Großbauprojekt Wedau

Hochfelder zweifeln Strahlkraft Wedaus für ganz Duisburg an

Der Verein Zukunftsstadtteil Hochfeld sieht die Verknüpfung des Großbauprojektes in Duisburg Wedau mit den Stadtteil-Entwicklungskonzepten für Hochfeld und Marxloh kritisch.

Der Verein Zukunftsstadtteil Hochfeld sieht die Verknüpfung des Großbauprojektes in Duisburg Wedau mit den Stadtteil-Entwicklungskonzepten für Hochfeld und Marxloh kritisch.

Foto: Marcel Sroka

Duisburg.   Der Verein Hochfelder Zukunftsstadtteil sieht nicht die von der Gebag aufgezeigten Vorteile des Großbauprojektes in Wedau für den Stadtteil.

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Die Verknüpfung des Großbauprojektes Wedau mit den Stadtteil-Entwicklungskonzepten Hochfeld und Marxloh wird von einigen Hochfelder Bürgern kritisch kommentiert. Der Verein Zukunftsstadtteil Hochfeld zweifelt die von der Gebag genannten positiven Auswirkungen des Projektes an der Sechs Seen Platte („300 bis 400 Jobs für gering Qualifizierte“ und „Aufweichung des Wohnungsmarktes“) auf die Situation in Hochfeld und Marxloh an. „Wir sind nicht gegen das Projekt in Wedau. Es soll auch überhaupt nicht verhindert werden“, erklärt Bodo Mörbitz vom Verein Zukunftsstadtteil e.V.. Die Vereinsmitglieder fragen bloß: Was wird der Zuzug in Neubaugebiete wie Wedau für Hochfeld bringen?

„Mit Empörung erleben wir hier, dass den engagierten Bürgern des Stadtteiles Hochfeld Worthülsen angeboten werden, die darüber hinwegtäuschen sollen, dass Mittel, die der Stadtteil dringend bräuchte, um seine städtebaulichen Probleme (Schrottimmobilien etc.) zu lösen, an anderer Stelle für kurzfristig gewinnträchtigere Neubauprojekte verbraten werden sollen“, sagt Bodo Mörbitz.

Spürbare Verbesserungen werden nicht erwartet

Die Attraktivität von Hochfeld als möglicher Wohnstandort sinke mit jeder besseren Alternative anderenorts weiter ab. „Einkommensstärkere, die wir dringend zur Stabilisierung des Stadtteils bräuchten, gehen und Einkommensschwache rücken nach“, befürchtet Mörbitz. Die erwartete Kaufkraftsteigerung bringe Stadtteilen wie Hochfeld überhaupt nichts. Dies zeige die Erfahrung. Schwache Stadtteile würden nur weiter abgehängt.

Und die von der Gebag prognostizierten 30-40 Jobs pro Jahr vor allem im Landschaftsbau seien derart marginal, dass spürbare Verbesserungen der Situation in Stadtteilen wie Hochfeld kaum zu erwarten seien.

„Deshalb fordern wir, als Bürger, die sich verantwortlich für ihren Stadtteil fühlen, ein Stadtteilentwicklungskonzept, das sich gezielt auf die Probleme Hochfelds konzentriert“, sagt Bordo Mörbitz. Dazu gehöre die Entwicklung guter Wohnquartiere zum Beispiel im Bereich Musfeldstraße/Friedensstraße und ein Erneuerungskonzept für Altbauten inklusive Schrottimmobilien. „Es reicht nicht aus, Schrottimmobilien zu schließen und sie den bekannten nachteiligen sozialen Wirkungen zu überlassen“, erklärt Bodo Mörbitz.

Ohne Landesmittel geht es nicht

Natürlich wisse der Verein, dass die Wiederherstellung von gesunden Wohnquartieren ohne Landesmittel nicht zu bewerkstelligen ist. Jedoch zeigten Förderprogramme, wie sie das Land Brandenburg 2017 praktiziert habe, dass junge Familien durchaus in die Lage versetzt werden können, unter Einsatz von geringem privaten Kapital und sogenannter Muskelhypothek, ihre Vorstellung von schönem Wohnen in alten Stadtteilen zu realisieren. Hierdurch würden Ressourcen genutzt, die Bevölkerungsstruktur durchmischt und Kaufkraft generiert, wo sie gebraucht wird.

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