Lebenshilfe

Gegen ein falsches Verständnis von Fürsorge

Janis McDavid spricht als Gast der Lebenshilfe am kommenden Mittwoch im Konferenzzentrum „Der Kleine Prinz“

Janis McDavid spricht als Gast der Lebenshilfe am kommenden Mittwoch im Konferenzzentrum „Der Kleine Prinz“

Duisburg.   Janis McDavid, der ohne ausgebildete Arme und Beine zur Welt kam, spricht am Mittwoch im Konferenzzentrum „Der Kleine Prinz“.

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Der Inklusion zum Trotz: „Berührungsängste haben viele Menschen immer noch – gehen Sie mal mit einem Schwerstbehinderten durch die Stadt“, sagt Dagmar Frochte, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Duisburg. Mit einem besonderen Gast wirbt der Verein für ein besseres Miteinander: Janis McDavid kam ohne ausgebildete Arme und Beine auf die Welt und bereist sie heute dennoch mit dem eigenen Auto. Am nächsten Mittwoch, 18. April, berichtet McDavid über seine Erlebnisse und seine Motivation.

Vorbild für eine Trendwende

Der aktive 26-Jährige will damit Vorbild sein für eine Trendwende auch bei Menschen mit Behinderung, ihre eigenen Grenzen neu zu stecken: „Wir können viel mehr erreichen, wenn wir unsere Situation ganz und gar annehmen“, lautet McDavids Botschaft an die eigene Community.

„Es gibt immer noch ein falsches Verständnis von Fürsorge bei Eltern, die ihre Kinder mit Handicap in Watte packen“, glaubt auch der Geschäftsführer der Duisburger Lebenshilfe, Michael Reichelt, dass Menschen mit Körperbehinderung mehr erreichen können – wenn man mehr fordert und sie im Alltag gezielt unterstützt. „Die Digitalisierung kann die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, fördern.“ Mehr Selbstbestimmung kann sogar zu großen Entwicklungsschüben führen, bestätigt Frochte.

Die Botschaft McDavids richtet sich ebenso an Arbeitgeber. Denn trotz gesetzlicher Verpflichtung für Betriebe über 20 Mitarbeiter, wenigstens fünf Prozent der Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen, richten sie kaum geeignete Arbeitsplätze ein. Lieber zahlen sie die Ausgleichsabgabe von bis zu 320 Euro im Monat. Auch McDavid, der Wirtschaftwissenschaft in Witten studierte, und in verschiedenen Unternehmen arbeitete, hat positive wie negative Erfahrungen gemacht, aber nicht locker gelassen.

Trendwende am Arbeitsmarkt

Michael Reichelt sieht eine mögliche Trendwende auf dem Arbeitsmarkt, denn „Fachkräfte werden gesucht, mehr Unternehmen überlegen, ihre Arbeitsplätze so umzugestalten.“ So richtete ein lokales Unternehmen einen Arbeitsplatz im Back-Office-Bereich für einen durch einen Unfall querschnittgelähmten Dachdecker ein. „Mit einem besonderen Rollstuhl konnte er selbstständig Material aus dem Lager holen.“

Der Motivationsvortrag von Janis McDavid beginnt am Mittwoch, 18. April um 18.30 Uhr im Beratungszentrum „Der Kleine Prinz“ an der Schwanenstraße 5-7.

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