Stadtbibliothek

Ikibu eröffnet scheppernd die Reise ins Mittelalter

Bum tscha, bum tscha: Das ist der Rhythmus, bei dem jeder mit muss. Köchin Susanne ist eigentlich Schlagzeugerin.

Bum tscha, bum tscha: Das ist der Rhythmus, bei dem jeder mit muss. Köchin Susanne ist eigentlich Schlagzeugerin.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Stück „Hirsebrei und Eisenhut“ riss die Grundschüler von der Gold- und Mozartstraße von den Sitzen. Die Reise in die Geschichte hat begonnen.

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Die Töne der Leier erfreuen nicht jedes Ohr, was sich ja auch im Wort „leiern“ niedergeschlagen hat. Da war der laute Seufzer „Nicht schon wieder!“, als der Minnesänger erneut zur Kurbel der Leier griff, der absolut ehrliche Kommentar einer Grundschülerin bei der Eröffnung der 48. Internationalen Kinderbuchausstellung (Ikibu) in der Zentralbibliothek.

Passender zum Motto „Ikibu… reist durch die Zeit“ hätte das Stück nicht sein können. „Ferri“ Georg Feils und Heike Michaelis nahmen die Erst- und Zweitklässler von den Schulen Gold- und Mozartstraße mit auf eine Reise ins Mittelalter. Das Stück „Hirsebrei und Eisenhut“ ist mitreißendes Mitmachtheater: Es vermittelt lustig, spannend und lebhaft musikalische Grundlagen, bringt Geschichte nahe, macht sie auch in einigen mittelhochdeutsche Sätzen hörbar – und am Ende sogar schmackhaft, wenn das Publikum vom Hirsebrei kosten darf. Danach spendiert Ersin Güngör vom Café im Stadtfenster noch selbst gebackene Muffins.

70 Veranstaltungen wollen Freude am Lesen wecken

„Wir wollen nicht nur unterhalten, sondern auch Freude am Lesen wecken“, sagte Kulturdezernent Thomas Krützberg zur Eröffnung der Ikibu-Woche mit 70 Veranstaltungen. „Hirsebrei und Eisenhut“ weckte auch Freude am Theater. Klapperklapper, schepperschepper, klongklong: Schon die laute „Ouvertüre“ ließ das junge Publikum hinhören.

Susanne kocht als „Ich_AG im Cateringbereich“ Mittelalter-Menüs. Am liebsten aber spielt sie Schlagzeug in ihrer Band. Überraschend taucht aus einer Kiste ein seltsamer Typ mit Eisenhut und Leier auf, der als Minnesänger 1276 mit einem Fluch schlafen gelegt worden ist. Auch wenn man ihn anfangs nicht versteht, ist er der „Küchenmagd“ Susanne als Musikercollega doch willkommen. Er berichtet von Ritterturnieren, schönen Fräuleins und schwierigen Aufgaben, die ihm auferlegt wurden.

Einen Kuss! Mit Zunge!

Lange still sitzen müssen die Kinder nicht, sie sind immer wieder als Geräuschkulisse oder Mitsänger gefragt. „Ferri“ und Heike Michaelis ziehen alle Register: Ein Ritterturnier wird mit Zucchino (der Gute) und Aubergine (der Böse) nachgestellt, sie reiten auf Küchenreiben und kämpfen mit Gemüsemessern. Iiiiiiiih-Höhepunkt: Um an einen roten Stein zu gelangen, muss der Ritter eine hässliche Bewohnerin der Blubbersümpfe küssen (dargestellt von einem Mopp). Mit Zunge!

Bis Freitag geht die Ikibu durch Kindergärten und Schulen. Am Samstag, 23. November, beginnt um 11.30 Uhr in der Zentralbibliothek an der Steinschen Gasse 26 der Aktionstag mit Theater, Musik, Werkstätten und Zeittunnel.

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