Soziokulturelles Zentrum

Soziokultur-Zentrum für Duisburg in der Diskussion

Die alte Feuerwache in Hochfeld ist im Gespräch als ein möglicher Standort eines Soziokulturellen Zentrums.

Die alte Feuerwache in Hochfeld ist im Gespräch als ein möglicher Standort eines Soziokulturellen Zentrums.

Duisburg.   Dezernent Krützberg steht bei der Planung für ein soziokulturelles Zentrum zwischen den Stühlen: Skeptiker beruhigen, Szene nicht frustrieren.

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„Wir gehen positiv in die Runde“ – wenn am Donnerstag Kulturschaffende, Politik und Verwaltung in die Gespräche für ein Soziokulturelles Zentrum in Duisburg eintreten, will die Kultur ein möglichst unbelastetes Klima schaffen. Grund für Optimismus gibt es: Kulturdezernent Thomas Krützberg sicherte bereits mehrfach die Unterstützung und den Willen der Verwaltung zu. Linke, Grüne und auch SPD erklärten die Notwendigkeit für ein solches Projekt, das Angebote und Räume für Jugendliche, ältere Menschen, Frauengruppen, Künstler und Kulturaktivisten schaffen will.

Nach jahrelangem Tauziehen um ein solches Zentrum ist das Thema jedoch sensibel. Die Akteure wollen daher ein Konzept zunächst auf ein halbes Jahr festlegen, in dem erste Projekte gestartet und ausprobiert werden. Möglichst ab März 2019. Nach dieser Phase will man ein dauerhaft tragfähiges Konzept erstellen mit solider Finanzierung und Akzeptanz in der Bevölkerung.

Knackpunkt ist der Standort

Doch was das konkret bedeuten kann, ist am Donnerstag in der so genannten Ermöglichungsgruppe noch zu verhandeln. Knackpunkt ist vor allem der Ort: „Es gibt ein Bedürfnis nach einem Sammelpunkt für heterogene Interessen, gesellschaftlichen Austausch“, sagt Christine Brücker von der Initiative zur Rettung der Alten Feuerwache. „Denn wir haben hier eine gute Infrastruktur mit einem Saal, Büroräumen, Technik, Gastronomie, Außenbereich“, ergänzt Luise Hoyer von der Cooperative Duisburg.

Einen Projektförderantrag hat das Netzwerk Netzwerk „DU erhält(st) Kultur“ aus vielen Aktiven der Soziokultur schon in der Schublade. Doch man brauche den konkreten Ort, um diesen Antrag stellen zu können. Ein Beginn im März wäre ideal, weil man mit einem eigenen Kunstprojekt ein Stück im Fahrwasser der Duisburger Akzente schwimmen könnte. „Das wäre eine Angel, um auf das Zentrum aufmerksam zu machen.“ Hoyer sieht die Stadt nun am Zug: „Wir haben uns auf die Beine gestellt, viel Energie reingesteckt“, geht der Wink in Richtung Kulturdezernenten Thomas Krützberg.

Dezernent sieht Alternativen in der Altstadt

Der gute Schwung der Kulturschaffenden scheint Verwaltung und Politik allerdings derzeit zu überrollen: Laut Krützberg sei ungeklärt, wann die Stadt über die Alte Feuerwache verfügen könne. Alternativen sieht der Dezernent in der Altstadt: „Dort gibt es Räume, die eine ähnliche Infrastruktur bieten wie die Feuerwache.“

In der Politik findet das ein geteiltes Echo: Grüne und Linke halten Hochfeld und die Feuerwache für richtig. Die CDU will erst ein Konzept abwarten. So steht Dezernent Krützberg aktuell zwischen den Stühlen, der Skepsis zu begegnen und die Kulturschaffenden nicht zu frustrieren. Sein Appell an alle Seiten: „Wir haben eine positive Debatte, wir dürfen sie nicht verlassen.“

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