Ausstellung

Galerie Liestmann feiert ihr Jubiläum mit einer Ausstellung

Jörg Liestmann ist Duisburgs einziger Vergoldemeister. Auf das Bild „Eisenbahnbassin Ruhrort“ ist er besonders stolz: Er hat es extra für die Ausstellung restauriert.

Jörg Liestmann ist Duisburgs einziger Vergoldemeister. Auf das Bild „Eisenbahnbassin Ruhrort“ ist er besonders stolz: Er hat es extra für die Ausstellung restauriert.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Zum Jubiläum zeigt Vergoldemeister Liestmann ein Bild mit einer kuriosen Geschichte: Erst hing es im Folkwang Museum – dann in einer Kneipe.

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„Ich finde das heute feierlicher als meinen eigenen Geburtstag vor ein paar Tagen“, sagt Jörg Liestmann (60) mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Mit 17 Jahren begann er seine Ausbildung zum Einrahmer, vor 30 Jahren machte sich der letzte Vergoldermeister Duisburgs selbstständig. Um diese Jahre nun zu feiern, veranstaltet er aktuell eine Austellung, die der Düsseldorfer Malerschule gewidmet ist. Das Besondere: Die Bilder zeigen Motive, die man heute kaum noch sieht – oder eben nur in der Kunst.

Die Ausstellung besteht aus 52 Werken namhafter Künstler wie Johann Jungblut, Otto Karl Welbers und Fritz Köhler. Auch wenn die Düsseldorfer Malerschule eher für ihre Darstellung des Christentums, historische Themen sowie Landschaftsmalerei bekannt ist, sind die Werke zeitlos und wirken modern. Das Glanzstück der Austellung ist das 1,90 x 1,10 Meter große Ölgemälde „Eisenbahnbassin Ruhrort“, das der Duisburger Künstler Max Schewe 1928 auf Leinwand malte. Es zeigt den Ruhrorter Hafen mit beladenen Frachtschiffen vor einer Industriekulisse zu einer Zeit, die von harter Arbeit geprägt war.

Ein Bild hing erst im Folkwang Museum – später in einer Kneipe

„Als ich das Werk vor zwei Wochen bekommen habe, musste ich es erstmal säubern und neu rahmen“, berichtet Liestmann. Denn das Gemälde hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich: 1928 wurde es im Folkwang Museum ausgestellt, dann landete es einige Jahre später in einer Kneipe. Eine Zeit, unter der das Gemälde gelitten hat: „Das Nikotin hat dem Gemälde sehr geschadet.“ Ein komplettes Wochenende brauchte Jörg Liestmann, um es wieder herzurichten: „Meine Hand tut mir jetzt noch weh.“ Die harte Arbeit hat sich gelohnt, denn es zieht die Blicke der Besucher auf sich. „Es ist eine interessante Perspektive aus der Geschichte, man sieht Motive, die so nicht mehr existieren“, sagt Künstler Pino Juliano (66), der die Ausstellung besucht.

Die Jubiläumsausstellung soll nicht die letzte in der Galerie Liestmann gewesen sein. Der Vergoldemeister ist sich nach jahrzehntelangem künstlerischen und erfüllten Schaffens sicher: „Ich würde mich wieder selbstständig machen. Ich mache das hier auch noch so lange wie ich kann, es macht mir einfach Spaß.“

Wer auch Interesse an den künstlerischen Werken hat und vielleicht sogar eins mit nach Hause nehmen möchte, kann die Austellung noch bis zum 23. Dezember unter der Woche in der Galerie von Jörg Liestmann an der Düsseldorfer Landstraße 390 besuchen. Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.

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