Einzelhandel

Hunderte tariflos Beschäftige demonstrieren in Duisburg

Foto: Christophe Gateau

Duisburg.  Etwa 600 Angestellte des Einzelhandels ziehen in gelben Westen durch die Duisburger Innenstadt. Sie fordern ein Ende der „Tarifflucht“ in NRW.

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Unmittelbar bevor es die österliche Ruhe geht, beginnen am Gründonnerstag in Düsseldorf die Tarifverhandlungen im Einzelhandelsgewerbe. Noch bevor sich die Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter an den Tisch setzen, hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits ihr Anliegen auf die Straße getragen, genauer auf die Königstraße.

Rund 600 Beschäftigte von Amazon, Obi, Douglas, dem Tedi-Lager (DLG), Smyths Toys sowie Porta Möbel Logistik sind am Mittwoch dem Streikaufruf der Gewerkschaft gefolgt und haben vom Burgplatz bis zum Hauptbahnhof ihren Unmut kundgetan. Gekleidet in gelben Verdi-Westen machte der Tross, der ohne Tarif Beschäftigten klar, dass ihre Unternehmen die Tarifverträge des Einzelhandels NRW unterzeichnen sollen.

Große Verdi-Demo in Duisburger Innenstadt

Die Landesbezirksfachbereichsleiterin und Verhandlungsführerin für den Handel in NRW, Silke Zimmer sieht in dem Arbeitskampf ein mutiges Signal: „Die streikenden Kollegen erhalten weniger Entgelt als die Beschäftigten für die ein Tarifvertrag gilt. Sie wollen aber keine Beschäftigten zweiter Klasse sein. Sie fordern die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW.“

In der Tarifrunde fordert Verdi 6,5 Prozent, mindestens 163 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro steigen. Darüber hinaus wird die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge des Einzelhandels gefordert.

Zu den Verhandlungen erklärt Zimmer: „Ich erwarte ein Angebot, welches der positiven wirtschaftlichen Entwicklung im Einzelhandel Rechnung trägt. Alleine die Umsätze werden laut Handelsverband im zehnten Jahr in Folge steigen.“ Die Tarifverträge müssten wieder für alle Beschäftigten des Einzelhandels gelten.

Neben der Demonstration in der Duisburger Innenstadt, gab es auch in Dortmund eine Kundgebung, zu der nach Verdi-Angaben ebenfalls etwa 600 Beschäftigte angereist sind. Zehn Reisebusse hatten die Streikenden vornehmlich vom Niederrhein und aus dem Raum Düsseldorf nach Duisburg gebracht.

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