Schule

Gemeinsames Lernen verbessert Chancen am Landfermann

Mia (2.v.l.) ist eine der ehrenamtlichen Schülerinnen, die den Jüngeren hilft. Michelle Weber koordiniert das Angebot – und lernt ebenso etwas für ihren späteren Job an der Schule.

Mia (2.v.l.) ist eine der ehrenamtlichen Schülerinnen, die den Jüngeren hilft. Michelle Weber koordiniert das Angebot – und lernt ebenso etwas für ihren späteren Job an der Schule.

Foto: Fabian Strauch

Innenstadt.   Ältere Schüler helfen Jüngeren – und beide lernen voneinander. Am Landfermann-Gymnasium funktioniert die Zusammenarbeit gut

„Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Lehrer haben an mich geglaubt, dass ich eine Bildungskarriere schaffen kann.“ Jürgen Tasch, stellvertretender Schulleiter des Landfermann-Gymnasiums, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, Förderer zu haben. Deshalb waren er und seine Kollegen begeistert, als sich vor einigen Monaten eine Kooperation mit dem Verein Chancenwerk ergab. Nun zogen die Schüler, Lehrer und der Verein eine positive Bilanz. Gefördert werden die Chancenwerk-Projekte, die an verschiedenen Duisburger Schulen stattfinden, unter anderem von der Haniel-Stiftung.

Ältere Schüler geben Wissen weiter

Gymnasien sind freilich seltener vertreten als andere Bildungseinrichtungen. „Aber wir haben ein breit gefächertes Förderangebot, das auch die Eltern an unserer Schule schätzen“, erklärt Jürgen Tasch. Gegründet wurde Chancenwerk von Murat Vural und seiner Schwester. „Bruder, wir müssen was tun“, erinnert er sich an die ersten Gespräche. Mit Hilfe einer so genannten Lernkaskade bekommen Oberstufen-Schüler einen Intensivkurs und geben dann ihr Wissen, etwa in Mathe oder Deutsch an jüngere Schüler weiter, die noch ein bisschen Förderung gebrauchen können.

Onur Aydogu besucht gerne die Stunden von Chancenwerk: „Ich nutze die Zeit, um Hausaufgaben zu machen und Fragen zu stellen. Wer Fragen stellt ist schlau“, erzählt der Schüler, der manchmal noch in Mathe Hilfe braucht. Die bekommt er etwa von Mia Kerlen. Die Schülerin geht mit den Kleineren regelmäßig die Aufgaben durch. „So habe ich schon einmal Erfahrung gesammelt und kann mir jetzt sogar vorstellen, später vielleicht einmal als Lehrerin zu arbeitet“, berichtet die Ehrenamtliche. 26 älteren Helfern stehen 35 Jüngere gegenüber. „Es ist gut, dass man bei Chancenwerk nicht alleine ist, sondern auch noch andere aus der Klasse hingehen. Das ist anders als bei der Nachhilfe“, lobt Onur Aydogu.

Individuelle Übungen

„Wir haben unsere Lernmethoden regelmäßig verbessert“, erklärt Songül Kavut von Chancenwerk. So wurde zum Beispiel ein Programm entwickelt, das die Kinder und ihr Wissen testet – und anschließend individuelle Übungen zusammen stellt. Der eine muss Bruchrechnung büffeln, der andere multiplizieren. „Wir schauen nicht nur auf die Defizite, sondern stärken auch die Sachen, die gut sind“, betont Murat Vural.

>>> Globus-Gesamtschule startet nächste Woche mit dem Projekt


In der nächsten Woche startet ein neues Chancenwerk-Projekt an der Globus Gesamtschule. „Jede Kooperation ist ein bisschen anders“, erklärt die pädagogische Koordinatorin Marwa Mohamad. An der Gesamtschule besteht die Schwierigkeit darin, dass Ober- und Unterstufe an verschiedenen Standorten untergebracht sind – und die Kinder, die die Seiteneinsteiger-Klassen besuchen, befinden sich an einem dritten Ort an der Wrangelstraße in Kaßlerfeld.

„Wir haben uns dazu entschieden, dass wir unsere Oberstufen-Schüler mit den S eiteneinsteigern zusammen bringen, weil sie am meisten davon profitieren“, erklärt Lehrerin Astrid Schmitz. Sie leitet das Deutsch als Zweitsprache-Zentrum und freut sich auf die Umsetzung des neuen Projekts.

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