Portraits

Gesichter Rheinhausens: Theaterspielen macht Hoffnung

Die Kinder- und Jugendbühne Bahtalo führt einmal im Jahr Musicals auf

Die Kinder- und Jugendbühne Bahtalo führt einmal im Jahr Musicals auf

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Im Rahmen der Serie „Gesichter Rheinhausens“ stellen wir Jugendliche vor, die beim Theater Bahtalo mitspielen. Und sich so für Frieden einsetzen.

„Bahtalo“ bedeutet in der Sprache der Roma „Hoffnung und Freude“ und genau die möchte die gleichnamige Kinder- und Jugendbühne verbreiten. Was 2013 zunächst als ein Workshop für Roma-Kinder aus Bergheim und der Häuser In den Peschen begann, hat sich mittlerweile zu einem internationalen Theater ausgeweitet. Das Projekt ist eine Kooperation des Runden Tisches „Offenes Rheinhausen“, des Kommunalen Integrationszentrums Duisburg, der Evangelischen Christus- und Friedenskirchengemeinden Rheinhausen, des Kom’ma-Theaters, Art@Work sowie dem Jungen Ensembles Ruhr.

Kinder und Jugendliche aus Rheinhausen mit und ohne Migrationshintergrund proben gemeinsam jeden Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr in der Sekundarschule Rheinhausen, um einmal im Jahr ihr großes Musical aufzuführen. Vier von ihnen stellen wir heute im Rahmen unserer Serie „Gesichter Rheinhausens“ vor.

„Ich wünsche mir mehr Parks“

Als erstes wäre da die 17-jährige Djilia Ali, die im vergangenen Stück „Abenteuer Polaris“ die böse Hexe gespielt hat: „Ich komme aus Syrien und besuche die Willi-Fährmann-Realschule. Seit zweieinhalb Jahren mache ich bei Bahtalo mit, dort sind meine Freunde. In Rheinhausen würde ich mir mehr Parks für Familien und Kinder wünschen. Außerdem fehlen mir die Geschäfte für Jugendliche in Rheinhausen, davon könnten es mehr sein.“

„Mir gefällt, dass alle für alle da sind“

Ceren ist 13 Jahre alt und erzählt über sich selbst: „Ich komme aus Rheinhausen. Ich gehe in die 8. Klasse der Sekundarschule. Meine Eltern kommen aus der Türkei. Ich mag in Rheinhausen das Reiten am Rhein sehr und was mir noch gefällt ist, dass alle für alle da sind. Man könnte aber umweltfreundlicher in Rheinhausen werden. Außerdem fehlen mir meine Freunde, die abgeschoben worden sind. Das finde ich überhaupt nicht toll. Ich würde in Zukunft gerne bei Sportvereinen wie Eiskunstlauf oder anderen Aktivitäten mithelfen und dabei sein.“

„Es gibt immer wieder mal Vorurteile“

Die 14-jährige Larisa Andrea Luca ist ebenfalls Bahtalo-Mitglied: „Ich heiße Larisa Andrea Luca und ich bin 14 Jahre alt und besuche die Heinrich Heine Gesamtschule. In Rheinhausen gibt es viele nette Menschen und nicht so viel Rassismus. Trotzdem gibt es immer wieder mal Vorurteile gegen Rumänen und das finde ich nicht so toll. Bei Bahtalo tanze und singe ich sehr gerne.“

„Ich mag die netten Nachbarn“

Zuletzt wäre da noch der 13-jährige Amos: „Ich besuche die Sekundarschule und bin seit drei Jahren bei Bahtalo. Ursprünglich komme ich aus dem Kongo. Ich mag die netten Nachbarn und dass es in Rheinhausen sicher ist. Manche Leute sind aber nicht nett und das gefällt mir nicht. Außerdem sollte es mehr Sportaktivitäten geben. Nebenbei bin ich in der Kirche aktiv und spiele in einer Band. Bald möchte ich auch in einen Fußballverein gehen.“

Das Konzert-Projekt für Frieden und Vielfalt Rheinhausen, in das die Aktion „Gesichter Rheinhausens“ eingebettet ist, endet am Samstag, 14. Dezember, um 19 Uhr mit einem Winterkonzert in der Aula des Krupp-Gymnasiums, Flutweg 62. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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