Filmfestival Doxs

„Große Klappe“ preist kunstvollen Film über Verlust

Die „Große Klappe“ ging an Diana Cam Van Nguyen (Mitte) für ihren Film „Zusammen allein“. Es gratulierten Kathrin Willmann (links) von der preisstiftenden Bundeszentrale für politische Bildung und Doxs-Leiterin Gudrun Sommer.

Die „Große Klappe“ ging an Diana Cam Van Nguyen (Mitte) für ihren Film „Zusammen allein“. Es gratulierten Kathrin Willmann (links) von der preisstiftenden Bundeszentrale für politische Bildung und Doxs-Leiterin Gudrun Sommer.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Duisburger Jugendjury wählt die tschechische Produktion „Zusammen allein“ von Diana Cam Van Nguyen für den Preis „Große Klappe“ aus.

Ein kunstvoll animierter, ebenso einfühlsamer wie berührender Film über den Tod hat beim 18. Festival „Doxs“ den europäischen Filmpreis für den besten politischen Kinder- und Jugenddokumentarfilm „Große Klappe“ gewonnen. Die tschechische Produktion „Spolu sami“ / „Zusammen allein“ wurde von der Jugendjury aus acht nominierten Filmen ausgewählt; der Preis ist mit 5000 Euro von der Bundeszentrale für politische Bildung dotiert.

Die zwölf Jurymitglieder aus Bochum, Duisburg und Moers trauen dem Film zu, Jugendliche zu motivieren, über sehr persönliche und schmerzhafte Gefühle ins Gespräch zu kommen. Wie Regisseurin Diana Cam Van Nguyen im Gespräch schilderte, hat sie für ihren Film drei junge Menschen befragt, die sie aus der Schulzeit kannte – und wusste, dass sie früh Vater, Mutter oder einen Freund verloren haben.

Drei junge Menschen berichten vom Schmerz ihres Verlusts

Im nur zehnminütigen Film verwebt sie die Erzählungen der drei, die von ihrem Schmerz des Verlusts

berichten und darüber, was es bedeutet, endgültig voneinander getrennt zu sein. „Mit einer malerischen Animation bringt der Film die Hilflosigkeit der Protagonisten zum Ausdruck und verstärkt ihre Erzählungen durch das gelungene Hervorheben einzelner Details“, so die Jury in ihrer Begründung.

Eine lobende Erwähnung sprechen die Jugendlichen für die 3sat-Produktion „Dazwischen Elsa“ von Katharina Pethke und Christoph Rohrscheidt aus, einer der in der Doku-Klasse 2018 diskutierten Stoffe. Der 30-minütige Kurzfilm porträtiert eine junge Frau, die auf der Suche nach der passenden Weiche für ihre Zukunft ist.

Wunderbare Kinder aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek

Zum ersten Mal vergeben wurde bei Doxs der Preis für den besten fremdsprachigen Kinderdokumentarfilm, den die „Selbst.Los! Kulturstiftung - Annelie und Wilfried Stascheit“ mit 6000 Euro dotiert hat. Er ging an „Die Götter von Molenbeek – Aatos und die Welt“ von Reetta Huhtanen. Im Mittelpunkt stehen mit dem sechsjährigen Aatos und seinen Freunden Amine und Flo aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek drei wunderbare Protagonisten.

Vor allem Aatos, der mit philosophischem Ernst große Fragen anspricht wie die Existenz Gottes oder was nach dem Tod kommt, beeindruckt mit seiner Nachdenklichkeit, während Amine sicher ist, dass Allah der größte Gott ist und Flo sagt, es sei verrückt, an Gott zu glauben. Fragen, die die Kinder zumal vor dem Hintergrund der Terroranschläge 2016 in Brüssel bewegen und die sie ansprechen und dann spielerisch verarbeiten.

Regisseurin ermuntert das Publikum: Lebt den eigenen Traum

Mit dem ECFA Documentary Award wurde „Champ“ der niederländischen Regisseurin Cassandra Offenberg ausgezeichnet. Der vom europäischen Verband für Kinder- und Jugendfilm (ECFA) ausgelobte Filmpreis wurde zum vierten Mal in Duisburg vergeben. Der Film porträtiert die 14-jährige Kickboxerin Esma, die trotz aller Widrigkeiten und Ängste ihren großen Traum verfolgt, Champion zu werden. Und die Regisseurin ermunterte das junge Publikum im Filmforum genau dazu: den eigenen Traum zu leben.

Die lebendige Moderation durch die Jugendjury in Interview-Form war wieder unterhaltsam und im ausgebuchten Saal geradezu eine Wohltat gegenüber manchen Reden, die etwa bei der Eröffnung der Filmwoche gehalten werden.

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