Verkaufsoffener Sonntag

„Gewerkschafts-Bashing“: Mahnwache vor Zoo Zajac in Duisburg

Das Bündnis „Aufstehen“ Duisburg hatte zur Demo vor Zoo Zajac gerufen. Nur wenige folgten der Initiative.

Das Bündnis „Aufstehen“ Duisburg hatte zur Demo vor Zoo Zajac gerufen. Nur wenige folgten der Initiative.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Mahnwache vor Zoo Zajac in Duisburg: Aktivisten beklagen Gutsherrenart des Tierhändlers, Zajac selbst nennt Gewerkschafter „niederes Volk“.

Rund ein Dutzend Mitglieder des Bündnisses „Aufstehen“ hat sich neben der Einfahrt von Zoo Zajac aufgebaut. „Für gute Bezahlung – statt Klatschen“ ist auf ein paar Transparenten zu lesen. Allerdings geht es weniger um Tarifpolitik, sondern um Grundsätzliches. Um die Rechte der Gewerkschaft und um die Sonntagsarbeit im Einzelhandel.

Hintergrund ist ein Transparent, das Geschäftsführer Norbert Zajac auf seinem Betriebsgelände hatte aufhängen lassen. „Gewerkschaften zerstören den Einzelhandel“ hieß es da. Der Grund: Die geplanten vier verkaufsoffenen Sonntage waren nach einer Klagedrohung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gekippt worden.

Zoo Zajac pocht auf freie Marktwirtschaft

„Wer Gewerkschaften unterstützt, ist gegen freie Marktwirtschaft“, hieß es weiter auf dem Transparent. Und Norbert Zajac wiederholt das auch gerne mündlich. Als Umsatzsteigerung brauche er die verkaufsoffenen Sonntage nicht so sehr, erklärt Zajac. Wichtiger seien sie, um Neukunden zu gewinnen. „Da kommt dann die ganze Familie und schaut sich um. Ein paar Tage später kommt dann einer und kauft ein oder bestellt in unserem Versandhandel.“

[Nichts verpassen, was in Duisburg passiert: Hier für den täglichen Duisburg-Newsletter anmelden.]

Seit 40 Jahren habe er solche verkaufsoffenen Sonntage durchgeführt und seine Belegschaft komme dann gerne zur Arbeit. „Langeweile in den Gewerkschaften“ mache dieser Praxis nun ein Ende. Und ungefragt legt er nach: „Das ist doch niederes Volk“, poltert Zajac, der das Transparent mittlerweile abgebaut hat, in Richtung der Gewerkschaften. Über die Männer und Frauen des Bündnisses „Aufstehen“ sagt er nur: „Die können da stehen bis sie grün sind.“

Mahnwache gegen die „Gutsherrenart“ und das „Gewerkschafts-Bashing“

Viel ausrichten können sie ohnehin nicht. Ihre Flugblätter dürfen sie nicht offensiv verteilen. So fahren die Kunden ungestört auf den Parkplatz, blicken vielleicht kurz auf die Transparente. Ganz selten hält jemand an und fragt nach einem Flugblatt. Trotzdem halten die Aktivisten ihre Mahnwache für sinnvoll. Zajacs „Gutsherrenart“ und sein „Gewerkschafts-Bashing“ dürften in Duisburg nicht unwidersprochen bleiben.

Sie stünden da nicht für eine bestimmte Gewerkschaft, hätten ihr Flugblatt aber mit der Gewerkschaft Verdi abgestimmt. „Aufstehen“ ist ein Personenbündnis, das im Jahr 2018 unter anderem durch Sarah Wagenknecht, Politikerin der „Linken“, initiiert wurde.

Leserkommentare (5) Kommentar schreiben