Gesundheit

Kartellamt macht Weg frei für Übernahme der Malteser

Nach der Zustimmung des Kartellamts steht der Übernahme des Malteser-Krankenhauses St. Anna in Duisburg durch Helios nichts mehr im Weg.

Nach der Zustimmung des Kartellamts steht der Übernahme des Malteser-Krankenhauses St. Anna in Duisburg durch Helios nichts mehr im Weg.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  Das Bundeskartellamt hat der Übernahme der Kliniken der Malteser Rhein-Ruhr durch Helios zugestimmt. Der Trägerwechsel soll sich bald vollziehen.

Das Bundeskartellamt hat wie erwartet die Übernahme der Malteser Rhein-Ruhr durch die Helios Kliniken GmbH freigegeben. Das teilte die Behörde am Montag mit.

Helios betreibt in Duisburg bereits drei Kliniken

Die Malteser und die Klinik-Tochter des Fresenius-Konzerns, die in Duisburg bereits das St. Johannes (Hamborn) und das Marien-Krankenhaus (Hochfeld) sowie die Rheinklinik (Beeckerwerth) betreibt, waren sich vor vier Wochen handelseinig geworden. Helios übernimmt das St. Anna (Huckingen) und das St. Johannes (Homberg) mit zusammen 608 Betten und 1.345 Mitarbeitenden. Außerdem geht das St. Josefhospital in Uerdingen an den Klinikkonzern, in Krefeld betreibt Helios bereits seit 2007 das einstige städtische Klinikum. Der Trägerwechsel könnte noch in diesem Jahr erfolgen.

Kartellamt: Patienten haben ausreichend Auswahl-Alternativen

„Die beiden Klinikbetreiber haben teilweise eine starke gemeinsame Marktposition. Durch die Fusion kommt es insbesondere im Raum Krefeld zu beträchtlichen Marktanteilsadditionen. Für die Patienten stehen ausreichend Auswahl-Alternativen zur Verfügung, und es kommt zu keiner wesentlichen Beschränkung des Wettbewerbs“, begründete Kartellamtspräsident Andreas Mundt die Entscheidung. Wettbewerbsbedenken, die von dritter Seite vorgetragen wurden, hätten sich nach den Ermittlungen nicht bestätigt.

Da es zwischen den Klinikbetreibern kaum Preiswettbewerb geben, gehe es bei der Fusionskontrolle in erster Linie darum, „den Wettbewerb um die Qualität der Versorgung der Patienten zu erhalten“, erläutert die Kartellbehörde: „Entscheidend dabei ist, dass den Patienten vor Ort hinreichende Auswahlalternativen zur Verfügung stehen.“

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Der Übernahme war eine lange Hängepartie vorausgegangen, nachdem die Malteser im vergangenen Herbst den Verkauf von sechs ihrer bundesweit acht Akutkliniken, darunter der Verbund Rhein-Ruhr, angekündigt hatten. Spätestens nachdem Helios Anfang Juni bereits das Bonner Malteser-Haus „Seliger Gerhard“ übernahmen, galt der Klinik-Konzern auch als heißester Kandidat für den Kauf der Duisburger Häuser.

Klinikkonzern: Regional vernetzte Cluster bilden

„Die Malteser Krankenhäuser in Duisburg und Krefeld-Uerdingen passen mit ihrem medizinischen Angebot hervorragend zu Helios und zu unserer Strategie der Bildung vernetzter regionaler Cluster“, sagte der Vorsitzende der Helios Health, Dr. Francesco De Meo, als im August die Einigung stand. „Zusammen mit unseren schon bestehenden Einrichtungen werden wir den Menschen in dieser Region künftig noch bessere, auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Versorgungsangebote machen können, bei denen ambulante und stationäre Behandlung eng Hand in Hand gehen“

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