Schule

Grundschule in Duisburg Kasslerfeld stabilisiert

Die Erstklässler der Wrangelstraße mit selbst gemalten „Nanas“ nach Nikki de Saint Phalle, Rektorin Heinrichsmeyer (l.) und Lehrerin Carmen Müller (r.).

Die Erstklässler der Wrangelstraße mit selbst gemalten „Nanas“ nach Nikki de Saint Phalle, Rektorin Heinrichsmeyer (l.) und Lehrerin Carmen Müller (r.).

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.  Vor fünf Jahren galt die einzige Schule in Duisburg-Kasslerfeld noch als Schließungskandidat. Seitdem hatsie sich stabilisiert und im laufenden Jahr erstmals wieder zwei Eingangsklassen gebildet. Rektorin hofft, dauerhaft die Zweizügigkeit zu erreichen.

Vielleicht sollte man die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) an der Wrangelstraße in Kasslerfeld nach Dornröschen benennen: Wie die Märchenprinzessin ist sie – vor fünf Jahren noch ein Schließungskandidat – buchstäblich aufgewacht, hat sich pädagogisch runderneuert und konnte im aktuellen ersten Jahrgang nach langer Zeit wieder zwei (kleine) Klassen bilden statt einer. Die Stabilisierung lässt auch wieder Raum für größere Projekte: In dieser Woche beschäftigten sich die Klassen mit Kunst, am heutigen Freitag präsentieren Kollegium und Kinder die Ergebnisse ihren Eltern und interessierten Gästen.

Es stand lange Spitz auf Knopf: Die Schließung der einzigen Grundschule in Kasslerfeld, mit auf dem Tiefpunkt nur 78 Kindern, war so gut wie besiegelt. Doch am Ende verweigerte die Politik die Zustimmung. „Und seitdem wachsen wir“, berichtet Natalie Heinrichsmeyer, Schulleiterin seit fünf Jahren. Für die Rektorin ist der Erhalt der Schule eine richtige Entscheidung für den Stadtteil: Kasslerfeld wird umgrenzt von Autobahn, Hafen, Gewerbegebieten. Als Siedlung eine Insel, als Stadtteil ein Quartier mit Erneuerungsbedarf. Kirchen gibt es hier schon nicht mehr. 70 Prozent der Kinder an der Wrangelstraße haben einen Migrationshintergrund. Gemeinsam feiern sie, Christen und Muslime, Hindus und Buddhisten, hier regelmäßig ökumenische Schulgottesdienste

"Wir haben einfach nicht aufgegeben"

So isoliert gelegen, das ist Heinrichsmeyer klar, wird die Schule nicht viele Kinder aus anderen Stadtteilen locken. Sie ist aber überzeugt, mit neuen Konzepten und erweiterten Angeboten zumindest die halten zu können, die im Umfeld wohnen. Auf Dauer genug, um die Schule komplett auf zwei Klassen pro Jahrgang auszubauen. Die GGS ist mittlerweile Pilotschule für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche, ist als letzte ins Programm „Jedem Kind ein Instrument“ gerutscht, nimmt teil am Gesundheitsprogramm Klasse 2000, am Energiesparen der Duisburger Schulen, wird unterstützt vom Verein Immersatt und vom Lions Club Concordia. Die Betreuung am Nachmittag wurde bereits auf 15 Uhr aufgestockt. Im nächsten Jahr wird sie sogar offene Ganztagsgrundschule. Nachdem die Landesförderung dafür ausgelaufen ist, stemmt die Stadt den Umbau zur OGS aus eigenen Finanzmitteln.

Wie rappelt sich eine Schule auf, die geschlossen werden sollte? „Wir haben einfach nicht aufgegeben“, sagt Natalie Heinrichsmeyer, lobt ihr „tolles Team, das mit Herzblut bei der Arbeit ist“ (es gibt sechs Lehrerinnen), erwähnt auch den Rückhalt der Eltern in Kasslerfeld, die jetzt wieder Planungssicherheit haben.

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