Kabarett

Kai Magnus Sting hat ein Heimspiel im Stadttheater

Mit 40 gestaltet Kai Magnus Sting sein Programm lieber im Sitzen.

Foto: Jörg Schimmel

Mit 40 gestaltet Kai Magnus Sting sein Programm lieber im Sitzen. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Kai Magnus Sting begeistert sein Publikum im Stadttheater mit dem Programm „Sonst noch was?“ und Geschichten vom Thermomix und Käseplatten.

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Kai Magnus Sting muss sitzen. Der 40-Jährige hatte am Wochenende Heimspiel im Stadttheater vor fast ausverkauftem Haus. Da saß er nun auf der Bühne, ganz alleine, und freute sich über „einen seiner schönsten Abend in der ganzen Karriere.“ Im Theater zu spielen ist für ihn etwas Besonderes.

Als Jugendlicher hat er schon so manche Inszenierung hier gesehen. „Es passiert auch heute nix mehr. Kein Orchester, keine Tänzer, keine Lichtwechsel. Nur ich. Und ich lese vom Blatt.“ Lesen hat er übrigens nur ein paar Meter weiter am Landfermann gelernt. G 10 damals, Mathe und Latein waren Schuld. Kai Magnus Sting kommt ins Plaudern. Er erzählt von seiner ständigen Begleiterin, die ihn zum Yoga angemeldet hat. „Kennen Sie das, wenn Frauen eine Frage mit ,Wir’ anfangen? Ein Beispiel: Wir könnten doch mal wieder den Rasen mähen. Am Ende hab ich es dann gemacht.“ Gegen Yogaübungen hat er sich anfangs gewehrt: „Bei mir sieht die Lotusblüte aus wie ein Blumenkohl.“ Hat nichts gebracht. Die Anmeldung war schon unterschrieben. Dabei hat er es nicht so mit Sport: „Wenn ich eine Turnhalle schon rieche, krame ich direkt nach dem Attest.“ Einige im Saal können es ihm nachfühlen.

Küchenmaschine ohne Anleitung

Und dann die Sache mit dem Thermomix. Freunde, die am liebsten Marmeladen mit dem Gerät herstellen, und diese dann großzügig verschenken, hatten ihnen die Küchenmaschine empfohlen. Nun steht sie dort, allerdings ist die Bedienungsanleitung verschwunden. Normalerweise sollte die in einer Schublade liegen, so wie die vom Toaster oder vom Walkman. Er fragt sich: Was soll man von einem Gerät einer Firma halten, die eigentlich Staubsauger herstellt? Früher war sowieso alles besser, zumindest für den Mann. Da wurde nicht gemeinsam gekocht, sondern das Essen stand auf dem Tisch, wenn der Vater nach Hause kam. Sting: „Ich möchte in den Prozess des Kochens nicht einbezogen werden.“

Warum aus der Brühe eine Essenz wurde

Speisen und Sprache beschäftigen den Kabarettisten sehr. Zum Beispiel, wenn er mehr als zwei Käsesorten für die Käseplatte organisieren soll. Wenn Rinderkraftbrühen heute Essenz heißen. Oder es mit der Familie zum Geburtstagsessen geht und garantiert jeder etwas anderes bestellt als es die Karte vorsieht. Scholle mit Kartoffelpüree, aber statt der Scholle Dorsch und statt Pü lieber Kroketten. Und wie heißt nochmal der Plural von Kompott? Kompötte? Ach, Hauptsache es schmeckt.

„Sonst noch was?“ würde Stings Oma jetzt fragen. Eine weise Frau, die nie um einen Spruch verlegen war und ihm den Titel seines Programms bescherte. Nein, sonst nix. Das Publikum jedenfalls ist wunschlos glücklich. Stehende Ovationen.

Ab 15. Februar im Ebertbad in Oberhausen

Wer Kai Magnus Sting am Wochenende verpasst hat: Ab dem 15. Februar ist er in der Rolle des „Humboldt“ in der Fritten-Revue Pommes“ im Ebertbad in Oberhausen zu erleben.

Wer der Ruhrgebietssprache nicht ganz so mächtig ist, bekommt darin etwa eine „hömmasammawommanomma“-Lektion verpasst. Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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