Wirtschaft

Jack Hull (16) ist der jüngste Chef Duisburgs

Jack Hull ist IT-Experte und einer der jüngsten Geschäftsführer Deutschlands.

Jack Hull ist IT-Experte und einer der jüngsten Geschäftsführer Deutschlands.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Jack Hull gründete als 14-Jähriger seine eigene Firma. Zwei Jahre später hat er Angestellte und verdient Geld. Gericht musste Gründung erlauben.

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Jack Hull gehört zu den jüngsten Firmeninhabern Deutschlands. Er ist Chef von „Voxelboxstudios“, entwickelt Software und Online-Shop-Lösungen. Zu seinen Kunden gehört etwa das Unternehmen ECE, das große Einkaufszentren betreibt. Inzwischen beschäftigt der 16-Jährige sogar eigene Mitarbeiter. Der Älteste ist 21 und nimmt offizielle Termine wahr.

„Das Alter spielt eigentlich keine Rolle. Unsere Kunden kommen wieder und wir werden auch gerne weiter empfohlen“, sagt der Gymnasiast. Meist arbeitet er nach der Schule noch einige Stunden an seinem Rechner im Kinderzimmer. Für die Freistunden im Mannesmann-Gymnasium nimmt er einen Laptop mit. Seine Eltern und die Schule unterstützen ihn. Dabei hängt Jack Hull seinen Job bei den Mitschülern gar nicht so gerne an die große Glocke. „Ich habe Freunde“, betont er lachend.

Schon früh selbst das Programmieren beigebracht

Schon als kleiner Junge schraubte er gerne an Computern, die sein Vater, ein Grafikdesigner, zu Hause herumstehen hatte. Wenige Jahre später brachte er sich selbst das Programmieren bei und als 14-Jähriger gründete er eine eigene Firma. Dafür musste er sogar vor Gericht, um zu beweisen, dass er als Teenager schon geschäftsfähig ist.

„Der Richter hat mich zum Beispiel über Buchhaltung abgefragt“, erinnert sich der Elftklässler. Als Startkapital investierte er regelmäßig sein monatliches Taschengeld, immerhin 40 Euro. Außerdem die Geldgeschenke der Verwandtschaft, die es zu Weihnachten und zum Geburtstag gab.

Auf den Business-Engel verzichtet

Zwischendurch wurde sogar die Wirtschaftsförderung auf den jungen Wanheimerorter aufmerksam und bot an, ihm einen Business-Engel an die Seite zu stellen. „Aber ich wollte es erst alleine mit meinen Kollegen versuchen und nicht sofort Anteile an der Firma abgeben.“ Es hat funktioniert. Mittlerweile verdient er mit „Voxelbox“ und einer neu gegründeten Agentur, die Internetseiten für Mittelständler aus dem Ruhrgebiet anbietet, Geld.

Aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine offene Handelsgesellschaft geworden. „Die GbR ist die kleine Form, wenn man erst einmal testen will, wie es läuft. OHG ist schon größer“, erklärt Jack Hull. Um die Rechtsform ändern zu können, musste er wieder vor Gericht ziehen. „Doch der Richter kannte mich schon, diesmal ging es schneller.“ Nur das Eintragen dauerte dann zehn Monate.

Die Noten in der Schule sind ganz gut

Die Schule läuft bei Jack Hull eher nebenbei, „aber die Noten sind ganz gut“. Derzeit beschäftigt ihn, ob er nach dem Abitur wirklich studieren oder sich lieber direkt auf die Firma konzentrieren soll. Demnächst beziehen er und seine Mitarbeiter erst einmal ein Büro im Tectrum. „Sonst arbeiten wir immer alle zu Hause, aber es ist gut, wenn wir uns manchmal auch sehen.“ Beim Thema Digitalisierung sieht er gerade bei Mittelständlern noch viel Potenzial.

Jack Hull fiebert seinem 18. Geburtstag im kommenden Jahr entgegen. Dann hat er nicht nur seinen Führerschein, sondern auch in der Geschäftswelt wird vieles einfacher.

Dicht dran an neuesten Entwicklungen

„Weil wir ein junges Team sind, sind wir dicht dran an den neuesten technischen Entwicklungen“, nennt Jack Hull einige Vorteile. Aktuell schreibt er ein Programm für die Aufzuganlage eines Einkaufszentrum-Betreibers.

Nähere Informationen zur Firma gibt’s im Netz auf der Seite www.vbs.ruhr.

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