Smart City

Intelligente Laternen analysieren sogar Umgebungslärm

An der Düsseldorfer Landstraße in Buchholz haben die Stadtwerke Duisburg AG bereits LED-Technik verbaut, sie ist der erste Schritt hin zur intelligenten Laterne.

An der Düsseldorfer Landstraße in Buchholz haben die Stadtwerke Duisburg AG bereits LED-Technik verbaut, sie ist der erste Schritt hin zur intelligenten Laterne.

Foto: Daniel Tomczak / DVV

Duisburg.  Intelligente Laternen sollen in Duisburg für mehr Sicherheit sorgen. Ein Pilotprojekt im Rahmen des Masterplans Smart City testet die Chancen.

Bewegungsmelder, die nachts im Flur das Licht anmachen, wenn man schlaftrunken ins Bad geht, gibt es schon lange. Aber wie erhellt man auf den Punkt ganze Plätze, komplette Stadtviertel mit smarter Beleuchtung? Und noch schwieriger: Wie reduziert man die Lichtverschmutzung der Stadt?

Die Duisburger Verkehrs- und Versorgungsbetriebe DVV beteiligen sich unter anderem mit einem Projekt zur intelligenten Straßenbeleuchtung an der Smart City. Um Energie zu sparen, sollen Straßen oder Plätze mit einer Minimal-Beleuchtung ausgestattet werden, die nur hochfährt, wenn Fahrzeuge oder Passanten den Bereich kreuzen.

46.000 Lichtpunkte auf 1200 Kilometern Straße

Praktischer Nebeneffekt der Vernetzung, die diese Steuerung möglich macht: Auch Störungen werden schnell entdeckt, lokalisiert und können entsprechend schneller behoben werden. Nach Angaben der DVV-Tochter Stadtwerke gehören 46.000 Lichtpunkte auf 1200 Kilometern Straße zum Anlagennetz, die nach und nach auf LED-Technik umgerüstet werden. Bis Ende 2019 sollen 30 Prozent geschafft sein.

Um die Sicherheit in Duisburg zu erhöhen, wird außerdem eine erste Testanlage an der Friedrich-Wilhelm-Straße am Kantpark installiert. Sie soll einen akustischen Sensor bekommen, der durch intelligente Software bestimmte Lärmquellen vom restlichen Lärm unterscheiden können soll. Das System soll automatisch das Ordnungsamt informieren, um etwa gegen Ruhestörung vorgehen zu können. Parallel würde das Licht automatisch heller leuchten - und das ganze Projekt soll die Polizei kriminalstatistisch auswerten. Ein ebenfalls angedachter weiterer Ausbau der Kameraüberwachung sei von der Polizei abgelehnt worden, weil es zusätzlich zu den bestehenden Einsatzorten wie am Pollmann-Eck „aktuell keinen Bedarf“ gibt, wie es in der Ratsvorlage heißt.

Um Kosten zu sparen, sollen künftige Neubaugebiete wie am Calais-Platz, an der Regattabahn Duisburg-Wedau, am August-Bebel-Platz und am Markt in Hamborn und andernorts schon soweit vorbereitet werden, dass smarte Technik leicht nachzurüsten ist.

Schnelles Internet mit Lichtwellenleiterkabeln

Für die DVV und die Tochtergesellschaften ist das erklärte Ziel, „digitaler Infrastruktur-Dienstleister für Duisburg“ zu werden, sagt Unternehmenssprecher Ingo Blazejewski. „Oder anders gesagt: Wir bauen die Infrastruktur auf, damit Duisburg überhaupt erst zu einer Smart City werden kann.“

Wichtige Vorarbeiten habe dafür die DVV-Tochter Duisburg CityCom (DCC) geleistet, die seit 1996 ein Breitband-Netz aus Lichtwellenleiterkabeln betreibt, besser bekannt als Glasfaserkabel. Rund 150 Kilometer Kabel laufen laut Blazejewski in mehreren Ringstrukturen durch Duisburg und sind die Basis für schnelles Internet. Davon profitieren im Rahmen der „Guten Schule 2020“ bislang 45 Schulen, die an dieses Lichtwellenleiter-Netz angeschlossen seien. Vom stabilen Netz hängen aber auch die meisten anderen Projektideen aus dem Masterplan ab.

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