Polizeieinsatz

Gewalt gegen Kinder? Polizei Duisburg und DVG wehren sich

Über angebliche Gewalt gegen Kinder nach einer Ticketkontrolle in einer Straßenbahn der Linie 903 in Duisburg-Marxloh berichtet das Blog „Xtranews“. Polizei und DVG wehren sich nun gegen die Vorwürfe.

Über angebliche Gewalt gegen Kinder nach einer Ticketkontrolle in einer Straßenbahn der Linie 903 in Duisburg-Marxloh berichtet das Blog „Xtranews“. Polizei und DVG wehren sich nun gegen die Vorwürfe.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Über angebliche Gewalt gegen Kinder nach einer Fahrscheinkontrolle in Marxloh berichtet das Blog „Xtranews“. Das sagen Polizei und DVG.

Das Blog „Xtranews“ hat über einen Fall mutmaßlicher Gewalt durch Polizisten und Kontrolleure der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) gegen Kinder in Marxloh berichtet. Die Verfasserin beruft sich auf Zeugen. Diese behaupten demnach, dass an jenem Tag um 12 Uhr zunächst ein „zierliches ca. 13-jähriges freches Mädchen“ ohne Fahrausweis gewaltsam von drei DVG-Ticketprüfern aus einer Straßenbahn der Linie 903 gezerrt und anschließend umzingelt worden sei. Die Polizei sei gerufen worden, die Situation schließlich eskaliert und ein Junge (12), der das Geschehen mit Abstand beobachtet habe, sei von einem Beamten in Zivil ebenfalls unverhältnismäßig angegangen worden.

„Xtranews“ hatte nach eigenen Angaben Polizei und DVG zu dem Vorfall vom Freitag befragt, auf Stellungnahmen aber nicht gewartet, sondern den Fall ausschließlich auf Basis der Zeugenaussagen veröffentlicht. „Es wäre anders wünschenswert gewesen, damit wir unsere Sicht der Dinge direkt hätten darstellen können – und nicht erst im Nachhinein“, sagt Polizeisprecher Jonas Tepe auf Nachfrage unserer Redaktion. „Wir weisen den Vorwurf der Gewalt gegenüber Kindern jedenfalls aufs Schärfste zurück.“

DVG zum Vorfall in Duisburg-Marxloh: Mädchen (16) hatte kein gültiges Ticket und sei ausfällig gegenüber Kontrolleuren geworden

Ähnlich äußert sich DVG-Sprecher Felix zur Nieden. Demnach sei ein 16- und kein 13-jähriges Mädchen ohne gültiges Ticket in der 903 erwischt worden. Es habe deshalb an der nächsten Haltestelle aussteigen müssen. Es habe sich gegenüber den Kontrolleuren nicht ausweisen, fliehen wollen und sich zudem noch ausfällig geäußert. „Deshalb wird in solchen Fällen dann die Polizei gerufen, die innerhalb von vier Minuten vor Ort war“, so zur Nieden.

Nach Angaben des Polizeisprechers Tepe war der Einsatzort das Pollmanneck. Der Bereich wird videoüberwacht, um Straftaten zu verhindern beziehungsweise schneller aufklären zu können. So ließe sich im Zweifel auch der aktuelle Fall überprüfen – und auch das Vorgehen gegenüber einem Jungen (12), der laut Tepe die Maßnahmen der Polizei gestört habe.

Polizei: Junge (12) hat Maßnahmen gestört und Platzverweis ignoriert

Er sei aufgefordert worden, dies zu unterlassen, habe den Platzverweis ignoriert. Ein Polizist in Zivil habe daraufhin seinen Dienstausweis gezeigt und den Ausweis des Zwölfjährigen verlangt. Auch dieser Aufforderung sei er nicht nachgekommen und habe stattdessen den Beamten weiter provoziert.

Zeugen berichten laut „Xtranews“, dass der Zwölfjährige von dem Polizisten beleidigt und dann mit einem weiteren Beamten „unter Anwendung grober Gewalt und unter dem Protest aller Beteiligten sowie anderer Passanten“ weggezerrt worden sei. „Der Junge ist festgehalten worden, damit er nicht abhaut“, entgegnet Polizeisprecher Tepe. „Das ist sicher ein bisschen mehr als Händchenhalten, aber keineswegs unverhältnismäßig gewesen. Wir können uns auch nicht auf der Nase herumtanzen lassen.“

Polizei redete auf der Wache Klartext mit der Mutter des Zwölfjährigen

Der Zwölfjährige sei dann mit zur Wache in Marxloh genommen worden. „Dort wartete bereits seine Mutter auf ihn, die offenbar in der Zwischenzeit informiert worden war“, so Tepe. „Wir konnten die Personalien des Jungen feststellen. Er ist aufgrund des Alters strafunmündig. Mit der Mutter haben wir aber Klartext geredet.“

Die Personalien des 16-jährigen Mädchens seien auch geklärt worden. Sie hat laut DVG-Sprecher zur Nieden nun 14 Tage Zeit, ein (Monats-)Ticket nachzureichen, müsse ansonsten wie üblich eine Strafe von 60 Euro zahlen.

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Laut „Xtranews“ werden sich wohl nun die Anwälte der Kinder mit dem Vorfall befassen und Strafantrag gegen die Mitarbeiter der DVG als auch gegen die beiden Polizisten stellen – „wegen unangemessener Grobheit und Härte im Dienst gegen Kinder“.

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