Bildung

Projekt soll Grundschullehrer an Rektorenjob heranführen

Schuldezernent Thomas Krützberg, Markus Warnke (Wübben Stiftung) und Mathias Richter, NRW-Staatssekretär im Bildungsministerium bei der Unterzeichnung der Vereinbarung am Freitag.

Foto: Fabian Strauch

Schuldezernent Thomas Krützberg, Markus Warnke (Wübben Stiftung) und Mathias Richter, NRW-Staatssekretär im Bildungsministerium bei der Unterzeichnung der Vereinbarung am Freitag. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   In einem gemeinsamen Projekt wollen Duisburg, NRW-Schulministerium und Wübben-Stiftung Grundschullehrer für Leitungsfunktionen begeistern.

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Schon seit Jahrzehnten gibt es diesen Mangel: Rund 20 Prozent der Rektoren- und Konrektoren-Stellen an Grundschulen sind in vielen Städten in NRW unbesetzt. Mit einem gemeinsamen Projekt, das nun in Duisburg startet, wollen Stadt, NRW-Schulministerium und die Düsseldorfer Wübben-Stiftung die Nachwuchsförderung für die Leitung von Grundschulen intensivieren.

3000 Euro für ein Schulprojekt

„Wir haben hier ein Problem“, räumt Mathias Richter (FDP) ein. Das gelte nicht nur für Duisburg, wo aktuell zehn Rektoren- und 25 Konkektoren-Stellen an den 75 Grundschulen vakant sind. Der Staatssekretär im NRW-Bildungsministerium unterzeichnete am Freitag im Rathaus gemeinsam mit Bildungsdezernent Thomas Krützberg und Markus Warnke, Geschäftsführer der Düsseldorfer Wübben-Stiftung, eine gemeinsame Erklärung zur Umsetzung des auf 18 Monate angelegten Projekts.

Es besagt, dass bis zu 25 Schulen, in denen sich Lehrer sich beteiligen, 3000 Euro für die Umsetzung eines Projekts ihrer Wahl bekommen. Den Betrag teilen sich je zur Hälfte Stadt und Stiftung. Die erste Resonanz auf das Angebot aus den Schulen ist erstaunlich positiv: 56 Lehrer aus 34 Duisburger Grundschulen haben Interesse signalisiert. Für den kommenden Mittwoch ist die Auftaktveranstaltung des Projekts geplant. „Wir werden sehen, ob dann alle an Bord bleiben“, so Krützberg. In diesem Fall werde man versuchen, auch die überzähligen Schulen zu beteiligen.

In der Umsetzung ihrer Projekte werden die Lehrer unterstützt von Moderatoren, die von der Wübben-Stiftung gestellt werden. Außerdem nehmen sie ein Jahr lang an Fortbildungen der Bezirksregierung teil, sondern können auch Schulleitern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Außerdem werden die Teilnehmer in Kleingruppen von Moderatoren in ihrem Entscheidungs- und Reflexionsprozess begleitet.

Gute Schule braucht gute Leitung

„Findet eine gezielte Personalentwicklung statt?“, sei die Ausgangsfrage bei der Vorbereitung des Projekts gewesen, berichtet Markus Warnke. „Nicht im erforderlichen Umfang“, lautet die Antwort des Stiftungsgeschäftsführers mit Berufserfahrung aus Ministerien. „Gute Schulen können Kindern aus sozioökonomisch schwachen und bildungsfernen Familien bessere Bildungsperspektiven ermöglichen“, betont Warnke. „Deshalb stärken wir Schulleitungen. Das gilt auch für die Nachwuchsgewinnung.“

„Eine gute Schule braucht eine gute Schulleitung“, lautet die Gleichung für Mathias Richter. Die Möglichkeit, Schulleitung praktisch kennenzulernen und sich in Leitungsaufgaben auszuprobieren, helfe, potenzielle Führungskräfte in den Kollegien für die Rektoren-Funktion zu begeistern, hofft der liberale Staatssekretär. „Ein großes Problem neben dem allgemeinen Lehrermangel“, nennt Thomas Krützberg die Vakanzen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die in absehbarer Zeit beheben können.“

>>>> DAS IST DIE WÜBBEN-STIFTUNG

Ziel der Düsseldorfer Wübben-Stiftung ist es, Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen so zu fördern, dass sie die Anforderungen von Schule, Beruf und Alltag gut bewältigen können.

Um Probleme zu lösen, setzt die Stiftung auf strategische Allianzen, Entwicklungspartnerschaften und Kooperationen innerhalb des Bildungssystems.

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