Ausländerrecht

Issa (3) war zwei Jahre von Eltern getrennt - endlich Visum

Zwei Jahre haben die Eltern von Issa auf dieses Visum gewartet. Jetzt steht der Familienzusammenführung nichts mehr im Wege. Noch diese Woche soll der Dreijährige mit seinem Vater heimkommen

Zwei Jahre haben die Eltern von Issa auf dieses Visum gewartet. Jetzt steht der Familienzusammenführung nichts mehr im Wege. Noch diese Woche soll der Dreijährige mit seinem Vater heimkommen

Duisburg/Essen.  Zwei Jahre lebte Issa ohne seine Eltern in Beirut. Nach langem Gezerre hat er endlich ein Visum und fliegt noch diese Woche heim ins Ruhrgebiet.

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Auf seiner Facebook-Seite hat das Bild mit der dicken Mauer in den Farben der Deutschland-Flagge endlich eine Tür. Sie steht weit offen: Louay El Merhi kann seinen inzwischen dreijährigen Sohn Mohammed Issa mit nach Hause nehmen. Stolz hält El Merhi das Visum seines Sohnes in die Handykamera. Ausgestellt am 14. Januar in Beirut von der Deutschen Botschaft. Als Grund für das Visum steht unter Anmerkungen „Familienzusammenführung“ Damit ist die Ausreise sicher. Noch diese Woche fliegen die beiden nach Deutschland.

Issa war zuletzt im Dezember 2016 hier, da lebte die Familie noch in Duisburg, inzwischen ist der Lebensmittelpunkt Essen. Mit seiner Mutter war der damals Einjährige zu einer Beerdigung in den Libanon gereist, durfte aber nicht wieder einreisen. Der Kleine hatte nur eine vorläufige Aufenthaltsbescheinigung, mit der er nicht wieder einreisen durfte, das Duldungspapier der Mutter erlaubte die Rückreise. Aus der vermeintlichen Formalie, die die Mutter in Deutschland regeln wollte, wurde ein zweijähriges Hoffen und Bangen. Hinter den Kulissen wurde gekämpft, der Petitionsausschuss des Landes NRW mischte sich ein und half der Familie nach Kräften.

Issa drohte in Beirut sogar die Unterbringung in einem Heim

Der kleine Issa lebte seit der Trennung bei einer Tante der Familie, die schwer krank ist. Zeitweilig drohte eine Unterbringung im Heim. Über 107.000 Menschen unterzeichneten eine Petition, um Druck auf die Behörden zu machen. Viele Bedingungen musste die Familie erfüllen, um der Wiedereinreise des Sohnes ein Stückchen näher zu kommen - dazu gehörte etwa eine standesamtliche Trauung sowie die Berufstätigkeit beider Eltern.

Auf die Frage an Louay El Merhi, wie es ihm so kurz vor dem Ziel geht, schickt er dicke rote Herzen als Antwort. Auch die großen Schwestern von Issa freuen sich und basteln für die Willkommensfeier. Bald ist die Familie wieder vereint.

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