Auszeichnung

Hörgeräteakustik: Duisburgerin ist beste Gesellin von allen

Hörgeräteakustikerin Juliane Neis ist Landessiegerin des Deutschen Handwerks im Land NRW.

Hörgeräteakustikerin Juliane Neis ist Landessiegerin des Deutschen Handwerks im Land NRW.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Hörgeräteakustikerin Juliane Neis hat die beste Gesellenprüfung in ganz NRW abgelegt. Was die 23-Jährige an ihrem Job fasziniert.

Juliane Neis hat ihren Traumberuf gefunden. Als Hörgeräteakustikerin kann sie zwei ihrer Interessen miteinander verbinden: moderne Technik und die Kommunikation mit Menschen. Im Jahr 2016 begann sie ihre Ausbildung beim Meisterbetrieb Dageförde mitten in der City. Im Sommer legte sie ihre Gesellenprüfung ab – mit dem besten Ergebnis in ganz NRW.

Die Siegerin des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks strahlt: Wenn sie jemanden in die Kunst der Hörgeräteakustik einweihen kann, macht sie das mit ganzer Überzeugung. Beim Besuch bei Dageförde erklärt sie leicht verständlich und klar strukturiert die Unterschiede verschiedener Hörgeräte. Dass die 23-Jährige mit Herzblut dabei ist, ist nicht zu übersehen. Ein starkes Interesse an Technik habe sie schon im Kindesalter verspürt. „Ich habe gerne mit Lego gebastelt, Jungenspielzeug ausprobiert“, sagt sie. Heute interessiere sie sich besonders dafür, was technisch alles möglich ist, um Menschen zu helfen.

Juliane Neis weiß genau: Jeder Kunde hat seine ganz individuellen Wünsche

„Ich finde es toll, das unsere Technik so weit ist, dass es mit dem richtigen Hilfsmittel überwunden werden kann, wenn man nicht mehr gut hört“, sagt sie. „Oft sind Menschen, die nicht mehr gut hören, sozial zurückgezogen, oft sogar isoliert“, weiß Neis aus vielen Kundengesprächen. „Dann zu helfen und wieder ein ganz anderes Teilnehmen an der Gesellschaft zu ermöglichen, ist wirklich sehr schön.“

Dass jeder Mensch ganz individuell ist, weiß Neis nicht erst seit Ausbildungsbeginn, dass das allerdings auch Auswirkungen auf das Hören hat, schon. „Es ist unsere Aufgabe, im Gespräch mit den Kunden herauszufinden, wo die Probleme liegen. Das Technische ist nur ein Teil unserer Arbeit. Wir arbeiten viele Tage mit den Kunden zusammen, passen die Geräte immer wieder an. Der eine möchte lieber etwas mehr von diesen, der andere mehr von jenen Geräuschen mitbekommen“, sagt sie. Oft, so erklärt sie, handle es sich um winzige Einstellungsveränderungen, um für die volle Zufriedenheit des Kunden zu sorgen.

Wenn Neis nicht in dem Geschäft ist, entspannt sie bei Spaziergängen mit dem Hund

Geschäftsführer Reinhard Dageförde lobt Neis in den höchsten Tönen. „Nicht nur das Fachliche stimmt. Auch menschlich ist sie eine Bereicherung“, sagt er. Weiter: „Sie hört den Menschen zu und kann sich in sie hineinversetzen und dann das Beste für sie erreichen“, sagt er. Dafür, das betont er, hole man nicht einfach ein Hörgerät aus der Schublade und passt es an. „Es werden viele Tests durchgeführt, es gibt viele Modelle und Funktionen. Jeder hat andere Wünsche; Hörgeräte sind so individuell wie ihre Träger.“

Neis wünscht sich, lange als Hörgeräteakustikerin zu arbeiten. In der Freizeit entspannt sich die 23-Jährige, die in Oberhausen lebt, bei Spaziergängen mit ihrem Hund oder auf ihrem eigenen Pferd. Schließlich sei es wichtig, immer für Ausgeglichenheit zu sorgen.

Die Überprüfung der individuellen Hörfähigkeit dauert nur zehn Minuten

Das „Hörcentrum“ von Reinhard Dageförde befindet sich am Salvatorweg 10 in der Innenstadt. Geöffnet ist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 14 und 18 Uhr. Die Überprüfung der individuellen Hörfähigkeit dauert nur etwa zehn Minuten. Termine sind nach Vereinbarung möglich. Informationen gibt es unter der Rufnummer: 0203 / 5 18 86 51.

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