Stadtgeschichte

Funde und Grabungen: Duisburgs Archäologen erstatten Bericht

Den ersten Band der „Dispargum“-Reihe präsentieren Baudezernent Carsten Tum (li.) und die Archäologen Brigitta Kunz und Kai Thomas Platz.

Foto: Michael Dahlke

Den ersten Band der „Dispargum“-Reihe präsentieren Baudezernent Carsten Tum (li.) und die Archäologen Brigitta Kunz und Kai Thomas Platz. Foto: Michael Dahlke

Duisburg.   Die neue Buchreihe „Dispargum“ stellt künftig in jährlichen Berichten die Arbeit von Duisburgs Stadtarchäologen vor. Ein spannender Blick zurück.

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In Duisburg kann man Siedlungsspuren bis hin zur Steinzeit verfolgen, aber auch fast alle anderen Zeitepochen finden sich im Duisburger Boden. Um diese Stadtgeschichte festzuhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird dieses Jahr der erste Band des „Dispargum“ herausgebracht – als ein Jahresbericht der Duisburger Stadtarchäologie mit angekündigter Fortsetzung.

„Duisburg spielt in der ersten Liga, was Archäologie angeht“, meint Carsten Tum, Beigeordneter für Stadtentwicklung, und freut sich über das Buchprojekt. „Das Buch zeigt, dass Duisburg mehr Geschichte hat als nur Kohle und Stahl“, ergänzt Tum. Zudem: Mit der Archäologie schlägt eine moderne, zukunftsorientierte Stadtentwicklung die Brücke zwischen dem „alten“ und dem „neuen“ Duisburg. Etwa bei der Gestaltung des künftigen Mercatorquartiers.

Das Werk ist in zwei Kataloge aufgeteilt. Der erste gibt einen Überblick über die Jahresaktivitäten 2016, der zweite behandelt die archäologische Geschichte Walsums. „In den folgenden Bänden wollen wir die anderen Stadtteile behandeln“, erklärt Dr. Kai Thomas Platz, Duisburgs Chef-Stadtarchäologe. Dabei sei unbedeutend, wie alt die Funde in den Stadtteilen sind. Es wird beim ältesten angefangen und sich dann bis zur Gegenwart vorgearbeitet. Jeder Stadtteil soll so noch einmal seine ganz eigene Geschichte bekommen. Die Archäologin Dr. Brigitta Kunz erklärt: „Es wird in Kurzform dargestellt, was alles gemacht und erreicht wurde.“ Das Zusammentragen und Fertigstellen der Berichte eines Jahres dauere meist bis ins folgende Jahr hinein, so dass die erscheinenden Bände immer das vergangene behandeln werden. „Das war unser erster Band, für die nächsten wissen wir jetzt besser, wie wir die Arbeit zeitlich aufteilen werden“, sagt Platz.

Wann wurde Duisburg erstmals erwähnt?

Für Anja Geer, Leiterin des Amtes für Baurecht und Bauberatung, ist die neue Buchreihe auch ein Stück „Identitätsfindung für die Stadt“. Dabei macht schon der Titel deutlich, dass es hierbei durchaus strittig zugehen kann: Ist das „Dispargum“, das bei Gregor von Tours im 6. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt wird, tatsächlich schon unser Duisburg oder sind es doch erst die kaiserlichen Urkunden aus dem 10. Jahrhundert, die eine erste Kunde über die Stadt geben? Auch darauf geht ein Beitrag in dem Jahrbuch ein und macht spannende Beziehungen deutlich, die heute in der Forschung immer noch kontrovers diskutiert werden. Platz: „Zuerst war man sich nicht sicher, ob Duisburg am Rhein damit gemeint wurde. Aber in zwischen gibt es viele Hinweise darauf, dass unser Duisburg gemeint ist“.

Neuerscheinung im Buchhandel erhältlich

Das Buch „Dispargum - Jahresberichte der Duisburger Stadtarchäologie, Band I 2016“ ist im Buchhandel für 35 Euro erhältlich oder direkt beim Verlag Dr. Faustus, Sandstraße 23, 91186 Büchenbach.


Das neue Archiv der Stadtarchäologie ist im Landschaftspark Nord untergebracht. Am Tag des Denkmals und zur Extraschicht ist es geöffnet. Wer es sich sonst einmal angucken möchte, muss vorher einen Termin vereinbaren.

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