Forschung

Forscher-Team der Uni sucht Duisburger „Besser Esser“

Die Kognitionswissenschaftlerin Katja Herrmanny (links) und die Gesundheitswisssenschaftlerin Katrin Paldán arbeiten im multiprofessionellen „Personal Analytics“-Team.

Die Kognitionswissenschaftlerin Katja Herrmanny (links) und die Gesundheitswisssenschaftlerin Katrin Paldán arbeiten im multiprofessionellen „Personal Analytics“-Team.

Foto: Ute Gabriel

Duisburg.   Die Wissenschaftler des Gesundheitsprojekts „PAnalytics“ an der Uni Duisburg-Essen ziehen Halbzeitbilanz und erproben die App „Besser Esser“.

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Vor zwei Jahren ist „PAnalytics“ gestartet, das Forschungsprojekt Selbst-Monitoring für Menschen ab 50 Jahren, mit dem diese ihre Gesundheit umfassend kontrollieren und auswerten können. Zur Halbzeit wurde die Arbeit evaluiert und für gut befunden, berichtet Katrin Paldán, Gesundheitswissenschaftlerin und stellv. Projektleiterin. „Wir haben bereits eine ziemlich genaue Vorstellung, wie unsere App am Ende aussehen soll. Sie soll den Nutzern nicht das Gefühl für ihren Körper abnehmen. Es geht darum, Gesundheit ganzheitlich zu betrachten.“

Das multiprofessionelle Team, in dem auch Informatiker und Pychologen beteiligt sind, werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Schwerpunkt „Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel“ gefördert – insgesamt fließen über vier Jahre 22 Millionen Euro.

Monitoring für die Mahlzeiten

Das Grundgerüst der App steht mit den Feldern Bewegung, Ernährung, Schlaf und Naturkontakt. Den Schrittzähler „Move my day“ hat das Team bereits schon von den Probanden testen lassen – er hält dazu an, Bewegung in den Tagesablauf einzubinden, etwa die Treppe zu nehmen, statt den Aufzug zu nutzen. Das Thema „Essen“ wird in einer Abschluss-Arbeit von Sarah Lückmann betreut – sie wird mit Forschungshelfern die App „Besser Esser“ vier Wochen lang testen lassen.

„Da geht es nicht darum, jede Mahlzeit abzuwiegen, sondern um Monitoring“, erläutert Katrin Paldán. Die Nutzer halten ungefähre Verzehrmengen bestimmter Lebenmittel-Gruppen wie Obst/Gemüse, Fisch/Fleisch, Milch-/Vollkornprodukte, aber auch den Alkoholkonsum fest. Dabei können sie erkennen, ob ihre Gewohnheiten mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung übereinstimmen. Ziel sei es nicht, die Nutzer über die App für ihr Verhalten zu belohnen oder zu tadeln, sagt Katja Herrmanny, die Kognitionsforscherin im Team. „Wir wollen sehen, ob dieses Monitoring Einfluss auf das Ernährungsverhalten hat. Gesundes Verhalten soll ohne Abhängigkeit von Technik Normalität werden.“

Kopfzerbrechen machen noch die Themen Naturkontakt und soziale Kontakte: Beide, so wissen die Forscher, sind wichtig für das Wohlbefinden – doch beim Erfassen des Verhaltens ist nicht zuletzt der Datenschutz ein Thema.

Was, wenn die App fertig ist? „Wir wissen noch nicht, ob und wie sie vermarktet wird“, sagt Katrin Paldán. Sicher ist hingegen, dass die Arbeit an neuen Projekten weitergeht im „Kompetenzzentrum Personal Analytics“. Eine Untersuchung mit Evonik zum Thema „Technikstress am Arbeitsplatz“ ist bereits vereinbart, mit weiteren Firmen ist das Team in Kontakt.

>>FORSCHUNGSHELFER GESUCHT

Die Wissenschaftler im Forschungsprojekt „PAnalytics“ freuen sich über weitere Forschungshelfer, die sich an Studien und Befragungen beteiligen. Informationen dazu unter: htpps://www.uni-due.de/panalytics/ forschungshelfer.php

Informationen zur „Besser Esser“-Studie bei der Autorin Sarah Lückmann, per E-Mail an: sarah.lueckmann@gmx.de

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