Urteil in Duisburg

Haftstrafe für brutale Attacke auf Duisburger Hausmeister

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Das Landgericht verurteilt einen 34-jährigen Duisburger wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Tat geschah am Rande eines Kindergeburtstags.

Mit einer Verurteilung zu drei Jahren und acht Monaten Haft endete vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz das Verfahren gegen einen 34-jährigen Polen aus Rheinhausen. Zur Überzeugung der Strafkammer hatte er am Rande eines Kindergeburtstages am 30. Juni 2018 an der Asterlager Straße einen Hausmeister attackiert, mit dem er bereits mehrfach in Streit geraten war. Der reichlich alkoholisierte Angreifer schlug den 57-jährigen nieder und trat ihn mit Arbeitsschuhen, in die Stahlkappen eingearbeitet waren.

„Volle Kanne“ und „vorn Kopp“, so hatten Zeugen in typischer Ruhrgebietsart die brutale Attacke anschaulich geschildert. Der Geschädigte erlitt eine Platzwunde, eine Gesichtsprellung und verlor ein Stück Zahn. Zudem verschlimmerten sich als Folge der Tat auch seine Depressionen, was bei der Strafzumessung keine untergeordnete Rolle spielte.

Spätes rückhaltloses Geständnis

Für den Angeklagten sprach im Urteil, dass er spät im Verfahren ein rückhaltloses Geständnis abgelegt hatte. Von der zunächst behaupteten Notwehr rückte der 40-Jährige ab. Er gestand, dass die Aggression allein von ihm ausgegangen sei.

Ursprünglich war versuchter Totschlag angeklagt gewesen. Allerdings lautete das Urteil der 5. Großen Strafkammer zuletzt nur auf gefährliche Körperverletzung. Zwar war klar, dass wer mit einem Stahlkappenschuh von oben auf einen am Boden liegenden Menschen tritt, dessen Tod zumindest billigend in Kauf nimmt. Allerdings hatte der Angeklagte bereits vor dem Eingreifen von Zeugen seine Attacke freiwillig beendet. Juristen sprechen in einem solchen Fall von einem strafbefreienden Rücktritt von der Tat.

Unterbringung in Entziehungsanstalt

Der Angeklagte war bereits mehrfach vorbestraft. Allerdings fanden sich keine einschlägigen Delikte in seinem Vorstrafenregister. Als besonders verwerflich sahen es Staatsanwalt und Gericht an, dass die Tat sich am Rande eines Kindergeburtstages und Minderjährige zu Augenzeugen wurden.

Aufgrund der Alkoholprobleme des 34-Jährigen - zur Tatzeit hatte er mehr als zwei Promille, ohne dass dies seine Schuldfähigkeit deutlich beeinträchtigt hätte - ordnete das Gericht mit dem Urteil die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Zeitnah wird er nun in eine geschlossene Therapieeinrichtung wechseln können. Im günstigsten Fall könnte er bereits in 20 Monaten wieder auf freien Fuß kommen.

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