Ämter-Chaos

Kein Führerschein durch Verwechslung im Straßenverkehrsamt

Wegen einer Verwechslung im Straßenverkehrsamt muss ein Duisburger vorerst auf einen Führerschein verzichten.

Foto: Tanja Pickartz

Wegen einer Verwechslung im Straßenverkehrsamt muss ein Duisburger vorerst auf einen Führerschein verzichten. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Ein Duisburger (31) verliert sein Portemonnaie mit wichtigen Papieren, will einen neuen Führerschein beantragen – und erlebt eine böse Überraschung.

Das Portemonnaie mit wichtigen Papieren, EC- und Kredit-Karten zu verlieren, ist schon ärgerlich genug. Karten sperren lassen, einen neuen Personalausweis beantragen – all das kostet Zeit und Nerven. Christian Hofmann (31) hat diese Erfahrung neulich machen müssen. Alles halb so schlimm allerdings im Vergleich zu dem Problem, das der Duisburger bekommt, als er sich auch um einen neuen Führerschein kümmern will.

Mit seiner Frau Kristina sucht er das Straßenverkehrsamt auf – und hört dort, dass er darauf angeblich gar keinen Anspruch habe. Seine Fahrererlaubnis sei bereits seit 2010 entzogen. „Sie wurden doch unter Einfluss von Drogen erwischt“, will ihm eine Mitarbeiterin weiß machen. „Wir waren sprachlos“, sagt Kristina Hofmann.

Gleicher Nachname, anderer Vorname

Es habe dann vier Stunden gedauert, mit der zuständigen Sachbearbeiterin sprechen zu können. Sie habe noch einmal nachgeschaut und eine Überprüfung versprochen. Man werde sich melden.

Dies sei aber tagelang nicht geschehen. „Wir haben dann selbst nachgehakt“, so Kristina Hofmann. Drei Sachbearbeiter später sei endlich klar gewesen, dass es eine Verwechslung gegeben haben muss. „Wir werden nun alles bereinigen“, hieß es. Doch dies sei bislang nicht geschehen.

Evelyn Buchner, Leiterin des Straßenverkehrsamts, nimmt auf Anfrage dieser Redaktion Stellung. „Es handelt sich hier um einen absoluten Einzelfall. Ich habe mit langjährigen Mitarbeitern gesprochen, aber so etwas hat noch niemand erlebt.“ Nach derzeitigem Stand gibt es in den Akten der Behörde noch einen Herrn Hofmann mit dem exakt gleichen Geburtsdatum, dem offenbar der Führerschein wegen einer Fahrt unter Drogen entzogen wurde. Er hat einen anderen Vornamen. Trotzdem wurde das Delikt aus Versehen Christian Hofmann zugeordnet. Dies sei leider erst jetzt aufgefallen, so Buchner. „Dafür haben wir uns bereits entschuldigt.“

Bis zum neuen Führerschein dauert’s noch

Man müsse nun bei beiden Hofmann-Akten genau überprüfen, ob noch weitere Eintragungen falsch sind. Dazu seien Rückmeldungen verschiedener Behörden notwendig. Und deshalb könne es noch ein wenig dauern, bis Christian Hofmann wieder einen Führerschein besitzt. Buchner: „Wir werden schauen, ob wir ihm eine vorläufige Fahrerlaubnis ausstellen können.“

Seine Frau ist immer noch fassungslos. „Mein Mann ist nun sieben Jahre – unwissentlich – mit diesem Eintrag Auto gefahren“, so Kristina Hofmann. „Wir sind in diesen Jahren mehrfach mit dem Auto ins Ausland gefahren, mit unseren Kindern. Nicht auszudenken, wenn mal eine Kontrolle erfolgt wäre oder sogar ein Unfall, wo wir dann aufgrund dessen keinen Versicherungsschutz gehabt hätten.“

>>> Neue Mitarbeiter werden eingearbeitet

Das Straßenverkehrsamt ist in der jüngerer Vergangenheit immer wieder aufgrund langer Wartezeiten und personeller Engpässe negativ in die Schlagzeilen geraten.

Evelyn Buchner, Leiterin der Behörde, sagte, dass neue Mitarbeiter nun eingearbeitet werden. Fehler könnten weiter immer passieren. Der Fall Christian Hofmann sei aber einzigartig.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik