Nikolaus-Bescherung

Gerald Asamoah gibt den Nikolaus im Herzzentrum

Der Ex-Fussballnationalspieler Gerald Asamoah war als Botschafter seiner Kinder-Herzstiftung gestern als Nikolaus im Herzzentrum Meiderich. Auch für den kleinen Erik und seine Mutter gab’s Geschenke.

Der Ex-Fussballnationalspieler Gerald Asamoah war als Botschafter seiner Kinder-Herzstiftung gestern als Nikolaus im Herzzentrum Meiderich. Auch für den kleinen Erik und seine Mutter gab’s Geschenke.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Für seine Kinder-Herzstiftung kam Ex-Fußballnationalspieler Gerald Asamoah am Donnerstag zur Nikolaus-Bescherung in die Meidericher Herzklinik.

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Die Aufzugtür der Kinderstation des Meiderich Herzzentrums öffnet sich und Gerald Asamoah begrüßt die Wartenden mit seinem breitesten Lächeln. „Wo ist meine Rüstung“, fragt der ehemalige Fußballnationalspiele. Am Mittwoch ist der langjährige Profi bei Schalke 04 nicht in seiner Aufgabe als Botschafter des Vereins unterwegs, sondern als Nikolaus für die Stiftung, die seit 2007 seinen Namen trägt und sich weltweit dafür einsetzt, das herzkranke Kinder aus Krisengebieten und Ländern ohne kinderkardiologische Einrichtungen in deutschen Kliniken operiert werden können.

Stiftung vermittelt Kinder bundesweit an Kliniken

Es sind Kinder wie Isioma aus Nigeria, die von der Stiftung über ihr Netzwerk von Ärzten für eine Operation vermittelt werden. Ihr sogenanntes Ein-Kammer-Herz wäre nicht mehr lange in der Lage gewesen, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. „Ohne Operation hätte sie nicht lange überleben können“, berichtet Dr. Michael Scheid. In zwei Operationen hat der Herzchirurg mit seinem Team die Blutgefäße von Isioma so umgebaut, dass sauerstoffarmes Blut erst in die Lunge fließt und dann vom Herz in den Kreislauf gepumpt wird.

Vor kurzem wurde das Mädchen nach Hause entlassen. Die Stiftung hat ihren Sitz zwar in Gelsenkirchen-Buer, vermittelt aber die kleinen Patienten bundesweit an Kliniken. „Jährlich können wir fünf bis zehn Kindern helfen“, sagt Geschäftsführerin Jeanne von Walter, die im Elch-Kostüm ebenso bei der Bescherung dabei ist wie Stiftungsvorstand Stephan Brune, der einen zünftigen Schneemann gibt: „Als Knecht Ruprecht durfte ich nicht. Wir wollen die Kinder schließlich nicht erschrecken.“

Zumeist begleicht die Stiftung, die sich allein aus Spenden finanziert, Rechnungen zwischen 30.000 und 50.000 Euro. „Oft müssen die Kinder mehrfach operiert werden, dann kann es auch teurer werden“, erklärt Jeanne von Walter. Auch für betroffene Kinder und ihre Familien engagiert sich die Stiftung, sie veranstaltet außerdem Reanimationskurse in Schulen und leistet Aufklärungsarbeit.

Einzige Kinderkardiologie im Revier

Für Gerald Asamoah ist der Einsatz eine Herzensangelegenheit im Sinne des Wortes. Vor 20 Jahren, damals spielte der heute 40-Jährige bei Hannover 96 wurde bei ihm nach Kreislaufproblemen eine Verdickung der Herzscheidewand diagnostiziert, die seine Karriere gefährdete. Erst nach Behandlungen durch einen US-amerikanischen Spezialisten konnte er seine Karriere fortsetzen mit der Auflage, stets einen Defibrillator am Spielfeldrand bereitzuhalten.

Im Meidericher Herzzentrum ist das Team von Chefarzt Dr. Otto Krogmann spezialisiert auf die Behandlung von angeborenen Herzfehlern. Junge Patienten aus dem gesamten Ruhrgebiet und vom Niederrhein werden auf der 7. Etage der Klinik am der Gerrickstraße behandelt, die im kommenden Jahr in den Neubau am Fahrner Krankenhaus umziehen wird.

Internationales Klinik-Team deckt viele Sprachen ab

„Wir sind die einzige Kinderkardiologie im Ruhrgebiet, die nächstgelegene ist in Köln“, erklärt Krogmann. Die jüngsten Patienten, die eines der insgesamt 24 Betten belegen, sind gerade erst auf der Welt einige kommen auch als Erwachsene noch nach Meiderich. „Manchen bleiben uns ihr Leben lang erhalten“, sagt der Chefarzt.

Auch die Verständigung mit den ausländischen Patienten sei kein Problem. Isioma aus Nigeria sprach Englisch, für alle anderen gibt es ein sehr internationales Mitarbeiter-Team in der Klinik, das fast alle Sprachen abdecken kann.

>>>„Gala der Herzen“ zugunsten der Stiftung

„Das schönste Geschenk für mich ist ein Kinderlachen“, sagt Gerald Asamoah. 2007 gründete er die Stiftung, die seinen Namen trägt. Sie hat ihren Sitz in Gelsenkirchen-Buer und organisiert von dort aus die Behandlungen in deutschen Herzkliniken.

Zugunsten der Stiftung gibt es die „Gala der Herzen“ mit Festmenü und Livemusik, die am 26. Januar 2019 ab 19 Uhr in der Seifenfabrik Dr. Thompson’s in Düsseldorf stattfindet. Tickets gibt’s unter: www.geraldasahmoahstiftung.ticket.io

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