Geschäftseröffnung

Großer Ansturm beim ersten Unverpackt-Laden in Duisburg

Zur Eröffnung von „Duisburg Unverpackt“ am Samstag bildeten sich im ersten Unverpacktladen der Stadt Warteschlangen an der Kasse.

Zur Eröffnung von „Duisburg Unverpackt“ am Samstag bildeten sich im ersten Unverpacktladen der Stadt Warteschlangen an der Kasse.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Eröffnung von „Duisburg Unverpackt“ hat am Samstag zu langen Schlangen an der Kasse geführt. Wie den Besuchern der Unverpacktladen gefällt.

Einige bunte, vegane Gummibärchen und dazu noch Trinkhalme aus Edelstahl. Das ist die Ausbeute von Tabea Bogdan und Jessica Nagel. „Die Strohhalme nutze ich für meine Smoothies und Cocktails“, sagt die 24-jährige Tabea und schmunzelt. Gemeinsam haben sich die beiden Freundinnen Duisburgs ersten Unverpackt-Laden angeschaut. „Der ist superschön eingerichtet. Hoffentlich hält sich der Laden“, meint Jessica (24).

Als erstes Geschäft in Duisburg, in dem Plastik und unnötige Verpackungen Hausverbot haben, hat „Duisburg Unverpackt“ am Samstag in Neudorf eröffnet.

Kunden wiegen Lebensmittel ab – Inhaber vertrauen ihnen

Das Prinzip ist einfach: Kunden können von zu Hause zum Beispiel Einmachgläser mitbringen oder auch vor Ort erwerben. Diese wiegen sie zunächst im Geschäft ab. Dann können sie so viel sie möchten von den Produkten abfüllen. An der Kasse wird die Ware abzüglich des Gewichts der Behälter abgewogen.

„Die Inhaber vertrauen ihren Kunden dabei sehr. Das macht es alles sehr familiär“, findet Besucherin Lena Spriesterbach.

Andrea und ihr Sohn Lucas Langwald verkaufen in ihrem Laden verschiedene Müsli-Sorten, Nudeln, Gewürze, Reis und auch Schokolade, die zu Bruch gegangen ist und in anderen Geschäften nicht mehr in den Regalen stehen würde. „Die Haferflocken müssen wir heute unglaublich schnell nachfüllen“, sagt Lucas. Am Eröffnungstag hat er kaum eine freie Minute. „Ansonsten gehen die Trinkhalme, Müsli und Kaffeefilter echt schnell weg.“

Zur Eröffnung lange Schlagen an der Kasse

Der Ansturm am Samstagmittag ist groß. In dem rund 65 Quadratmeter großen Laden quetschen sich die Neugierigen aneinander vorbei. Das Rascheln von Müsli ist in der einen Ecke zu hören, in der anderen, wie Glasbehälter geöffnet und verschlossen werden.

Die Warteschlange an der Kasse wird immer länger. „Mir ist das etwas zu voll, aber ich habe hier neue Anreize bekommen. Die Wachstücher finde ich zum Beispiel sehr interessant“, meint Besucherin Anni Kahl.

Wie die umweltbewusste Kundschaft Plastik vermeidet

Viele der Kunden versuchen selbst zu Hause umweltbewusster und nachhaltiger zu leben. „Wir haben eine Woche lang Plastikfasten gemacht. Das ist leider wirklich sehr schwer“, berichtet Barbara Zimmermann.

Auch Tabea Bogdan versucht im Alltag Plastik zu vermeiden: „Ich kaufe Obst und Gemüse nur mit dem Netzbeutel ein, damit ich die Lebensmittel, die in Plastik verpackt sind, nicht kaufen muss.“

Bei Rosa Zwick und Jessica Nagel gibt es schon seit einiger Zeit Veränderungen im Bad. „Ich habe mir zum Beispiel eine Zahnbürste aus Bambus gekauft“, sagt Rosa. Jessica berichtet: „Die Shampoo-Flaschen habe ich komplett abgeschafft und nehme dafür andere Produkte.“

Auch Waschmittel und WC-Reiniger zum Abfüllen

Abgesehen von Lebensmitteln bietet „Duisburg Unverpackt“ auch Waschmittel, WC-Reiniger und Deocreme zum Abfüllen an. Robert Schäfer hat sich Zahnpasta-Tabletten gekauft: „Sobald meine Zahnpasta zu Hause aufgebraucht ist, möchte ich die Tabletten mal ausprobieren.“

Weitere Produkte sollen bei „Duisburg-Unverpackt“ in Zukunft noch folgen. Mit der Eröffnung ist Student Lucas Langwald aber schon am Samstag sehr zufrieden: „Viel zu tun, aber das ist gut. Und das Publikum ist total gemischt, das finde ich toll.“

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