Herzzentrum Duisburg

Herzstillstand: Ehefrau wird zur Lebensretterin ihres Mannes

| Lesedauer: 4 Minuten
Mit rechtzeitiger Wiederbelebung hat Natascha Adams ihrem Mann Christian Adams das Leben gerettet. Das Herzzentrum Duisburg hat ihm ein Kunstherz implantiert. Im Bild: Christian und Natascha Adams (Mitte) mit Prof. Dr. Jochen Börgermann und Dr. Bastian Huschens (v.l.), Fachkrankenschwester Rositta Bentgens und Dr. Michael Schönbrodt (r.) 

Mit rechtzeitiger Wiederbelebung hat Natascha Adams ihrem Mann Christian Adams das Leben gerettet. Das Herzzentrum Duisburg hat ihm ein Kunstherz implantiert. Im Bild: Christian und Natascha Adams (Mitte) mit Prof. Dr. Jochen Börgermann und Dr. Bastian Huschens (v.l.), Fachkrankenschwester Rositta Bentgens und Dr. Michael Schönbrodt (r.) 

Foto: EVKLN

Duisburg.  Dass er mit einem Kunstherz weiterleben kann, verdankt Christian Adams seiner Frau Natascha. So rettete sie sein Leben nach einem Herzstillstand.

Den Tag, als er mit einem Herzstillstand zusammenbrach, kann Christian Adams künftig als zweiten Geburtstag feiern. Sein Leben verdankt er seiner Frau Natascha. Sie tat intuitiv das Richtige und hielt ihren Mann bis zum Eintreffen der professionellen Retter mit einer Herzdruck-Massage am Leben. Sieben Wochen nach dem Infarkt kann der 53-Jährige bald aus dem Herzzentrum Duisburg (HZD) in Meiderich in die Reha wechseln.

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Es war ein ganz normaler Feierabend für das Duisburger Ehepaar. Christian Adams checkte im Wohnzimmer noch seine Mails, als seine Frau ihn plötzlich röcheln und leblos zusammensinken sieht. Natascha Adams reagiert blitzschnell und intuitiv richtig: Trotz ihrer eigenen Panik bringt sie ihren Mann in die stabile Seitenlage und wählt sofort die Notruf-Nummer 112.

Laien-Reanimation unter telefonischer Anleitung der Notruf-Leitstelle

„Trauen Sie sich zu, Ihren Mann zu reanimieren, bis wir vor Ort sind?“, fragte der Mann von der Leitstelle. Natascha Adams Antwort: „Ja. Wenn Sie mir sagen, wie…“ Unter der Anleitung des Fachmanns beginnt sie mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Nase-Beatmung. Fast 15 Minuten lang hält sie so ihren Mann am Leben, bis es endlich an der Tür klingelt und der Notarzt übernimmt. „Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, ich habe einfach nur versucht, Ruhe zu bewahren. Und gehofft, dass mein Mann bei mir bleibt“, sagt Natascha Adams rückblickend. Auch nach dem Eintreffen der Rettungskräfte bleibt Christian Adams’ Zustand kritisch: Mehrfach kommt der Defibrillator zum Einsatz, ehe der 52-Jährige nach mehr als einer halben Stunde transportfähig ist.

Beherzte und schnelle Hilfe verhindert Hirn- und Organschäden

In der Klinik stabilisiert sich sein Zustand. Klar wird: Dank des beherzten Eingreifens seiner Frau hat er weder Hirn-, noch Organschäden erlitten. Die Diagnose der Ärzte: dilatative Kardiomyopathie. Die Herzmuskelerkrankung führt zur Erweiterung der Herzkammern, Herzstillstand mit Kammerflimmern war die Folge.

Im Herzzentrum stellen die Spezialisten um Prof. Dr. Jochen Börgermann fest, dass das Organ von Christian Adams zu angegriffen ist, um weiterhin selbstständig zu arbeiten. Deshalb wird ihm neben der Herzklappen-OP ein externes Herzunterstützungssystem (ECLS = Extracorporeal Life Support), ein so genanntes Kunstherz implantiert. Nun wartet der Duisburger auf ein Spenderorgan, das sein geschädigtes Herz auf Dauer ersetzt.

Ärzte: Mut und Geistesgegenwart waren lebensrettend

„Wenn meine Frau nichts getan hätte, wäre das mein Tod gewesen“, sagt Adams, dessen Dank auch den Rettern und Ärzten gilt. „Wir alle haben Natascha Adams für ihren Mut und ihre Abgeklärtheit beglückwünscht“, sagt Dr. Michael Schönbrodt, Leitender Oberarzt der Herzchirurgie am HZD, „Ihr Mann hat jetzt die Chance, mit seiner Erkrankung noch viele Jahre zu leben.“

>> HERZZENTRUM WIRBT: DRÜCKEN BIS DER ARZT KOMMT

  • Seit vielen Jahren rückt Prof. Dr. Wolfgang Schöls, Chefarzt der Kardiologie am Meidericher Herzzentrum, die Bedeutung der Herzdruckmassage und Übungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. „Von 100 Patienten mit Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses verlassen weniger als zehn lebend die Klinik, weniger als fünf ohne ein neurologisches Defizit“, sagt Schöls. Viel mehr überlebten, würden Angehörige, Bekannte oder Zeugen bei einem Herzstillstandes umgehend eine Herzdruckmassage beginnen.
  • „Drücken bis der Arzt kommt“, sei das Motto, so der Kardiologe. „Das kann jeder. Es sorgt für eine Minimal-Zirkulation, die eine ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff aufrecht erhält.“ Ein Defibrillator sei oft nicht schnell verfügbar, die Wahrscheinlichkeit, auf einen ausgebildeten Ersthelfer zu treffen, gering.

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