Gericht

Hochfelder Ehepaar erwischte Einbrecherin im Treppenhaus

Eine 50-Jährige stand am Mittwoch vor dem Duisburger Gericht.

Eine 50-Jährige stand am Mittwoch vor dem Duisburger Gericht.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Zwei Frauen sind in eine Hochfelder Wohnung eingebrochen. Während eine 50-Jährige sich vor Gericht verantworten musste, entkam die Komplizin.

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Gerade als ein Ehepaar aus Hochfeld am 14. Februar seine Wohnung im dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Heerstraße aufschließen wollte, verließen zwei Frauen die Wohnung, die dort nun überhaupt nichts zu suchen hatten. Geistesgegenwärtig hielt der 67-jährige Zeuge eine Einbrecherin bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die 50-jährige Französin muss nun wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls 20 Monate hinter Gitter. Daran konnte auch eine Berufungsverhandlung vor dem Landgericht nichts ändern.

Gegen 10 Uhr hatte die 50-Jährige die Wohnungstür aufgehebelt. Gemeinsam mit ihrer unbekannt gebliebenen Mittäterin steckte sie Bargeld, Schmuck, Handys und Textilien ein. Noch in der Wohnung teilten die Frauen die Beute. Als sie gingen, kehrten die Bewohner zurück. Während die 50-Jährige im Gerangel mit dem Angeklagten ein Stück der Treppe herunterfiel entkam ihre Komplizin.

Geständnis hatte angesichts erdrückender Beweislast wenig Wert

Bereits in erster Instanz hatte die Angeklagte ein rückhaltloses Geständnis abgelegt. Allerdings hatte das angesichts der erdrückenden Beweislast wenig Gewicht. Denn abgesehen davon, dass die 50-Jährige auf frischer Tat gestellt worden war, fand man bei ihr auch einen Teil der Beute – zwei Uhren sowie ein paar Kopftücher - und das Einbruchswerkzeug.

„Wir sind neun Stufen heruntergerutscht“, erinnerte sich der Zeuge. Leider habe er sich wohl die falsche Frau gegriffen. „Die andere entkam mit 1000 Euro, die wir für den Führerschein meines Sohnes gespart hatten. Den konnte er deshalb nicht machen.“

Die Berufungskammer sah sich außerstande, die Strafe aus der ersten Instanz zu reduzieren oder gar zur Bewährung auszusetzen. Dafür fehle es an den vom Gesetz geforderten besonderen Umständen in Tat oder Täterpersönlichkeit. Denn die Angeklagte war seit 2002 immer wieder in Deutschland wie in Frankreich wegen einschlägiger Taten bestraft worden und saß bereits mehrfach deshalb im Gefängnis.

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