STADTENTWICKLUNG

In Duisburg sollen Ladenlokale mit Seltenheitswert entstehen

An der Ecke Düsseldorfer Straße, Börsenstraße will die Fokus AG die beiden Torhäuser bauen. Auf das Grundstück der   ehemaligen Bibliothek (l.) will der

An der Ecke Düsseldorfer Straße, Börsenstraße will die Fokus AG die beiden Torhäuser bauen. Auf das Grundstück der ehemaligen Bibliothek (l.) will der

Foto: Jory Aranda

Duisburg.   In dem Neubau der Fokus AG sollen Geschäfte mit einer Geschosshöhe von 5,20 Metern entstehen. Abriss der alten Bibliothek beginnt erst Ende 2019.

Angesichts des wachsenden Leerstandes auf Duisburgs Einkaufsstraßen und weiteren Verlusten von inhabergeführter Läden sehen Experten und Fachleute aus Wirtschaft und Handel einen Schrumpfungsprozess als eine Heilungsmaßnahme für die Innenstadt. Das steht nicht nur in dem neuen Einzelhandelskonzept der Stadt Duisburg, sondern auch das Handelsforum der IHK Ruhrgebiet in der vergangenen Woche im Lehmbruck Museum machte deutlich, dass zum Wohle der City die Gesamtverkaufsfläche reduziert werden müsse (wir berichteten).

Investor spricht von „echter Nachfrage“

Davon unbeirrt hält die Fokus Development AG an ihren Plänen fest, an der Düsseldorfer Straße, Ecke Börsenstraße an die Stelle der ehemaligen Stadtbibliothek ein fünfgeschossiges Büro- und Geschäftshaus zu setzen, dass außer mit 4800 Quadratmetern Bürofläche auch mit 3900 Quadratmetern Verkaufsfläche im Unter- und Erdgeschoss aufwartet. Ein Großteil davon wird von dem Lebensmittelhändler Edeka angemietet werden. Doch, wie Andrej Pomtow vom Fokus-Vorstand im Gespräch mit der Redaktion erklärte, sollen in dem Gebäude weitere Ladenlokale entstehen: „Das werden etwa vier bis fünf Läden mit Verkaufsflächen von 120 bis 600 Quadratmetern. Nicht nur für die geplanten Büros, sondern auch für die Läden stellen wir eine echte Nachfrage fest.“

Ein anderes Raumerlebnis für die Kunden

Das liege, so sagt Pomtow, einerseits an der „sehr, sehr guten Lage“ der geplanten Immobilie. Andererseits komme es auch immer auf die Qualität der Flächen an. Und in dieser Hinsicht könne Fokus anbieten, was es sonst nur selten in Duisburg gebe, die Center Forum und Königsgalerie mal ausgenommen.

„Wir können gut geschnittene Flächen und moderne Geschäfte mit einer Bruttogeschosshöhe von 5,20 Metern für jedweden Einzelhandel anbieten“, erklärt Pomtow. „Früher wurde darauf nicht so geachtet.“ Viele Ladenlokal in Duisburg hätten zu niedrige und zu schmale Räume. „Unser Läden werden ein ganz anderes Raumerlebnis bieten.“ Bei dieser Geschosshöhe sei viel Luft nach oben, also auch genügend Platz für eine ordentliche Lichtgestaltung. Pomtow: „Das wird von den Kunden als hochwertiger empfunden.“

Abrissantrag liegt bei der Stadt

Tonangebend sei in dieser Hinsicht die erfolgreiche Modekette Zara. „Wenn Zara nicht eine bestimmte Geschosshöhe angeboten wird, dann ist das Ladenlokal uninteressant“, weiß Andrej Pomtow und betont: „Wir kennen uns im Einzelhandelsgeschäft sehr, sehr gut aus.“

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die Fokus AG mit dem Bau beginnen kann. „Wir haben den Abrissantrag bereits bei der Stadt liegen“, sagt Pomtow. Aber auch für diese Arbeiten gebe es nur bestimmte Zeitfenster. „Eines im Frühjahr und eines im Herbst, was dem Schutz von Tieren geschuldet ist, die in den alten Bauten brüten oder leben“, erläutert Pomtow. „Deshalb gehen wir davon aus, dass die Abrissarbeiten für beide Gebäude, also die ehemalige Bibliothek und das alte Volksbankgebäude, erst gegen Ende dieses Jahres starten werden.“

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