Gesundheit

Giftiger Parkettkleber macht Duisburger Grundschüler krank

Ist der Parkettkleber schuld? Nachdem in einer Duisburger Schule merkwürdige Gerüche festgestellt wurden, klagten einige Kinder über Kopfschmerzen, Schwindel, gereize Schleimhäute. Die Stadt untersucht nun die möglichen Ursachen und hat schnelle Sanierung angekündigt.

Ist der Parkettkleber schuld? Nachdem in einer Duisburger Schule merkwürdige Gerüche festgestellt wurden, klagten einige Kinder über Kopfschmerzen, Schwindel, gereize Schleimhäute. Die Stadt untersucht nun die möglichen Ursachen und hat schnelle Sanierung angekündigt.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Duisburg.   In einem Klassenraum einer Grundschule riecht es seltsam, Kinder klagen über Schwindel und Kopfschmerz. Ursache ist vermutlich ein alter Parkettkleber, der giftige Stoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder polychlorierte Biphenyle (PCB) enthalten kann.

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Giftiger Parkettkleber ist wohl die Ursache dafür, dass an einer Gemeinschaftsgrundschule in Wanheimerort Kinder über Gesundheitsbeschwerden klagen und ein Klassenraum bis auf weiteres nicht genutzt werden kann. Die Stadt versprach am Donnerstag rasche Untersuchung und auch Sanierung des Problems.

Yvonne Kaisers Sohn besucht die Klasse 4a der Schule. Er und einige Freunde klagen seit dem Ende der Sommerferien über häufige Kopfschmerzen, Schwindel, gereizte Schleimhäute und Sehstörungen. Für die Eltern unerklärlich, bis die Klassenlehrerin bei der ersten Elternversammlung im neuen Jahr Anfang der Woche Auskunft gab: Es sei ein seltsamer Geruch in der Klasse wahrzunehmen.

Stadt reagiert auf die Elternsorgen

Das gleiche Problem habe es 2011 schon einmal gegeben, es sei damals durch eine neue Versiegelung des Bodens gelöst worden, berichten Yvonne Kaiser und der Klassenpflegschaftsvorsitzende Yüksel Duran. Nun, so die Vermutung der Eltern, hält die Schutzschicht offenbar nicht mehr dicht. Der Kleberdunst dampft wieder aus. Mit den beschriebenen Folgen, von denen allerdings nicht alle Kinder unmittelbar betroffen sind, berichten die Eltern. Die Schule hat bereits auf die Situation reagiert und nutzt den betroffenen Klassenraum nicht mehr.

Nachdem die WAZ der Stadt die Elternsorgen vorgetragen hat, reagierte auch diese umgehend. Mitarbeiter des Immobilien-Managements waren am Donnerstag vor Ort, untersuchten in der Schule die möglichen Ursachen für den Geruch. Die Prüfung, welche Materialien in dem Raum verbaut worden seien, werde aber wohl längere Zeit in Anspruch nehmen, so ein Stadtsprecher.

Klassenraum bis auf weiteres nicht genutzt

„Es scheint aber auf jeden Fall so zu sein, dass da etwas nicht stimmt.“ Sobald die Ursachen und mögliche Gesundheitsgefahren abgeklärt sind, werde der Raum umgehend saniert. Die Stadt bestätigte auch die Richtigkeit der Erstmaßnahme der Schule: „Der Klassenraum wird bis auf weiteres nicht genutzt.“

Vor alten Parkettklebern und Fugendichtungen – verwendet bis etwa 1970 – hat die Stiftung Warentest schon vor Jahren gewarnt. Viele enthalten krebserregende Gifte, etwa polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder polychlorierte Biphenyle (PCB). In der Regel kein Problem, so lange das Parkett fest verklebt ist. Lösen sich aber Holzstäbe, kann der Kleber darunter zu feinstem Staub zermahlen, in die Luft freigesetzt und eingeatmet oder durch Haut-Mund-Kontakt aufgenommen werden. „Eine gesundheitliche Zeitbombe“, heißt es auf der Internetseite umweltanalytik.com.

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