Theater

„Heimspiel“-Schauspieler improvisieren lustige Szenen

Markus Rybackiund Tina Wellmann treffen sich als Florian und Chantal24 zum Date. Florian ist Schmetterlingsjäger.

Markus Rybackiund Tina Wellmann treffen sich als Florian und Chantal24 zum Date. Florian ist Schmetterlingsjäger.

Foto: Tanja Pickartz

Neudorf.   Zuschauer geben Hinweise, die Darsteller der Impro-Gruppe Heimspiel bauen sie ein: Im Wonnemonat Mai lautet das Show-Motto „Das Auge küsst mit.“

Dies ist kein Abend zum Zurücklehnen und berieselt werden – das merken die Zuschauer direkt zu Beginn. Am Eingang sollen sie ein paar Vorschläge auf Zetteln notieren, die die Schauspieler der Theatergruppe „IG Heimspiel“ in ihren Szenen verarbeitet. Das Schauspiel wird eröffnet mit dem Lied „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Publikum und Darsteller singen gemeinsam, unter erschwerten Bedingen. Bei jedem „t“ müssen die Gäste aufstehen. „Marmor, St...“ aufstehen. „Stein und Eisen bricht.“ Hinsetzen. „Weine nicht...“ Aufstehen. Am Ende sind Schauspieler und Zuschauer warm miteinander geworden. Gute Voraussetzungen für einen launigen Improvisationsabend, diesmal zum Thema „Das Auge küsst mit.“ Es ist schließlich noch ein paar Tage Wonnemonat. Das verspricht große Gefühle bei Schauspielern und Zuschauern im Pfaarsaal der evangelischen Gemeinde Neudorf-West.

Zum Team gehören Dany Kurth, Markus Rybacki, Tina Wellmann, Katja Stief und Franziska Höffkes. Sie haben ruhrpotttaugliche Rückennummern wie 09 und 04, aber auch „ein Vierte vor Acht“. Kennen gelernt haben sich die Schauspieler bei einem Volkshochschul-Kurs „Improvisationstheater“. Kursleiter war Marcus Matten, Improtheater-Veteran und Mitglied im Ensemble „Schwanensees Rache.“ Techniken und Regeln der einzelnen Spiele standen zum Beispiel auf dem Lehrplan. „Ich find’s spannend, was auf der Bühne entsteht. Außerdem muss man keinen Text lernen“, erklärt Markus Rybacki. Meistens fällt ihnen spontan etwas ein. Und wenn doch jemand einen Hänger hat, wird der richtig zelebriert. „Fehler groß machen“, lautet die Devise, die dem Publikum am meisten Spaß macht.

Zunächst trafen sich die „Heimspieler“ im Wohnzimmer, um zu proben. Nun haben sie regelmäßig Shows und nehmen teilweise auch an Auftritten und Workshops anderer Gruppen teil. „Wir spielen nicht gegeneinander, sondern miteinander und lassen den anderen glänzen. Jeder hat seine Lieblingsdisziplin“, sagt Katja Stief.

Tina Wellmann rät selbst die abstrusesten Rätsel. In einer Szene hat sie zum Beispiel eine Begegnung mit Heino und spielt Schach. Die Zuschauer rufen die Anweisungen hinein, die Gruppe muss es schauspielerisch umsetzen. Tipps sind erlaubt. „Woher hast du denn die schwarzbraune Haselnuss?“ Mmh, Tina Wellmann runzelt die Stirn. „Und die Sonnenbrille steht dir ausgesprochen gut“, lobt ein anderer. Es dauert noch ein bisschen, bis sie auch aufs Schachspielen kommt. Aber dann ist ihr der Applaus der Zuschauer sicher.

Ausflug in die Welt der Märchen

Bei einem anderen Spiel treffen sich Florian, 53, und Chantal24 zu einem Date. Chantal hat einen Tick und kreischt zwischendurch. Florian fängt in seiner Freizeit gerne Schmetterlinge. Also hechtet er während des Gespräch mit Chantal über die Bühne, um den imaginären Schmetterling zu fangen. Die guckt ein bisschen verwundert, brüllt aber zwischendurch, was ebenso für Situationskomik sorgt.

Jeder Abend steht unter einem anderen Motto. Die nächste Vorstellung findet am 24. Juni im Explorado-Kindermuseum statt – und entführt die Zuschauer in die fabelhafte Welt der Märchengestalten und fantasievollen Wesen.

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