Binnenschifffahrt

Im Herbst kommen in Duisburg die Schleusenprüfer

Die Schleuse Meiderich muss im Herbst gründlich überprüft werden. Aber auch derzeit ist sie außer Betrieb wegen einer Reparatur.

Die Schleuse Meiderich muss im Herbst gründlich überprüft werden. Aber auch derzeit ist sie außer Betrieb wegen einer Reparatur.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Ab September wird die Meidericher Schleuse für etliche Wochen außer Betrieb genommen. Schiffsstau wird’s dennoch nicht geben in Duisburg.

Gut, wenn man eine zweite Schleuse hat. Wenn nämlich ab September die Meidericher Schleuse für die alle sechs Jahre erforderliche Bauwerksprüfung acht Wochen lang außer Betrieb sein wird, dürfte das die Schiffer weitgehend unberührt lassen. Über die Ruhrorter Schleuse geht’s auch während Inspektions- und Reparaturzeit vom Rhein zur Ruhr und zum Rhein-Herne-Kanal und umgekehrt.

Immerhin passieren täglich bis 80 und 90 Schiffe das in den 80er Jahren gebaute Hebewerk in Meiderich, davon wollen um die 60 in der Regel in den Kanal. „Wir schleusen rund um die Uhr“, erklärt Außenbezirksleiter Willi Bornemann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Meiderich. Acht Mitarbeiter arbeiten jeweils zu zweit in der Leitzentrale hoch oben über dem westlichen Schleusentor, von wo neben der Meidericher auch die Ruhrorter und die Mülheimer Raffelberg-Schleuse überwacht und gesteuert wird. Nur in den Nächten zu Sonntag und Montag bleiben die Schleusen zu.

Für die Rundum-Inspektion im Herbst rücken Taucher und Techniker an, wird die Schleusenkammer leergepumpt und mit Treppentürmen und Arbeitsliften ausgestattet. Und dann wird auch genau dahin geschaut, wo das im Normalbetrieb nicht möglich ist. Beispielsweise in die mannshohen Kanäle die auf beiden Seiten die Schleusenkammer flankieren. Über diese mächtigen Leitungen wird die Kammer geleert oder gefüllt – und das in 20 Minuten. Kanäle und Wasserdüsen müssen im September überprüft werden, auch die mächtigen, 13 Tonnen schweren Stahltore, Schütze genannt, mit denen der Zu- und Abfluss der Wassermengen gesteuert werden.

Schleuse zwischen Hafen und Kanal

190 Meter lang und 12 Meter breit ist die Schleusenkammer zwischen Hafengebiet und Ruhr sowie Kanal. Die Ruhrorter Schleuse aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist ist sogar noch 110 Meter länger als die in den 80ern erbaute Meidericher Schleuse. Und letzter hat sogar etwas ganz Besonderes vorzuweisen. „Es ist eine ganz spannende Schleuse“, macht Bornemann neugierig, um dann zu erklären. Schleusen befördern Schiffe normalerweise zwischen einem höheren und einem niedrigeren Wasserniveau. Bei der Meidericher Anlage aber kann das in normalen Zeiten niedrigere Niveau über das höhere steigen, wenn nämlich der Rhein wieder einmal richtiges Hochwasser führt. Dann kann das Wasserniveau des Hafens höher liegen als das des Rhein-Herne-Kanals.

Pumpwerke befördern Wasser in großer Menge

In normalen Zeiten aber fließt mit der Schleusung ein gewaltiger Schwung Wasser aus dem Kanalsystem in Richtung Rhein. Auslaufen wird der Rhein-Herne-Kanal trotz zeitweise lebhaftem verkehr dennoch nicht. Denn an der wichtigen Wasserstraße entlang gibt’s eine Kette von Pumpwerken, die dafür sorgen, dass Wasser aus dem Rhein und der Ruhr aus Duisburg in den Osten des Ruhrgebiets befördert wird. Wenn der Bedarf entsprechend ist, sind die Pumpen laut Bornemann in der Lage, bis zu 20 Kubikmeter pro Sekunde kanalaufwärts zu schaffen. Und wenn das Flüsschen genug Wasser führt, was nicht immer der Fall ist, wird auch die Lippe zur Speisung des Kanals mitherangezogen.

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