Prozess

70.000 Euro Falschgeld gedruckt: Gefängnis für Fälscher

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg liegt im Herzen der Innenstadt, zwischen Stadttheater, Mercatorhalle und Einkaufszentrum Forum (hinten links im Bild).

Foto: Stephan Eickershoff

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg liegt im Herzen der Innenstadt, zwischen Stadttheater, Mercatorhalle und Einkaufszentrum Forum (hinten links im Bild). Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Weil sie falsche 50 Euro-Scheine im "Wert" von über 70.000 Euro herstellten, hat das Landgericht zwei Duisburger zu Haftstrafen verurteilt.

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Ein dummer Fehler hatte ein Geldfälscher-Duo aus Neudorf auffliegen lassen: Ein Briefumschlag mit Blüten, die nach Frankreich geschickt werden sollten, war zu gering frankiert gewesen und landete – mit falschem Absender – bei einer Nachbarin. Die rief die Polizei. Die Quittung bekamen die Amateur-Gelddrucker am Mittwoch vom Landgericht: Ein 50-Jähriger muss wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung für vier Jahre, ein wegen Beihilfe verurteilter 54-Jähriger für 18 Monate ins Gefängnis.

Falsche 50 Euro-Scheine im Wert von über 70.000 Euro waren sichergestellt worden, als Ermittler die Wohnungen der Männer durchsuchten. Nach der ersten, zufällig entdeckten Briefsendung, waren zwei weitere, die ebenfalls nach Frankreich gehen sollten, im Rahmen einer Postüberwachungsmaßnahme abgefangen worden.

Hauptangeklagter hatte 17 Vorstrafen

Die Richter hatten am Ende keinen Zweifel daran, dass der 50-Jährige, der sich gerade mit einer Marketing-Agentur selbstständig machte, die treibende Kraft des kriminellen Unternehmens gewesen war. Auch wenn der Angeklagte sich Mühe gegeben hatte, seinen eigenen Tatbeitrag klein und den des Mitangeklagten größer erscheinen zu lassen.

Über das Darknet, jenen anonymen, dunklen Teil des Internets, in dem von Kinderpornografie über Drogen bis zu Kriegswaffen alles gehandelt werden kann, hatte der 50-Jährige das Falschgeld angeboten. Viel mehr als ein Geständnis konnten die Richter dem Angeklagten am Ende des mehrtägigen Prozesses nicht zu Gute halten. Sein Vorstrafenregister weist 17 Eintragungen auf. Rund 14 Jahre seines Lebens saß er bereits hinter Gittern.

Den Tatbeitrag des bislang unbestraften 54-Jährigen, der mit einigem Ehrgeiz technische Probleme der Geldherstellung zu lösen versucht hatte, wertete das Gericht nur als Beihilfe. Besondere Umstände in der Tat oder seiner Person, welche die Aussetzung einer mehr als einjährigen Freiheitsstrafe zur Bewährung gerechtfertigt hätten, sahen die Richter allerdings nicht.

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