Verkehr

Haltestelle Im Schlenk wird für Millionen barrierefrei

Die Haltestelle soll künftig vis à vis vom Seniorenzentrum liegen. Anwohner kritisieren allerdings, dass dann eine Fahrspur für Autos wegfällt. Die Stadt versichert, die Pläne seien den Bürgern in verschiedenen Kolloquien vorgestellt worden.

Die Haltestelle soll künftig vis à vis vom Seniorenzentrum liegen. Anwohner kritisieren allerdings, dass dann eine Fahrspur für Autos wegfällt. Die Stadt versichert, die Pläne seien den Bürgern in verschiedenen Kolloquien vorgestellt worden.

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg-Wanheimerort.  Bis 2020 sollen die Straßenbahnhaltestellen entlang der U 79 barrierefrei sein. Die CDU bezweifelte allerdings bei einer Bürgerversammlung, dass die Stadt genug Tempo mache, um noch Fördermittel zu bekommen. Auf Nachfrage gibt die Stadt allerdings Entwarnung: Die Arbeiten könnten Ende 2014 beginnen.

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Bis 2020 sollen die Straßenbahnhaltestellen entlang der U 79 barrierefrei umgebaut werden. So soll älteren Menschen, die beispielsweise auf einen Rollator angewiesen sind, aber auch Müttern mit Kinderwagen das Ein- und Aussteigen erleichtert werden. Die CDU Wanheimerort/Hochfeld befürchtet aber, dass die Stadt es „verschläft“, rechtzeitig Baurecht zu schaffen, wie sie nun auf einer Bürgerversammlung in Wanheimerort betonte. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat Gelder für den Umbau bereit gestellt, allerdings können die nur bis zum Jahresende abgerufen werden, so CDU-Ratsherr Frank Heidenreich. Auf Nachfrage unserer Zeitung gibt die Stadt allerdings Entwarnung. „Wir erwarten den Zuwendungsbescheid über die Förderung für die Haltestelle ,Im Schlenk’ für das dritte Quartal. Die Mittel werden nicht verfallen“, erklärt Stadtsprecher Peter Hilbrands.

Förderquote von 85 Prozent

Die Pläne für die Umgestaltung der Haltestelle „Im Schlenk“ sind am Weitesten. Der Haltepunkt, so der Vorschlag der Stadt, soll auf die andere Seite der Kreuzung verlagert werden und sich dann vis-à-vis vom Seniorenzentrum befinden. Aus zwei Seitenbahnsteigen soll ein Mittelbahnsteig werden, ähnlich etwa der Haltestelle Kremerstraße. Anwohner kritisieren allerdings, dass bei dieser Lösung eine Fahrspur wegfällt. Das könnte zu Problemen führen, etwa wenn Autofahrer vom Einkaufen kommen und sich wieder auf der Düsseldorfer Straße einordnen wollen – oder sie eben den Parkplatz ansteuern.

„Gab es überhaupt schon eine Bürgerbeteiligung, bei der diese Bedenken geprüft wurden?“, fragt Rudolf Arend kritisch nach. Schulterzucken bei der CDU. Die Stadt versichert aber: „Der geplante Umbau der Haltestelle ,Im Schlenk‘ wurde den Bürgern in verschiedenen Kolloquien vorgestellt. Außerdem gibt es dazu bereits einen Planungsbeschluss des Rates.“ Der barrierefreie Umbau kostet pro Haltestelle drei bis vier Millionen – mal sechs, da zwischen Stadtmitte und Wanheimerort an sechs Punkten zum Aussteigen Stufen überwunden werden müssen. „Wir rechnen mit einer Förderquote von 85 Prozent“, schlüsselt Hilbrands die Finanzierung auf.

Zukunft der U 79

„Wie geht es überhaupt mit der U79 weiter?“, hakt Zuhörer Gerd Müller nach. Frank Heidenreich glaubt an eine Zukunft der Bahn. „Es wäre der Treppenwitz der Geschichte, wenn man die Haltestelle für Millionen saniert und die Bahn dann in ein paar Jahren nur noch bis zur Stadtgrenze fährt.“ Peter Hilbrands betont: „Derzeit wird auf höchster Ebene versucht, weitere Fördergelder zu akquirieren, um eine Finanzierung der zu beschaffenden Zugsicherungstechnik zu ermöglichen.“ Es sei erklärter Wille der Städte Duisburg, Düsseldorf und der Bezirksregierung die Gemeinschaftslinie U 79 aufrecht zu erhalten.