Schulentwicklung

Gewerkschaft fordert Bau von Grundschulen in Duisburg

Martin Fey (r.) und Peter Streuwer (l.) sind Sprecher und Stellvertreter der Fachgruppe Grundschule/Abteilung Schulleitung im Stadtverband Duisburger der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Foto: Udo Milbret

Martin Fey (r.) und Peter Streuwer (l.) sind Sprecher und Stellvertreter der Fachgruppe Grundschule/Abteilung Schulleitung im Stadtverband Duisburger der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Foto: Udo Milbret

Duisburg.   Um den Mangel an Schulraum zu beheben, dürfen nicht nur Container aufgestellt und Kinder transportiert werden, so die GEW. Sie fordert Neubauten.

Die rund 145 Millionen Euro, die in Duisburg für die Modernisierung der Schulen zur Verfügung stehen, müssen auch für den Neubau von Gundschulen genutzt werden, fordert der Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Die Schulraumerweiterung ohne Neubauten wird nur auf Kosten der pädagogischen Qualität umsetzbar sein“, warnt der Vorsitzende Norbert Müller.

„Jetzt ist die Chance, darüber nachzudenken“, fordern auch Martin Fey, Sprecher der GEW-Fachgruppe Grundschule, und sein Stellvertreter Peter Steuwer. Beide sind als langjährige Schulleiter Mitunterzeichner des Positionspapiers zur Schulentwicklung, dass die Leiter der 78 Grundschulen in dieser Woche wie berichtet veröffentlichten. Aktuell beschäftigt das Thema den Schulausschuss am nächsten Donnerstag (15 Uhr, Rathaus). Unter Leitung von Dezernent Thomas Krützberg plant eine Arbeitsgruppe aus Schulamt und IMD die Verwendung der Fördergelder aus den Programmen „Gute Schule 2020“ (Land), KiDu (Bund) sowie kommunalen Eigenmitteln. Bisher beschlossen ist lediglich die Sanierung aller Toiletten, gesetzt ist ebenfalls die Ausrüstung der Schulen mit Breitband-Internet.

Dramatische Lage im Stadtnorden

Die Aufstellung von Containern zur kurzfristigen Behebung des Mangels an Schulraum greife für die Grundschulen zu kurz, argumentieren Martin Fey und Peter Steuwer: „Kleine Kinder brauchen überschaubare Systeme. Eine Schule ist mehr als Klassenräume.“ Wer eine Grundschule gleich um mehrere Züge erweitert, müsse bedenken, dass auch Ganztagsangebote, sanitäre Anlagen und Lehrerzimmer „mitwachsen“ müssen.

„Wir dürfen nicht nur Löcher stopfen“, mahnt Fey, das vorhandene Geld für einen nachhaltigen Umbau des Systems zu nutzen. „Container und Bustransfers sind keine Lösungen“, kritisiert auch Norbert Müller. Die beiden Grundschul-Sprecher wünschen sich die Entwicklung einer klaren Perspektive für die Schulen. Für die Verbesserung der Gebäude sei nun die Stadt als Schulträger gefordert, das Land müsse für die Ausstattung mit Personal Sorge tragen. „Eine vernünftige Schulbildung ist möglich, aber nicht unter diesen Bedingungen“, warnen Fey und Steuwer.

Vor allem im Norden ist die Lage dramatisch. Die anhaltende Zuwanderung bringt die Grundschulen längst an ihre Grenzen. An der Sandstraße, Henriettenstraße und in der Regenbogenschule beträgt in einzelnen Klasse der Anteil von Kindern, die nie einen Kindergarten besucht haben, 90 Prozent. Diese Herausforderung sei nicht mehr zu meistern mit der derzeitigen personellen Ausstattung, warnt die GEW. „Unser Appell ist auch ein Weckruf für den Schulausschuss“, sagt Martin Fey. „Ich habe nicht den Eindruck, dass dort alle den Ernst der Lange in den Grundschulen verstanden haben.“

>> Neubauten im Norden und in der Mitte

Einen Schulneubau mit Leben zu füllen, sei kein Problem, glauben die GEW-Sprecher Martin Fey und Peter Steuer: „Die Kinder dafür sind da.“ Um möglichst schnell zu einer dauerhaften Entlastung durch einen Neubau zu kommen, müsse nun zügig über Standorte beraten und mit der Planung begonnen werden.

Zwei Neubauten schlägt der GEW-Vorsitzende Norbert Müller vor: „Angemessen wäre einer im Duisburger Norden und einer im Bereich Mitte/Süd.“ Sollte sich in zehn Jahren zeigen, dass sich die Situation entspannt hat, „bleiben noch genug alte Schulen, die wir schließen können“, meint Peter Steuwer.

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