Gastronomie

In Duisburg gibt es jetzt österreichische Schmankerl

„Wir glauben an das, was wir anbieten“, sagen Walter Portner und Andrea Gottlieb. Die Bohnen für ihren Kaffee werden aus Wien nach Duisburg importiert.

„Wir glauben an das, was wir anbieten“, sagen Walter Portner und Andrea Gottlieb. Die Bohnen für ihren Kaffee werden aus Wien nach Duisburg importiert.

Foto: Alexandra Roth

DuisBurg.   In Duisburg-Duissern hat ein neues Lokal eröffnet. Der Wilde Wiener setzt auf österreichische Küche. Warum die Wirte an den Standort glauben.

In den Schränken stehen bauchige Flaschen gefüllt mit Marillenschnaps aus der Wachau, die Kaffebohnen kommen gar direkt aus Wien und der Mischlingshund im Körbchen hört auf den Namen „Sissi“. Der „Wilde Wiener“, das neue Lokal an der Schweizer Straße, setzt auf österreichische Küche und die Gastlichkeit des Alpenlandes.

Einziges österreichisches Lokal in der Gegend

„Wir sind das einzige österreichische Lokal weit und breit“, versichert Walter Portner in breitem Wiener Dialekt. Kernig und forsch ist der neue Wirt. Authentisch soll sein Lokal sein, das er gemeinsam mit Andrea Gottlieb am vergangenen Samstag eröffnet hat. Da waren alle Tische voll, erzählen die beiden. Selbst der Innenminister musste am Eröffnungsabend auf einen freien Platz warten. „Bei mir sind alle gleich. Geselligkeit und Gemütlichkeit sind mir wichtig“, sagt Portner, mit dem man zügig beim „Du“ ist.

Schnell haben sich die Gastronomen in den letzten Jahren aus der ehemaligen Traditionsgaststätte des Haus Klucken verabschiedet. Das Pianissimo, Jedermann, Fahrenholz oder Haus Kuhn – lange konnten sich die Lokale zuletzt in Duissern nicht halten. Andrea Gottlieb macht sich deshalb aber keine Sorgen: „Wir haben uns erkundigt. Die Gründe für das Ende waren unterschiedlich. Wir glauben aber an das, was wir anbieten“, sagt sie. Und das Angebot unterscheidet sich durchaus von dem der Vorgänger. Das Konzept geht weg von der Kneipe mit Küche, hin zum Restaurant und Kaffeehaus. Ein Manko, das jedoch geblieben ist: Einen Biergarten gibt es nicht.

Tafelspitz und Kaiserschmarrn

Klassiker aus dem Nachbarland reihen sich auf der Karte aneinander: Eine Frittatensuppe zur Vorspeise, Zwiebelrostbraten, Tafelspitz oder Wiener Schnitzel zum Hauptgang und danach einen Kaiserschmarrn als Dessert. Zum Kaffee gibt es natürlich – ganz traditionell – ein Glas Wasser dazu. Die Weine, zum Beispiel Weißburgunder oder Veltliner, kommen ebenfalls aus Österreich. Dabei ist es eine skurrile Notiz, dass die Adresse des Lokals ausgerechnet die Schweizer Straße 1 ist. „Vielleicht ist das ein gutes Omen. Die Alpen verbinden eben“, hofft Portner. Er und seine Partnerin sind als Quereinsteiger zur Gastronomie gekommen. Walter Portner war lange Jahre Geschäftsführer eines Lebensmittelkonzerns, Andrea Gottlieb verdiente ihr Geld als Buchhändlerin. Zuletzt sorgten sie in Wedau für die Bewirtung der deutschen Olympia-Kanuten.

Nun hofft das Duo, dass sich der „Wilde Wiener“ schnell in der Nachbarschaft rumspricht. Hunde sind in dem Lokal ebenfalls gern gesehene Gäste. Vielleicht findet dann ja auch die kleine Sissi ihren Franz auf vier Pfoten.

>> DIENSTAGS IST RUHETAG

Am 6. Mai hat der Wilde Wiener eröffnet. In dem Lokal gibt es mittwochs bis montags ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen, die warme Küche öffnet ab 17 Uhr. Dienstags ist an der Schweizer Straße 1 Ruhetag.

Die Zutaten für seine Speisen lässt sich Walter Portner von Freunden aus Österreich mitbringen. „Alles soll echt sein. Für meine Käsespätzle verwende ich nur Bergkäse aus Tirol“, erzählt der Wirt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben