HIV

Kindernothilfe dreht in Duisburg Graffiti-Film gegen AIDS

Auch die Schülerinnen Saria Jedamski und Inga Schütt setzen sich mit Sprühdosen und Farbrollen gegen Aids  ein.

Auch die Schülerinnen Saria Jedamski und Inga Schütt setzen sich mit Sprühdosen und Farbrollen gegen Aids ein.

Foto: Udo Milbret

Duisburg.   13 Jugendliche aus sieben Bundesländern haben in Duisburg an einem Stop-Motion-Film gearbeitet. Das Werk soll den Kampf gegen AIDS wieder in das Bewusstsein der Menschen rücken. Am Mittwoch wird das fertige Video im Internet auf YouTube zu sehen sein.

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In der Mitte des Bildes sitzt ein Kind. Es sieht kränklich aus und scheint dringend Hilfe zu benötigen, als auf einmal überall Pillen und Tabletten auftauchen. Beim näheren Hinsehen stellt es aber fest, dass an jedem der Medikamente ein Preisschild klebt und das Kind lässt die Schultern hängen.

Diese Szene stammt aus einem Stop-Motion-Film von Jugendlichen der Kindernothilfe, der mit der Hilfe des Berliner Künstlers Aleks van Sputto gedreht wurde. Diese Filme entstehen als eine Art digitales Daumenkino: Immer neue Bilder werden an die Steinwand in Meiderich gesprayt, fotografiert und schlussendlich aneinander gereiht.

Erinnerung an Millennium-Vertrag

13 junge Leute aus sieben Bundesländern sind in Duisburg zusammengekommen, um mit ihrem Projekt auf die Aids-Problematik in der Welt hinzuweisen. Blerta Shabani kommt zum Beispiel aus Eltville im hessischen Rheingau und meint: „Die Leute müssen sich einfach mal vorstellen, dass es Regionen gibt, in denen Kinder nicht mal einen Test machen können, ob sie HIV-positiv sind oder nicht. Da fehlt einfach das Geld.“ Frank Mischo von der Kindernothilfe stimmt ihr zu: „Die Bundesregierung hat sich im Millennium-Vertrag dazu verpflichtet, Aids zu bekämpfen. Da muss jetzt mehr getan werden.“

Die Immunschwäche Aids hat es in Tagen wie diesen im Nachrichten-Dschungel schwer: Ebola, die Ukraine und der Islamische Staat beanspruchen das Krisenbewusstsein der Menschen derzeit fast vollkommen. Dass dabei aber andere Missstände nicht unter den Tisch fallen, darum wollen die Jugendlichen sich persönlich kümmern.

Anstrengungen verdoppeln

Eine andere Szene aus dem Film: Aids-Medikamente liegen auf einem Baum. Unter dem Baum stehen Kinder und versuchen, die Pillen zu erreichen. Auch das klappt nicht. Für die Kindernothilfe ist der Kampf gegen Aids vor allem deshalb ein Problem, weil nach wie vor Kinder weniger Medikamente bekommen als Erwachsene. „Die Bundesregierung müsste ihren Einsatz verdoppeln und jährlich 400 Millionen Euro in die Bekämpfung des HI-Virus’ stecken“, meint Mischo.

Sein Kollege Lennart Wallrich sieht in der Aktion, die am Sonntag zu Ende ging, aber nicht nur einen Promotion-Effekt für den Kampf gegen Aids, sondern auch eine Möglichkeit, dass sich engagierte Jugendliche vernetzen. „Wir hoffen natürlich, dass die Kinder miteinander Kontakt halten, den Film an ihren Schulen vorstellen und so auch etwas gegen die Krankheit tun“, so Wallrich. Blerta Shabani will mit ihren neuen Freunden und auch mit der Kindernothilfe „auf jeden Fall“ in Kontakt bleiben.

Graffitikünstler Aleks van Sputto macht bereits seit 2008 Aktionen gemeinsam mit der Kindernothilfe. „Wir arbeiten gezielt mit Übertreibung und Symbolik, aber das ist wichtig, um auf dieses Thema wirklich aufmerksam zu machen“, meint er. Van Sputto betont, dass es allein die Ideen der Kinder gewesen seien, die er dann mit ihnen umsetzte. Das fertige Video erscheint am Mittwoch im Internet auf YouTube.

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