Katholische Kirche

Jugendbischof Oster arbeitet am Josefstag in der Werkkiste

Baum für Baum: Ricardo zeigt Stefan Oster das Modell der Stadt Duisburg im Maßstab 1:500.

Foto: Jörg Schimmel

Baum für Baum: Ricardo zeigt Stefan Oster das Modell der Stadt Duisburg im Maßstab 1:500. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   Jugendbischof Stefan Oster und weitere Vertreter aus Katholischer Kirche und Politik besuchen am Josefstag die Werkkiste in Bruckhausen.

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Mit einer kleinen Säge kürzt Stefan Oster den Holzstab, der später der Stamm eines Baumes im dreidimensionalen Modell der Stadt Duisburg werden soll. Der Jugendbischof der Katholischen Kirche in Deutschland steckt ein Kügelchen als Baumkrone darauf, bohrt ein Loch in die Holzplatte und stellt seinen Beitrag zur Stadt im Maßstab 1:500 hinein.

Oster ist neben Oberbürgermeister Sören Link, Klaus Pfeffer (Generalvikar des Bistums Essen) und weiteren Vertretern aus Katholischer Kirche und Politik in die Duisburger Werkkiste gekommen, um sich am 11. Josefstag über die Jugendsozialarbeit zu informieren. In der katholischen Jugendberufshilfe in Bruckhausen findet die zentrale Veranstaltung des bundesweiten Aktionstags statt. Er steht unter dem Motto „Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“.

Jacqueline und Dennis haben dem geistlichen Gast die Sache mit dem Baum erklärt. „Er hat uns aufmerksam zugehört“, sagt der 23-Jährige, der sich seit einem halben Jahr in der Werkkiste an das Arbeitsleben gewöhnt. „Wir lernen hier morgens pünktlich zu sein und schicken auch Bewerbungen raus.“ Das Mitarbeiten am Modell der Stadt mache Spaß, ergänzt Jacqueline. „Die Werkkiste motiviert mich mehr als die Schule.“

Die Beiden tauschen mit dem Bischof von Passau noch ihre Namen aus, um sich auch auf Facebook anzufreunden. Dann schaut Oster in der Fahrrad-Werkstatt vorbei und spricht mit den Jugendlichen aus der Werkkiste, die im Mai für ein Handwerksprojekt nach Rumänien fahren. „Was hier in Duisburg passiert, beeindruckt mich sehr“, sagt der 51-Jährige, der an und in der Liebfrauenkirche auch andere Projekte der Jugendsozialarbeit im Ruhrgebiet kennen lernt.

Migration als zentrales Thema

„Wir wollen als Gemeinschaft Perspektiven aufbauen“, sagt Norbert Geier. Der Geschäftsführer der Werkkiste betont, dass Migration seit 30 Jahren ein zentrales Thema in der Einrichtung sei. „Wir wollen mit allen zusammenarbeiten – egal, wo sie oder er herkommt.“

Oberbürgermeister Link lobt das Engagement der Werkkiste, die jungen Menschen beim Einstieg in die Gesellschaft helfe. „Wir geben gemeinsam den Kampf um den einzelnen Jugendlichen nicht auf“, verdeutlicht Link.

Ricardo spürt diese Unterstützung in Bruckhausen. Der 19-Jährige brach die Schule ab und machte danach erst einmal gar nichts. Doch seit einigen Monaten regelt er wieder seinen Tagesablauf durch die Arbeit in der Werkkiste. „Es ist wichtig, nicht faul herumzusitzen. Und mit Holz wollte ich sowieso schon immer etwas machen“, erzählt der Marxloher. Wenn sich nicht gerade der Jugendbischof als Modellbauer versucht, stellt Ricardo die Miniatur-Bäume auf.

>>JOSEFSTAG IN DER KATHOLISCHEN KIRCHE

  • Rund um den Josefstag am 19. März macht die Katholische Kirche auf das Engagement in Einrichtungen der Jugendsozialarbeit in katholischer Trägerschaft aufmerksam
  • Der Aktionstag steht in der diesjährigen elften Ausgabe unter dem Motto „Eine/r von uns – Gemeinsam für ein buntes Land“. Lisi Maier, die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, sagt dazu: „Wir wollen damit im Wahlkampfjahr Position ergreifen gegen undemokratische und menschenfeindliche Kräfte.“

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