Karneval

Kinderkarneval im Norden: Acht Tonnen Kamelle für die Jecken

Der Karnevalszug vom Hamborner Altmarkt bis zur Weseler Straße in Marxloh am Sonntag, den 11.02.2018 in Duisburg.

Der Karnevalszug vom Hamborner Altmarkt bis zur Weseler Straße in Marxloh am Sonntag, den 11.02.2018 in Duisburg.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Rund 40 000 große und kleine Narren säumten am Sonntag die Straßen in Hamborn und Marxloh. Auch in Serm wurde gefeiert.

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Stiefel, Rock, Mantel und natürlich den pompösen Gardehut mit den Federn hat sie schon an. Einige Sternchen verzieren ihr kleines Gesicht. Sophie (5) von der 1. Ruhrorter Karnevalsgesellschaft Weiss-Grün steht bereit. „Bonbons werfen macht Spaß“, sagt sie stolz und schaut in ihren weißen Beutel, der fast so groß ist, wie sie selbst.

Mehr Kapellen dabei als sonst

24 Wagen, 16 Fußtruppen und 6 Kapellen sind beim 56. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug dabei. „Diesmal sind es sogar zwei Kapellen mehr als sonst. Sogar aus der Schweiz sind welche angereist“, sagt Zugleiter Karlheinz Müller. Rund um den Altmarkt bereiten sich die Karnevalisten vor. Auch Kinder und Betreuer des Petershof Marxloh laufen mit. Etwa 40 kleine Engel rennen aufgeregt durch die Gegend. „Es ist total spannend die Kinder mit ihren verschiedenen Nationalitäten an Karneval heranzuführen“, findet Pater Oliver.

Auch die Karneval-Fans heizen sich ein. Dutzende Menschen stehen zwischen Essens- und Getränkeständen auf dem Altmarkt. „Vom Zug selber bekommen wir nicht viel mit, dafür haben wir hier unseren Spaß“, sagt Michael Arndt lachend. „Später geht es in Kneipen“. Verkleidet ist der Gutgelaunte aber nicht. „Ich bin hässlich genug, eine Verkleidung brauche ich nicht“, scherzt er und schunkelt weiter zur lauten Musik.

Kinderprinzen dürfen nicht fehlen

Am Straßenrand stehen Zauberin Chayenne (10) und Musketier Shannon (10). Gespannt warten sie auf den Zug. „Verkleiden ist toll“, meint Shannon. Ihre Freundin ergänzt: „Und Süßigkeiten fangen macht Spaß.“ Zehn Minuten später als geplant, startet die Zugleitung mit ihrem Wagen um 14.21 Uhr. Mittlerweile haben sich auch die Regenwolken verzogen. Süßigkeiten fliegen durch die Luft, glückliches Kinderlachen ist zu hören. Einige rennen sogar dem Wagen hinterher, um noch weitere Schokoriegel abzusahnen. Gut gelaunte Fußtruppen folgen. Auch Sophie wirft etwas Kamelle in die Menge. Für jecke Stimmung sorgt das Musikteam-ACS auf ihrem kleinen Wagen. „Lasst euch feiern Leute“, grölen sie. Die weiteste Anreise hat die Blumenkönigin. Sie kommt aus Teneriffa und ist nach einem Jahr Pause wieder dabei.

Die Kinderprinzen-Crew darf natürlich nicht fehlen. Mit einem großen Grinsen in ihren Gesichtern stehen Kinderprinz Kevin II., Prinzessin Gina I. mit den Pagen Lara und Kiana auf ihrem großen Wagen. Stolz schauen sie in die Menge und rufen „Helau“ zu den tausenden Jecken. Mit Helm und einer Sicherheitsjacke steht Patrick (14) mit seinem Freund Kanil (15) am Straßenrand. „Unsere Kostüme haben wir schnell zusammengetrommelt“, sagt Patrick lachend. Weingummi, Chips und Schokolade haben sie am Ende in ihren Taschen.

Gute Laune und keine Probleme

Närrisch sein mit Groß und Klein“ heißt das Motto des größten Kinderkarnevalszug in Europa in Hamborn.

Zugleiter Karlheinz Müller zieht ein positives Fazit: „Wir hatten keine großen Störungen und sind zügig durchgekommen. Nur das Wetter war anfangs nicht so gut.“

Etwa 40 000 Jecken, so die Polizei, haben gut gelaunt gefeiert.

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