Tour-Stopp

Johann König begeistert in Duisburg vor ausverkauftem Haus

Mit seinem „druckknopfgesteuerten Abspielgerät“ servierte der beliebte Komiker und Geschichtenerzähler Johann König auch im Duisburger Theater am Marientor die akustischen Einspieler.

Mit seinem „druckknopfgesteuerten Abspielgerät“ servierte der beliebte Komiker und Geschichtenerzähler Johann König auch im Duisburger Theater am Marientor die akustischen Einspieler.

Foto: Daniel Elke

Duisburg.   Johann König setzt bei seinem Auftritt vor 1500 Besuchern im Theater am Marientor auf seine vertraute Mischung aus Nuscheln und Nörgeln.

Er plaudert und plappert, jammert und schimpft, nuschelt und nörgelt. Doch wer glaubt, Johann König erzählt auf der Bühne einfach immer nur das wirre Zeug, das ihm gerade in den Sinn kommt, der irrt gewaltig. Stattdessen spinnt der Komiker bei jedem Auftritt aus unzähligen Erzählfäden und scheinbar zusammenhanglosen Anekdoten ein Pointennetz, in dem sich sein Publikum bereitwillig verfangen will. Auch die 1500 Besucher im ausverkauften Theater am Marientor huldigten am Freitagabend dem Spider-Man der deutschen Comedyszene.

Sechs Wochen am Stück daheim

Die ersten Lacher erntet der aus Soest stammende und nun in Köln lebende König bereits, da steht er noch gar nicht auf der Bühne. Denn über die Hallen-Lautsprecher kündigt er sich selbst an als: „Inbegriff der Ekstase“. Wer den wimmernden Grundton dieser so depressiv daherkommenden Stimmungskanone kennt, der weiß, wie schräg schon diese Anmoderation ist.

Und es bleibt skurril: Nach den vor Ironie triefenden Lobhudeleien auf die Gastgeberstadt mit ihrer „puffrot-bestuhlten Spielstätte“ kommt König gleich auf sein Familienleben zu sprechen. Zur Sippe gehört neben Frau und inzwischen drei Kindern auch die Katze Hektopascal. Und sie alle wundern sich, als der Herr im Hause sich mal eine Tournee-Auszeit gönnt und plötzlich sechs Wochen am Stück jeden Tag zu Hause herumhängt. „Man lernt sich da nochmal ganz neu kennen“, sagt König. Und im Zuschauerraum sieht man so manchen wissend und zustimmend nicken. Als er seine Gattin dann beim mühevollen Einräumen der Spülmaschine beobachtete, konstatierte König nur: „Schatz – das geht doch auch besser!“ Und es ist das richtige Timing, das diesen Satz so bitterböse-lustig macht. Die Kunst, die passenden Pausen zwischen Worten und Silben zu setzen, beherrscht König bei aller vorgetäuschten Schnoddrigkeit in Perfektion.

Wie bei den Touren zuvor gibt’s auch diesmal wieder Auszüge aus den beiden Kinderhörspiel-Reihen „TKKG“ und „Bibi Blocksberg“ zu hören. Kaum zu glauben, was unsere Jüngsten da teilweise auf die Ohren bekommen. . .

Containerschiff als Geldanlage

Wer in Zeiten der Null-Zins-Politik im europäischen Bankenwesen derzeit nach einer gescheiten Geldanlage sucht, dem empfiehlt der Mann im stahlblauen Hemd das Investment in ein Containerschiff, das Südfrüchte transportiert. Auch wenn diese Anlage nicht gänzlich risikofrei ist: „Wenn der Bananenpreis sinkt“, so König, „und das Schiff auch – das ist schlecht.“ Immerhin lässt er seine Zuhörerschaft noch wissen, dass im Kampf gegen Piraten auch Äpfel eine wirksame Waffe sein können.

Natürlich bekommt auch Angela Merkel ihr Fett weg, die von König nur mit „er“ und „Bundeskanzler“ angesprochen wird. Absoluter Höhepunkt ist aber die Geschichte vom Familienausflug in den Zoo. Der dort anzutreffende Luftballonmann und die renitente Fotofrau haben das Zeug zum Kultstatus. Als Zugabe gibt’s noch einen schmachtvollen Chanson. Dann verlässt ein begnadeter „Spinner“ sein Netz.

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