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Kabelausbau: Schnelleres Internet für alle Duisburger kommt

2019 soll der Breitbandausbau in Duisburg beginnen. Dafür stehen 18 Millionen Euro bereit

2019 soll der Breitbandausbau in Duisburg beginnen. Dafür stehen 18 Millionen Euro bereit

Foto: Jan Woitas

Duisburg.  Ab 2019 soll für 18 Millionen Euro von Bund und Land das Breitbandnetz in Duisburg ausgebaut werden. „Weiße Löcher“ soll’s dann nicht mehr geben.

Ab Frühjahr 2019 beginnt in Duisburg der versprochene Breitband-Ausbau für schnelleres Internet, das überall in der Stadt Bürgern und Unternehmen mindestens 100 Megabit Datenleistung bringen soll. Rund 18 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Land stehen der Stadt dafür zur Verfügung. Nach der mehrmonatigen Ausschreibungs- und Verhandlungsphase hat der Vergabeausschuss am Donnerstag einem Netzbetreiber den Zuschlag erteilt. Nach Informationen dieser Redaktion soll es die Telekom sein.

„Das ist eine gute Nachricht. Der Breitbandausbau und damit schnelles Internet überall ist das A & O und die Basis für die weitere Digitalisierung“, erklärte am Freitag Personal- und Organisationsdezernent Martin Murrack, der auch für das Schwerpunktthema Digitalisierung bei der Stadt zuständig ist. „Bis die Kabel verlegt werden, wird es aber noch einen Moment dauern.“

Die Stadt muss jetzt mit der beschlossenen Auftragsvergabe an die Telekom das vertragliche Paket bei den beiden Fördergeldgebern Bund und Land zur abschließenden Genehmigung vorlegen. Dann können die Gelder abgerufen werden und die Telekom mit der Verlegung der Glasfaserkabel beginnen. Vertraglich festgelegt ist, dass der Ausbau binnen drei Jahren erledigt ist und der Provider mindestens sieben Jahre das Angebot aufrechterhält.

Damit ist zeitlich nicht zu halten, dass der Breitband-Ausbau wie zunächst angekündigt bis 2020 abgeschlossen wird. „Das war nicht zu schaffen“, so Murrack. Alle potenziellen Anbieter hätten die Frist auch wegen der aktuellen Auftragslage in der Bauwirtschaft für nicht realistisch gehalten und hätten kein Angebot unterbreitet. Bund und Land hätten danach einer Verlängerung der Förderzeit von zwei auf drei Jahren zugestimmt. „Es gibt Städte, die gar keine Angebote bekommen haben. Duisburg ist schon im Fokus der Netzbetreiber“, so Murrack.

Die Summe von 18 Millionen entspricht dem ermittelten Kostenvolumen der Provider, um die „weißen Flecken“ laut Förderrichtlinie mit einer Übertragungsgeschwindigkeit unterhalb von 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) mit schnellerem Internet zu versorgen, dessen Ausbau für die Netzbetreiber aber nicht wirtschaftlich ist.

Mindestleistung bei 80 Mbit/s

Dazu hatte die „Duisburg CityCom“ DCC, eine Tochter der Stadtholding DVV, im Vorfeld die Planungen des privatwirtschaftlichen Glasfaser-Ausbaus bis 2020 abgefragt. Mit dem Fördergeld sollen nun die „Wirtschaftlichkeitslücken“ geschlossen werden. Dann soll die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit stadtweit in allen Haushalten und Gewerbebetrieben mindestens bei 80 Mbit/s liegen, verspricht die Stadt. Auch alle 160 Schulen in Duisburg werden dann über leistungsfähige Datenanbindungen verfügen.

Mit dem in diesem Jahr beschlossenen „Masterplan Digitalisierung“ will Duisburg zur modernen „Smart City“ werden. Sechs Handlungsfelder von E-Goverment bis smarte Mobilität wurden dazu vereinbart. In den vergangenen Wochen hatte es sieben Workshops gegeben, deren Ergebnisse Anfang 2019 vorgestellt werden. Eine Idee daraus: Die Müllfahrzeuge sollen mit Sensortechnik bei ihren Fahrten Schlaglöcherlöcher erkennen und Straßenzustandsberichte liefern. In den Bürgerservicestationen Mitte und Homberg sollen im kommenden Jahr dann auch Online-Terminvergaben getestet werden.

Vodafone plant superschnelles Glasfasernetz für Firmen

Der Netzbetreiber Vodafone plant seinerseits unabhängig vom geförderten Breitbandausbau ein schnelles Glasfasernetz in vier Duisburger Gewerbegebieten, u.a in Kaßlerfeld, Hochfeld und Neuenkamp. Insgesamt sollen davon rund 570 Unternehmen profitieren können und mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde an das Internet angeschlossen werden. Bei dem geplanten Ausbau soll jedes Gebäude mit einer Glasfaserleitung an die Verteilerstationen angeschlossen werden. „Damit der mehrere Millionen Euro teure Ausbau wirtschaftlich vertretbar ist, müssen mindestens 30 Prozent der erreichbaren Unternehmen einen Glasfaser-Anschluss wählen“, so Pressesprecher Thorsten Höpken. Die Vorvermarktung hat schon begonnen.

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