Wirtschaft

IHK: Staugefahr drückt aufs Geschäftsklima

Duisburg steht im Stau? Das darf nicht passieren, erst recht nicht als Dauerzustand, warnt die Industrie-und Handelskammer IHK. Die Verkehrsinfrastruktur ist eine ihrer größten Sorgen.

Duisburg steht im Stau? Das darf nicht passieren, erst recht nicht als Dauerzustand, warnt die Industrie-und Handelskammer IHK. Die Verkehrsinfrastruktur ist eine ihrer größten Sorgen.

Foto: Ulla Michels

Duisburg.   Laut einer Umfrage der IHK ist die Wirtschaft in Duisburg eigentlich guter Stimmung. Aber sie fürchtet die Staubremse auf den Straßen.

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Die Wirtschaft in Duisburg und am Niederrhein fährt weiter mit Vollgas: Der aktuelle Frühjahrs-Geschäftsklimaindex der Industrie- und Handelskammer IHK ist zwar leicht gesunken, aber immer noch der zweithöchste seit Herbst 2011. Doch IHK-Präsident Burkhard Landers fürchtet mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur in und um Duisburg die buchstäbliche Staubremse: „Wir müssen verhindern, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, dass Duisburg nicht erreichbar ist. Das wäre tödlich.“

Die Stimmung in den Unternehmen ist grundsätzlich weiter gut, die Wirtschaft ist zufrieden, erklärte Landers bei der Präsentation des Geschäftsberichtes 2017/18 und der Konjunkturbefragung, an der 284 Betriebe mit 38 000 Beschäftigten teilnahmen. 2017 stieg der Umsatz im IHK-Bezirk um gut 12 Prozent auf 22 Milliarden Euro, in Duisburg sogar um 17,9 Prozent. 43 Prozent der Unternehmen sind laut Frühjahrsumfrage mit der ­Geschäftslage zufrieden, weitere 44 Prozent stufen sie als befriedigend oder gleichbleibend ein. Die Erwartungen zur künftigen Entwicklung sind in den Unternehmen allerdings „etwas verhaltener“, so die IHK. Während die Stimmung bei Industrie und Dienstleistern weiter gut ist, überwiegt im Handel die Skepsis.

55 Prozent der Unternehmen bezeichnen den Fachkräftemangel als „das mit Abstand größte Risiko“. Der Arbeitskräftemangel sei „überall angekommen“ so Landers, der auch von der Landesregierung eine stärkere Förderung der dualen Ausbildung einfordert und sich „,mehr gesellschaftliche Anerkennung für den Blaumann“ wünscht. Der schwarz-gelben Landesregierung bescheinigt der IHK-Präsident einen „frischen Wind“ mit zahlreichen positiven Ansätzen, in der Bildungspolitik fehle aber der „rote Faden“.

Stresstest für neuralgische Punkte

Größte Sorge bleibt in der Wirtschaft und am Logistikstandort Duisburg allerdings die Verkehrslage. Wie anfällig sie ist, hat erst wieder die Sperrung der A 59 nach dem Brand unter dem Brückenzug in Meiderich gezeigt. Erst kürzlich hatte die IHK dazu einen Zehn-Punkte-Maßnahmenkatalog zusammengestellt.

Unter anderem fordert sie ein besseres Baustellenmanagement. „Da wünschen wir uns von der Stadt mehr praktische Umsetzungen“, so IHK-Geschäftsführer Stefan Dietzfelbinger. Eindruck bei IHK und Wirtschaft: Wenn es wie auf der A 40-Rheinbrücke oder auf der A 59 zu Sperrungen kommt, ist die Stadt „unvorbereitet“. Landers wünscht sich stattdessen, dass sich die Stadt „strategisch und planspielmäßig“ auf solche Situationen einstellt und vorbereitet. Mit „Stresstests“ für die zentralen und neuralgischen Stellen vom Kreuz Kaisberg über die A 40 und A 59 bis hin zu den innerstädtischen Straßen und Brücken müssten Lösungen in den Schubladen liegen. „Wir leben von geborgter Zeit“, warnt Landers mit Blick auf den Bauzustand von Brücken und Straßen.

Besseres Baustellenmanagement

Mehr Transparenz verlangt IHK-Verkehrsexperte Ocke Hamann: Stadt, die Wirtschaftsbetriebe oder auch Straßen NRW hätten digitale Baustellenkarten, „es gibt aber keine Vernetzung“. Verärgert zeigt er sich über nachträgliche Wünsche für breitere Radwege auf der A 40-Rheinbrücke. „Das würde wieder ein Jahr Planungszeit kosten. Das kann es nicht sein.“

>> ZAHLEN AUS DEM GESCHÄFTSBERICHT

Über 29 000 Beglaubigungen und Bescheinigungen, 5560 Aus- und Weiterbildungsberatungen, rund 2500 telefonische Auskünfte zur Existenzgründung – das sind Zahlen aus dem IHK-Bericht 2017/18

Der Geschäftsbericht ist in der IHK in Duisburg, Mercator-Straße 22-24, erhältlich. Download: www.ihk-niederrhein.de/geschaeftsbericht

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