Integration

Jugendliche aus 16 Ländern erforschen fotografisch den Rhein

Die jungen Teilnehmer des Fotoprojekts „In Duisburg den Rhein entlang“ haben die Stadt ganz neu für sich entdeckt.

Die jungen Teilnehmer des Fotoprojekts „In Duisburg den Rhein entlang“ haben die Stadt ganz neu für sich entdeckt.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wanheim.  Beim Fotoprojekt „In Duisburg den Rhein entlang“ haben Jugendliche den Rhein erkundet. Dabei haben sie vieles in Duisburg zum ersten Mal gesehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Rhein zieht sich über eine Wand im Jugendzentrum Angertalerstraße, gesäumt von zahlreichen Fotos, die seine Umgebung zeigen. Entstanden sind sie im Rahmen des Fotoprojekts „In Duisburg den Rhein entlang, zwischen Kultur und Natur“. 18 Kinder und Jugendliche aus 16 Nationen haben daran teilgenommen. Ihre Entdeckungen teilen sie nun mit den Besuchern des Jugendzentrums. Darunter: Bekanntes wie der Innenhafen – und Unbekanntes wie ein Tier, das wahrscheinlich auch viele erwachsene Duisburger nicht im Rhein vermutet hätten.

Das Projekt von Kulturrucksack und Kinderkulturstadtplan startete im Mai. „Wir hatten drei Hauptziele, die wir umsetzen wollten“, erklärt Layla Acar, die Leiterin des Jugendzentrums. „Die Kinder sollten die Kultur ihrer Stadt kennenlernen, entdecken, welche Natur der Rhein zu bieten hat, und lernen, wie man fotografiert.“ 18 Kinder und Jugendliche aus 16 Nationen haben an dem Projekt teilgenommen. Für Acar etwas Besonderes, da so die verschiedensten Blickwinkel zusammengekommen sind: „Jeder nimmt Duisburg für sich anders wahr; einige müssen die Stadt erst noch kennenlernen.“

An jedem Wochenende einen anderen Rheinabschnitt entdeckt

Das haben sie mit Hilfe der Kamera getan. Jeden Monat zog die Truppe an einem Wochenende los und entdeckte einen neuen Rheinabschnitt. „Man sucht sich die Orte aus, an denen man bleibt, und nimmt sie anders wahr, wenn man durch die Kamera schaut“, findet Layla Acar, die selber gerne fotografiert. Bei ihren Spaziergängen am Rhein entlang lernten die Kinder die Kultur im Innenhafen kenne, die Natur am Rheinstrand und natürlich den Umgang mit der Kamera.

Als professionelle Unterstützung stand den Jugendlichen dafür Fotograf Roland Meetz zur Seite. „Ich habe eigentlich nicht viel erklärt, sondern ihnen direkt die Kamera in die Hand gegeben. Wer eine Frage hatte, ist dann zu mir gekommen.“ Insgesamt waren sieben Kameras im Einsatz, aber natürlich machten die jungen Teilnehmer auch mal von der Handykamera Gebrauch. „Es ist wirklich spannend, man bekommt einen tollen Einblick, wie die Kinder Duisburg wahrnehmen“, sagt der Profi. Fotos machten sie fleißig, am Ende waren es über 1.000 Bilder.

Sajad (10): „In Homberg war ich vorher noch nie“

Den letzten Ausflug gab es im September. Im Oktober stand dann das Aussortieren an. Zwei Drittel der Bilder haben die Jugendlichen aussortiert, übrig bleiben 360 Fotos, von denen immer noch nicht alle an die Wand im Jugendzentrum passen. Die hat Street-Art-Künstler Robin Meyer zusammen mit den Teilnehmern gestaltet. Passend zum Projekt bildet sie natürlich den Rheinverlauf ab. „Ich habe mir einfach die Karte von Duisburg genommen und gedreht, damit der Fluss auf die Wand passt“, erklärt der Sprayer. Fast sieben Meter lang fließt das blaue Wasser jetzt um eine Ecke im Flur des Jugendzentrums, inklusive Grünflächen und kleiner Details. „Die Kinder haben das aufgespürt, was sie gesehen und erlebt haben.“ So ziert ein Rheinkrebs die Wand, der beim Füßebaden im Rhein entdeckt wurde. „Wir konnten mit den Füßen ins Wasser und haben dabei diese Krebse entdeckt, die kannte ich gar nicht“, erzählt Sajad (10).

Überhaupt hat er viel Neues für sich entdeckt. „Der Innenhafen war wirklich schön, auch in Homberg war ich vorher noch nie.“ Auch sein Freund Amir (12) ist begeistert von dem Projekt: „Es hat so viel Spaß gemacht. Und es war etwas Besonderes, die Kamera selbst in die Hand zu bekommen.“ Jetzt stehen die Teilnehmer zufrieden im Jugendzentrum und betrachten ihre Wand. Wissal (13) bringt das Fotoprojekt und seine Umsetzung für alle auf den Punkt: „Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich dazu groß sagen soll, man sieht ja alles auf den Bildern.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben