Energiepolitik

„Fridays for Future“: Großdemo als nächste Eskalationsstufe

Etwa 100 bis 150 Schüler bei der „Fridays for Future“-Demo am 22. Februar in Duisburg. Für die Großdemo am 20. September sind alle Generationen aufgerufen, sich zu beteiligen.

Etwa 100 bis 150 Schüler bei der „Fridays for Future“-Demo am 22. Februar in Duisburg. Für die Großdemo am 20. September sind alle Generationen aufgerufen, sich zu beteiligen.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Klima-Großdemo am 20. September in Duisburg geplant. Angesprochen sind nicht nur Schüler. Unterstützung gibt es von Gewerkschaften und Verbänden.

Freitags gehen regelmäßig Schüler für eine bessere Klimapolitik in Duisburg auf die Straße. Im Kampf um den Klimaschutz soll nun die nächste Eskalationsstufe folgen: Am Freitag, 20. September, soll aus dem Schülerstreik ein globaler Aufschrei Vieler werden. Mehr als 1000 Menschen sind für die Klimademonstration in Duisburg angemeldet. Unterstützung bekommen die jungen Klimaschützer von Gewerkschaften und Verbänden.

Der geplante Klimastreiktag wird weltweit begangen und ist quasi ein „Friday for Future“ im XXL-Format. Die Aktivisten wollen mit dieser Aktion für den Klimaschutz sensibilisieren – in Deutschland auch vor dem Hintergrund des ebenfalls am 20. September tagenden Klimakabinetts in Berlin. „Es ist nicht nur unsere Zukunft“, sagt Hannah Schauer, eine der Organisatorinnen. Es soll der bisher größte Klimastreik in Duisburg werden.

So zieht die Demo durch die Innenstadt

Die Großdemo beginnt mit einer Auftaktkundgebung um 12.30 Uhr am Bahnhofsvorplatz. Dort wird es ein einstündiges Programm geben. Um 13.30 Uhr startet der Demozug, zieht über die Königstraße und Steinsche Gasse, weiter über Post-, Gutenberg- und Köhnenstraße bis zum König-Heinrich-Platz. Dort startet um 15 Uhr die Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen und Musikprogramm.

„Wir haben gezielt eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich um die Vernetzung kümmert“, sagt Hannah Schauer. Unterstützung gibt es von Gewerkschaften und Verbänden. Redebeiträge sind etwa vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und der IG Metall geplant. Unterstützung zugesagt haben auch die Gewerkschaften GEW und Verdi.

„Das Thema geht jeden etwas an“

Die IG BAU Duisburg appelliert an die Arbeitgeber in der Region, ihren Beschäftigten die Teilnahme an der Klima-Demonstration zu ermöglichen. „Das Thema geht jeden etwas an“, sagt die Bezirksvorsitzende der Umweltgewerkschaft, Karina Pfau. „Welche Folgen der Klimawandel bereits jetzt habe, zeige sich an der Forstwirtschaft und den verheerenden Schäden in den heimischen Wäldern. Dürre, Unwetter und Schädlinge setzen den Bäumen in bisher unbekanntem Ausmaß zu“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der IG BAU.

„Einen Stopp des Klimawandels kriegen wir nur hin, wenn wir eine Verkehrswende hinbekommen“, glaubt Herbert Fürmann, Vorstandsmitglied des ADFC Duisburg. Ein Ausbau der Fahrradwege in Duisburg sei wichtig, um die Klimaziele erreichen zu können. Auch Verdi ruft auf, sich außerhalb der Arbeitszeit an der Demo zu beteiligen. „Die jungen Menschen, die freitags auf die Straße gehen, sorgen sich zu Recht um die Zukunft. Ihr Anliegen verdient unser aller Unterstützung. Es muss klimapolitisch mehr passieren als bisher“, teilt Verdi mit.

Für „Friday for Future“ ist Duisburg ein schwieriger Standort

Seit Februar gehen in Duisburg Schüler freitags auf die Straße. „Wir haben es geschafft, dass das Thema Klimaschutz diskutiert wird“, sagt Hannah Schauer, auch wenn sich politisch, wie sie sagt, noch nicht viel verändert hat. „Für ‘Fridays for Future’ ist Duisburg aber ein schwerer Standort“, sagt die 20-Jährige. Für viele Duisburger gebe es andere alltagsnähere Probleme als den Klimawandel, glaubt die ehemalige Schülerin des Steinbart-Gymnasiums. „In Kleinstädten sind teilweise dreimal so viele Menschen auf der Straße wie in Duisburg.“

Mit der Großdemo versuchen die jungen Klimaschützer, „den Druck zu erhöhen“ und dem Ruf nach energischem klimapolitischem Handeln weiteren Schub zu verleihen. Dieses Mal begleitet von Vielen – „es sind eben nicht nur ein paar dumme Schüler, die auf die Straße gehen.“

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