Ausstellung

Jannis Kounellis baute seine Kunst auf Kohle und Stahl

Kohle und Stahl sind die Materialien, aus denen Jannis Kounellis kraftvolle Kunstwerke machte.

Foto: Tanja Pickartz

Kohle und Stahl sind die Materialien, aus denen Jannis Kounellis kraftvolle Kunstwerke machte.

Duisburg.  Das Museum Küppersmühle öffnet nach vier Monaten seinen Wechselausstellungsbereich wieder mit einer „Hommage an Jannis Kounellis“.

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Eigentlich wollte Jannis Kounellis seine Ausstellung in der städteübergreifenden Ruhrkunst-Museen-Reihe „Kunst & Kohle“ im Museum Küppersmühle selbst einrichten und dazu mindestens drei Wochen am Philosophenweg 55 einziehen. Denn stets inszenierte er seine Kunst selbst. Dazu ist es nicht gekommen. Im Februar 2017 ist der 1936 in Piräus geborene Künstler, der von 1993 bis 2001 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf war, im Alter von 80 Jahren in Rom gestorben.

Was die Kuratoren Ferdinand Ullrich, der als damaliger Direktor der Kunsthalle Recklinghausen 1993 Kounellis zur ersten Einzelausstellung in der Region eingeladen hatte, und MKM-Direktor Walter Smerling vor die Frage stellte: Was tun? Im Gespräch mit Anselm Kiefer sei die Idee entstanden, eine Hommage an Kounellis einzurichten, so Smerling – mit Werken von sechs Künstlern, die sich mit Kounellis beschäftigt haben, dazu Arbeiten, die Kounellis bereits autorisiert hatte.

Kohle und Stahl, Stein und Stoff

Kohle und Stahl, Stein und Stoff waren die „armen“, rohen Materialien, aus denen der Biennale- und Documenta-Teilnehmer seine kraftvollen, assoziationsreichen Werke schuf. „Eisen und Kohle stellen für mich die Materialien dar, die am besten die Welt der industriellen Revolution und damit die Ursprünge der heutigen Kultur widerspiegeln“, sagte er 1989.

Er stellt meterlange Moniereisen wie Blumen in eine „Vase“ aus Stahl, er schnürt Jute und grobe Wolldecken mit Stahlseilen zu Bündeln und hängt sie mit Haken auf die stählerne „Leinwand“, er baut Stahlregale, auf denen er Kohlesäcke und einen Geigenkasten stapelt, aber auch Holzstämme und Stacheldraht arrangiert. Zwar haben seine Arbeiten keine Titel, aber das eingeklammerte „Große Lazarett“ erinnert eben an ein Krankenzimmer für Kriegsverletzte. Hier liegen auf den Feldbetten allerdings Stahlkörper mit „Stichverletzungen“, eingehüllt in Wolldecken.

Performance mit zwei Stahlarbeitern

Anselm Kiefers „Klingsors Garten“, bei der aus einem Kohlebeet stählerne Sonnenblumen sprießen und eine Tafel einen sich entfernenden Mann zeigt, darf als Abschiedswerk gedeutet werden.

Der Franzose Bernar Venet, Duisburgern bestens bekannt durch seine Bögen aus Cortenstahl vor dem Stadttheater, hatte für die Ausstellungseröffnung eine Performance mit zwei Stahlarbeitern vorbereitet. Timm Ulrichs hat zwei brennbare Kohleöfen gebaut, die er am letzten Ausstellungstag, dem 28. Oktober, entzünden und abbrennen lassen wird. Seine Kohle-Zeichnungen hat er nicht mit dem Stift, sondern mit dem Kohlesack auf dem Rücken gemacht. Und die Installation von Ayse Erkmens Rauminstallation aus Leuchtstoffröhren, Heizstrahlern und Kohle verbindet Prometheus mit der Wärme und dem Licht, das die Kohle spendet.

>> ÖFFNUNGSZEITEN IM MKM

Das Museum Küppersmühle hat geöffnet mittwochs von 14 bis 18, donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt in die Wechselausstellung kostet 6 Euro; die Dauerausstellung ist wegen des Erweiterungsbaus noch geschlossen.


Sonntags gibt es um 15 Uhr Führungen. Info: www.museum-kueppersmuehle.de

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