Turmfalken

Junge Turmfalken entdecken Welt um Duisburger Salvatorkirche

Der Jungvogel hüpft momentan mehr als das er fliegt. Im Jahr 2012 hat der Küster der Duisburger Salvatorkirche einen Brutkasten angebracht.

Der Jungvogel hüpft momentan mehr als das er fliegt. Im Jahr 2012 hat der Küster der Duisburger Salvatorkirche einen Brutkasten angebracht.

Foto: Foto: Holger Kanaß / RR

Duisburg-Altstadt.  Die Turmfalken haben auch in diesem Jahr wieder in der Duisburger Salvatorkirche gebrütet - und ließen sich auch von Bauarbeiten nicht stören.

Im Turm der Salvatorkirche in Duisburg gibt es wieder Nachwuchs. Das Turmfalken-Paar, das regelmäßig in rund 60 Metern Höhe brütet, hat sich von den Bauarbeiten der vergangenen Monate nicht abschrecken lassen; die Handwerker haben aber auch extra Rücksicht auf die gefiederten Untermieter genommen. Nun macht der Nachwuchs erste Flugversuche – und ist beim Küster-Ehepaar Claudia und Holger Kanaß im Garten zu Besuch. Na gut, eigentlich hüpft der putzige Greifvogel eher. Familie Kanaß kümmert sich rührend und behält im Blick, ob der Kleine auch von den Alten versorgt wird.

Küster hat den Brutkasten 2012 in der Duisburger Kirche angebracht

„Am Montag haben wir ihn zum ersten Mal entdeckt“, berichtet Claudia Kanaß ganz verzückt. Seit 2012 gibt es wieder einen Brutkasten im Turm, er wurde von Holger Kanaß selbst gezimmert. „Ich habe ja auch die Krippe für die Kirche gebaut, da war so ein Kasten kein Problem.“ Der Kasten hat keine Klappe und ist nur von vorne zugängig – so kann niemand die Eier aus dem Nest entfernen. Weil sich der tierliebe Duisburger nicht sicher war, ob die Eltern das Jungtier am Fuße des Gotteshauses auch versorgen, hat er es dieser Tage in einem ausrangierten Einkaufskorb wieder die 134 Stufen in die Turmspitze hinauf getragen.

„Wenn man den Eindruck hat, dass der Nachwuchs vom Wind hinuntergeweht wurde und noch nicht richtig fliegen kann, dann ist das genau richtig“, erklärt Jürgen Hinke, Vorsitzender des Naturschutzbundes in Duisburg. Einen Überblick, an wie vielen Gotteshäusern sich der Vogel des Jahres 2007 niedergelassen hat, hat der Nabu nicht. So ein Turmfalke sei allerdings keine Seltenheit.

Turmfalken sind neben Mäusebussarden die häufigsten Greifvögel

Neben dem Mäusebussard seien sie die häufigsten Greifvögel, die hier vorkommen. „Eigentlich brauchen sie keinen Brutkasten, sondern sind auch mit einem geschützten Plätzchen an einer Wand zufrieden.“ Und an den Menschen hätten sich die Tiere ohnehin gewöhnt. „Sie brüten ja immer recht hoch, so dass sie wenig Kontakt haben.“

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Kann ja keiner ahnen, dass ausgerechnet mal ein Kirchturm saniert wird. Aber die Vögel sind standorttreu und kommen in der Regel wieder, wenn es mit der Familiengründung einmal geklappt hat.

„Wir freuen uns immer, wenn wir Besuch haben, das ist ja auch ein Stück Natur“, sagt Claudia Kanaß und hält Ausschau. Gerade kreiselt einer der Altvögel um den Turm und ruft. Die helle Stimme ist auch im Garten der Familie gut zu hören. „Hoffentlich kümmern sie sich gut um den Nachwuchs.“

Turmfalken sind keine Seltenheit in Duisburg

Wie viele Turmfalken an Duisburger Kirchen brüten, darüber führt der Naturschutzbund in Duisburg keine Statistik. In der Vergangenheit wurde etwa in Wanheim ein Brutpaar mit Jungvögeln gesichtet. Auch in Rahm nisteten bereits Turmfalken.

An der Katholischen St.-Johannes-Kirche in Homberg wurden sogar einmal Bauarbeiten verschoben, weil diese in die Brutzeit der Turmfalken fielen. Erst als der Nachwuchs geschlüpft und groß genug war, legten die Bauarbeiter los.

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