menschenrechte lernt man nur durch Erleben“, sagt Sylvia Löhrmann.

Stichwort: Buddy e.V. und Kontaktdaten für Schulen 

Der Buddy e.V., gegründet 2005, ist enstanden aus einem 1999 gestarteten Projekt der Vodafone Stiftung. Der Verein ist ein Netzwerk von Partnern, wie Unicef Deutschland, Unfallkasse NRW, Vodafone-Stiftung und NRW-Bank. Ziel ist die Schaffung einer respektvollen Umgangs-, Lehr- und Lernkultur in Schulen. Info: www.buddy-ev.de.

Für das Kinderrechte-Programm können sich Schulen ab sofort anmelden. Das Kollegium absolviert sieben Trainingstermine in 18 Monaten (jeweils 9-16 Uhr in Gruppen mit Kollegen aus anderen Schulen). Der Preis beträgt dabei 100 Euro pro Schule. Kontakt: Buddy e.V., Benzenbergstr. 2, 40219 Düsseldorf, 0211/303291-0.

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