Nahversorgung

Homberger Bürger besorgt über Schließung von Edeka Becker

Edeka Becker in Homberg schließt am 31. Dezember 2019.

Edeka Becker in Homberg schließt am 31. Dezember 2019.

Foto: Udo Milbret / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg.  Edeka Becker in Homberg schließt Ende des Jahres. Ein neuer Supermarkt ist nicht in Sicht, was vor allem älteren Bürgern große Sorgen bereitet.

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Noch kann Elisabeth Christ ganz bequem zu Fuß zum nächsten Supermarkt laufen, um dort ihren alltäglichen Einkauf zu erledigen. Dass Edeka Becker an der Halener Straße allerdings Ende des Jahres schließt, versetzt die 84-Jährige in große Sorge. „Dann sind es für mich zwei bis drei Kilometer bis zum nächsten Lebensmittelladen und irgendwann kann ich vielleicht auch nicht mehr Auto fahren“, sagt sie. Sie könnte zwar den Bus nehmen, doch dabei zeige sich bereits das nächste Problem: „Vor dem nächsten Edeka in Hochheide gibt es keine direkte Haltestelle.“

1800 Unterschriften hat Elisabeth Christ daher mitgesammelt, um sich so für den Erhalt eines Lebensmittelgeschäfts in den Haesen einzusetzen. „Ich habe wirklich gedacht, die Politiker machen etwas“, erklärt sie und verweist dabei auf den Homberger SPD-Vorsitzenden Mahmut Özdemir, der sich für einen Supermarkt in dem Ortsteil einsetzen wollte. „Aber am Ende geht es wohl doch immer nur um Profit“, zeigt sich die 84-Jährige enttäuscht.

Edeka Becker leidet unter massiven Umsatzverlusten

Hans-Gerd Bosch, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung, betont dagegen auch weiterhin, dass „die klassische Lebensmittelnahversorgung fußläufig erreichbar bleiben muss.“ Daher führe die SPD bereits seit einem Dreivierteljahr Gespräche mit allen Beteiligten. „Wir versuchen herauszufinden, unter welchen Voraussetzungen ein zweiter Supermarkt in dem Ortsteil weiter bestehen bleiben und wie die Politik dabei unterstützen kann.“

Die Nähe zu dem Edeka-Markt an der Moerser Straße gehört zu einer der Hauptursachen für die Schließung des Ladens an der Halener Straße. Kaufmann Hans-Werner Becker bestätigt auf Nachfrage, dass seit dessen Eröffnung vor rund anderthalb Jahren sein Laden „massive Umsatzverluste“ eingefahren habe. Dass er nun in Rente geht und es keinen Nachfolger für seinen Laden gibt, sei aus seiner Sicht sehr schlecht für die Bürger. Er betont allerdings auch: „Dass es so weit gekommen ist, haben die Verbraucher selbst entschieden.“ Immerhin seien sie statt zu seinem 760 Quadratmeter kleinen lieber zu dem wesentlich größeren Edeka in Hochheide gegangen, um dort ihre Einkäufe zu erledigen.

Die Größe eines Supermarkt ist entscheidend

Die Größe des Supermarktes spielt auch aus Sicht von Klaus Radny, CDU-Fraktionssprecher in der Bezirksvertretung, eine entscheidende Rolle: „Wir haben bereits mit etlichen Supermarktketten gesprochen und für alle war neben der Nähe zu anderen Lebensmittelgeschäften die Fläche einfach zu klein.“ Zwar habe die SPD in den Anträgen für das Einzelhandelskonzept den Grundstein für eine 1200 Quadratmeter große Verkaufsfläche gelegt, allerdings würde eine solche nur zu Lasten der Parkplätze funktionieren. An diesem Punkt kritisiert er klar die SPD: „Sie haben sich damit einverstanden erklärt, dass die angrenzenden Flächen bebaut werden.“ Daraus resultiere der fehlende Platz für eine sinnvolle Vergrößerung.

Klaus Radny zeigt sich pessimistisch und glaubt nicht daran, dass nach der Schließung von Edeka Becker zum Ende des Jahres ein zweiter Supermarkt in den Haesen eröffnen wird. Für ihn steht daher eines fest: „Am 2. Januar kommt das böse Erwachen.“ Denn erst dann würden die Bürger endgültig realisieren, dass sie nicht mehr einfach zu Fuß ihren Einkauf erledigen können. Bürger wie Elisabeth Christ.

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